Dienstag, 29. September 2020
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20191030-GLUTEN-NETZWERK

Großbäcker: Förderpreis 2020 für Dr. Sabrina Geißlitz

Düsseldorf. (vdg) Preisträgerin des Förderpreises 2020 des Verbands Deutscher Großbäckereien (VDG) ist die Lebensmittelchemikerin Dr. Sabrina Geißlitz (29). Ausgezeichnet wurde sie für ihre Doktorarbeit, in der sie eine Methode zur Erforschung der Verträglichkeit von sogenannten «alten» Weizenarten und «modernem» Brotweizen und Durumweizen entwickelt hat.

In seiner Laudatio betonte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Armin Juncker, dass Dr. Geißlitz Wege aufgezeigt habe, wie durch eine Kombination von Analytik und statistischen Methoden einzelne Dinkel-, Emmer- und Einkornsorten mit guten technologischen Eigenschaften für künftige Züchtungsprogramme selektiert werden können. Kriterien für die Auswahl seien die Gehalte bestimmter Proteinfraktionen und deren Verhältnisse zueinander.

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Übergabe des Förderpreises an Dr. Sabrina Geißlitz durch den Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Großbäckereien, Armin Juncker (links) und Prof. Dr. Friedrich Meuser (Foto: VDG).

Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen sei gewesen, dass der Verzehr weizenproteinhaltiger Produkte bei einem Teil der Bevölkerung Verdauungsprobleme verursache. Besonders die so genannte Nicht-Zöliakie Gluten-Sensitivität (abgekürzt als NCGS) könnte dafür verantwortlich sein. Viele Betroffene berichteten, Brotweizen nicht zu vertragen, wohl aber Dinkel und andere «alte» Weizenarten, ohne dass sich die als Ursache vermuteten Glutenproteine stark unterscheiden. Eine Hypothese sieht Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) als mögliche Auslöser von NCGS und vertritt die Einschätzung, dass die so genannten «alten» Weizenarten Einkorn, Emmer und Dinkel niedrigere ATI-Gehalte aufweisen als «moderner» Brotweizen und Durumweizen und deshalb besser verträglich wären.

Die Preisverleihung fand Mitte Januar 2020 anlässlich der 49. Wissenschaftlichen Informationstagung der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Getreideforschung (BBGfG) in Berlin statt. Die Dissertation von Dr. Gleißnitz wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Köhler an der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Freising durchgeführt. Der Titel lautet «Proteins of einkorn, emmer and spelt: Influence on baking quality and role in wheat-related hypersensitivities» (TitelFoto: pixabay.com).