Dienstag, 6. Dezember 2022
Deutsch Englisch

«Glutenfrei»: Kennzeichnung jetzt verbindlich geregelt

Bonn. (aid) Eine neue europäische Verordnung legt verbindliche Grenzwerte für die Bezeichnungen «glutenfrei» und «sehr geringer Glutengehalt» fest. Gluten ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Getreideeiweißen, die bei Menschen Zöliakie auslösen können. Patienten haben eine chronisch entzündete Dünndarmschleimhaut, so dass Nähr- und Wirkstoffe nur eingeschränkt aufgenommen werden. Die bislang einzige Behandlungsmöglichkeit ist eine glutenfreie oder -arme Diät. Die Strenge einer solchen Diät kann sehr unterschiedlich sein. Während einige Patienten bereits auf Spuren von Gluten reagieren und sich komplett glutenfrei ernähren müssen, ist bei anderen eine glutenarme Diät ausreichend. Wichtig sind daher verbindliche Kennzeichnungs- und Verarbeitungsvorschriften für entsprechende Lebensmittel. Patienten wird der Einkauf erheblich erleichtert, können sie entsprechend ihrer krankheitsbedingten Bedürfnisse wählen. Die europaweit geltenden Anforderungen an Lebensmittel, die für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet sind, regelt künftig die EG-Verordnung Nr. 41/2009 der Europäischen Kommission. Sie fasst unter dem Begriff Gluten die Klebereiweiße von Weizen, Roggen, Gerste und Hafer sowie von deren Kreuzungen und Derivaten zusammen. Die Angabe «sehr geringer Glutengehalt» darf nur verwendet werden, wenn der Glutengehalt des Lebensmittels maximal 100 Milligramm je Kilogramm beträgt. Enthält das Erzeugnis weniger als 20 Milligramm je Kilo Gluten, darf es den Hinweis «glutenfrei» tragen. Die Verordnung gilt verbindlich ab 2012. Ihre Bestimmungen dürfen aber schon jetzt angewendet werden (Quelle).

backnetz:eu
Nach oben