Donnerstag, 18. Juli 2024
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H1-2018: Südzucker AG meldet deutlichen Ergebnisrückgang

Mannheim / Ochsenfurt. (sag) Die Südzucker AG hat im ersten Halbjahr (1. März 2018 bis 31. August 2018) des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 einen Konzernumsatz von 3.475 (Vorjahr: 3.493) Millionen Euro erzielt. Das operative Konzernergebnis reduzierte sich im gleichen Zeitraum deutlich auf 139 (Vorjahr: 282) Millionen Euro. Im zweiten Quartal (1. Juni 2018 bis 31. August 2018) wurde ein Konzernumsatz von 1.734 (Vorjahr: 1.710) Millionen Euro erzielt und das operative Konzernergebnis reduzierte sich deutlich auf 62 (Vorjahr: 128) Millionen Euro. Der Ergebnisrückgang ist besonders auf rückläufige Ergebnisse in den Segmenten Zucker und CropEnergies zurückzuführen.

Segment Zucker mit Ergebniseinbruch infolge gesunkener Zuckererlöse

Der Umsatz im Segment Zucker sank im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 trotz deutlich höherer Absatzmengen im Export und in der EU infolge deutlich niedrigerer Erlöse auf 1.389 (Vorjahr: 1.516) Millionen Euro.

Die höheren Absatzmengen konnten erwartungsgemäß bei weitem nicht den nochmals stärkeren Erlösrückgang kompensieren. Während im Vorjahr in der ersten Geschäftsjahreshälfte die Erlöse noch angestiegen waren, sind sie seit Oktober 2017 deutlich rückläufig. Daher ging das operative Ergebnis im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/2019 auf 3 (Vorjahr: 111) Millionen Euro zurück und war im zweiten Quartal mit -6 (Vorjahr: 47) Millionen € negativ.

Rübenverarbeitungskampagne 2018 von Trockenheit überschattet

Die Trockenheit im Sommer in den meisten Anbaugebieten spiegelt sich in einer insgesamt unterdurchschnittlichen Ertragserwartung in der Südzucker-Gruppe wider. Der durchschnittliche theoretische Zuckerertrag der Vorjahre betrug 13,2 Tonnen Zucker pro Hektar. Die Kampagne startete in diesem Jahr Ende August bei Südzucker Moldau. Fast alle Werke haben zwischen Ende September und Anfang Oktober mit der Kampagne begonnen.

Segment Spezialitäten mit deutlichem Umsatzanstieg

Im Segment Spezialitäten konnte die positive Entwicklung des ersten Quartals fortgesetzt und der Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/2019 auf 1.125 (Vorjahr: 949) Millionen Euro gesteigert werden. Dabei wurden weiterhin deutlich unter Vorjahr liegende Bioethanolerlöse besonders durch die Umsatzbeiträge des im Vorjahr noch nicht enthaltenen Tiefkühlpizzaherstellers Richelieu Foods Inc. mehr als ausgeglichen.

Dem steht jedoch ein Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber, welches sich im ersten Halbjahr auf 75 (Vorjahr: 80) Millionen € verringerte. Dabei wirkten sich im Bereich Stärke neben den gestiegenen Fixkosten aus Kapazitätserhöhungen die geringeren Erlöse für Verzuckerungsprodukte und Ethanol ergebnisbelastend aus. Die übrigen Produktbereiche entwickelten sich insgesamt erwartungsgemäß positiv.

Segment CropEnergies durch niedrige Ethanolerlöse belastet

Im Segment CropEnergies blieb der Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/2019 mit 349 (Vorjahr: 428) Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr. Dies ist besonders auf signifikant geringere Ethanolerlöse, besonders im Vergleich zu einem noch überdurchschnittlich hohen Erlösniveau im ersten Halbjahr des Vorjahres, zurückzuführen.

Infolge der negativen Umsatzentwicklung verringerte sich auch das operative Ergebnis auf 14 (Vorjahr: 47) Millionen Euro. Dabei wirkten neben niedrigeren Erlösen eine reduzierte Absatzmenge sowie ein Anstieg der Rohstoffkosten belastend. Im zweiten Quartal erholte sich das operative Ergebnis im Vergleich zum ersten Quartal aufgrund gestiegener Ethanolerlöse deutlich.

Segment Frucht mit Umsatz- und Ergebnisanstieg

Der Umsatz im Segment Frucht stieg im Berichtszeitraum leicht auf 612 (Vorjahr: 600) Millionen Euro. Im Bereich Fruchtzubereitung konnten rückläufige Erlöse durch Absatzsteigerungen ausgeglichen werden. Bei Fruchtsaftkonzentraten ergab sich ein Umsatzzuwachs trotz geringerer Mengen durch deutlich gestiegene Erlöse.

Das operative Ergebnis stieg im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/2019 moderat auf 47 (Vorjahr: 44) Millionen Euro. In der Division Fruchtsaftkonzentrate ist dies auf erlösbedingt höhere Margen zurückzuführen. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten erlösbedingt rückläufige Margen sowie gestiegene Kosten nicht durch Absatzsteigerungen ausgeglichen werden.

Mitarbeiterzuwachs besonders durch Erwerb Richelieu

Die Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) lag zum Ende des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2018/2019 mit 19.546 (Vorjahr: 18.030) über Vorjahr. Im Segment Spezialitäten stieg die Mitarbeiterzahl um 792 auf 5.695 (Vorjahr: 4.903), was besonders aus dem Mitarbeiterzuwachs im Rahmen des Erwerbs der Richelieu Foods Inc. durch Freiberger sowie aus Neueinstellungen bei Agrana Stärke resultierte. Der Anstieg der Mitarbeiterzahl im Segment Frucht um 581 auf 6.177 (Vorjahr: 5.596) resultierte besonders aus einem höheren Bedarf an Saisonkräften zum Beispiel für das gestiegene Apfel- und Kirscherntevolumen in der Ukraine oder für das größere Erdbeerverarbeitungsvolumen in Marokko.

Jahresprognose 2018/2019 angepasst

Mit Veröffentlichung am 20. September 2018 hat Südzucker die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/2019 angepasst. Es wird nunmehr von einem Konzernumsatz von 6,6 bis 6,9 (bisherige Prognose: 6,8 bis 7,1; Vorjahr: 7,0) Milliarden Euro und einem operativen Konzernergebnis von 25 bis 125 (bisherige Prognose: 100 bis 200; Vorjahr: 445) Millionen Euro ausgegangen. Ursächlich hierfür ist das weiter sehr schwierige Marktumfeld für Zucker, Verzuckerungsprodukte (Stärke) und Ethanol. Hierbei ist die Prognose im Segment Zucker im aktuell schwierigen Marktumfeld und aufgrund der Trockenheit in den großen Anbaugebieten der Südzucker-Gruppe von hoher Unsicherheit geprägt.