Samstag, 10. Dezember 2022
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Großbäcker: Veränderungen sind nötig um den Mangel zu handhaben

Düsseldorf. (vdg) Personalmangel, Energiekrise, hohe Produktionskosten: Die Herausforderungen, vor denen die backenden Branchen stehen, sind allgegenwärtig und waren natürlich auch Thema bei der Jahrespressekonferenz 2022 des Verbands Deutscher Großbäckereien (VDG) in dieser Woche. «Die Liefer- und Filialbäckereien der Zukunft benötigen Transformation, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten,» sagte Verbandspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers in Gütersloh. Bereiche der Transformation werden besonders das Personalmanagement sowie das Energiemanagement sein.

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Knapp sind Fach- und Führungskräfte. Fast 13 Millionen Erwerbspersonen erreichen in den nächsten 15 Jahren das Rentenalter. Die stärksten Jahrgänge der Babyboomer gehen in den Ruhestand. Die Zahl entspricht 30 Prozent der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Erwerbspersonen.

Die Brot- und Backwarenbranche leidet besonders unter Personalnot, da die Arbeitszeiten, Löhne und Gehälter und das Image anderer Branchen oftmals besser sind. Bereits jetzt verkürzen Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien ihre Ladenöffnungszeiten, weil Personal fehlt.

Energieknappheit und extreme Verteuerung von Gas und Strom bedrohen die Existenz und Zahlungsfähigkeit vieler Gewerbetreibenden. Energieintensive Backbetriebe leiden besonders unter explodierenden Energiepreisen. Herbeigesehnt wird deshalb die Erdgas- und Strompreisentlastung für Haushalte und Gewerbe durch Basiskontingente und gedeckelte Höchstpreise.

Die Zahl der Bäckereien in Deutschland (erfasst werden nur Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten) ist 2021 erstmals unter 10.000 Betriebe gesunken. Waren es 2020 noch 10.197 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten, sank deren Zahl 2021 auf 9.965 Einheiten. Nach übereinstimmender Auffassung aller Experten wird die Zahl der Bäckereien auch in den kommenden Jahren weiter sinken.

Der Umsatz der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten ist 2020 auf knapp 20 Milliarden gesunken. Damit verzeichnete die Branche 2020 erstmals einen leichten Umsatzrückgang (Foto: VDG).

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