Montag, 28. November 2022
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Gregor Mendel: vom Erbsenzähler zum Weltveränderer

Bonn. (bdp) Zum 200. Geburtstag von Gregor Mendel (1822-1884) am 20. Juli weist der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) auf das besondere Vermächtnis hin, das der Mönch und Naturforscher der Menschheit hinterlassen hat. Bei seinen unermüdlichen Kreuzungsversuchen mit Erbsen im Klostergarten stellte er Gesetzmäßigkeiten der Vererbung fest, die bis heute Basis jeder Pflanzenzüchtung sind. «Die Erkenntnisse aus den 1866 veröffentlichten Mendelschen Regeln ermöglichen die Verbesserung der Pflanzen, die wir heute tagtäglich auf dem Teller haben, und tragen somit zur Versorgungssicherheit bei», erklärt BDP-Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer.

Den Schub, den Mendel für die Pflanzenzüchtung auslöste, konnte er selbst nicht mehr erleben. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten drei Wissenschaftler unabhängig voneinander die Mendelschen Regeln neu. Mendels Ergebnisse waren die Grundlage dafür, Pflanzen mit klar definierten Zuchtzielen systematisch zu kreuzen. Ein Prioritätsstreit zwischen dem Biologen Hugo De Vries sowie den Genetikern Carl Correns und Erich von Tschermak im Jahr 1900 darüber, wer als Erster die Mendelschen Regeln wiederentdeckt habe, rückte Mendels weitgehend vergessene Arbeit wieder ins öffentliche Bewusstsein. Schäfer: «Mendel ist Vorbild für alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die an Pflanzen für eine resiliente und ressourcenschonende Landwirtschaft forschen. Die Pflanzenzüchterinnen und -züchter verstehen sich als Mendels Erben mit ebenso langem Atem und Weitblick bei der Entwicklung neuer Sorten für ein verändertes Agrar- und Ernährungssystem.»

Details über Leben und Werk Gregor Mendels hat der BDP in seiner Sonderausgabe der BDP-Nachrichten zusammengefasst. Dort sind auch die Mendelschen Regeln (Uniformitätsregel, Spaltungsregel und Unabhängigkeitsregel) abgebildet und erklärt.

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