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Haniel: nimmt Angebot von EPGC für Metro-Anteile an

Duisburg / Düsseldorf. (han / mag) Die Haniel Finance Deutschland GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Franz Haniel + Cie. GmbH (Haniel), hat am 16. Juli 2019 das am 10. Juli 2019 von der EP Global Commerce VI GmbH (EPGC) unterbreitete freiwillige öffentliche Übernahmeangebot für alle von ihr gehaltenen Stammaktien der Metro AG (54.726.393 Stück) angenommen.

Der von der EPGC gebotene attraktive Kaufpreis von EUR 16,00 je Stammaktie der Metro AG entspricht deutlich den Erwartungen Haniels, heißt es aus Duisburg. Der Preis beinhaltet einen für alle Aktionäre der Metro AG signifikanten Aufschlag, besonders unter Berücksichtigung der notwendigen und derzeit laufenden Transformationsprozesse im Unternehmen.

«Wir sind davon überzeugt, dass eine Vereinfachung der Aktionärsstruktur und die Ausübung der Kontrollfunktion durch einen Großaktionär die besten Voraussetzungen bieten, die Metro AG in einem fordernden Marktumfeld erfolgreich zu transformieren», sagt der Haniel Vorstandsvorsitzende Thomas Schmidt. «Daher hat Haniel sich als einer der Gründer-Investoren dazu entschieden, sein gesamtes an der Metro AG gehaltenes Aktienpaket an EPGC zu veräußern und damit einen attraktiven Wert zu realisieren. Aus unserer Sicht sind EPGC und seine Aktionäre die richtigen Anteilseigner der Metro AG, um die Transformation des Unternehmens in vollem Umfang zum Nutzen aller Beteiligten erfolgreich umzusetzen.»

Der Vollzug des Übernahmeangebots unterliegt verschiedenen Bedingungen, die an dieser Stelle zu weit führen würden. Die Angebotsunterlage steht jedoch auf dem EPGC-Server als PDF-Datei dreisprachig zur Einsicht und zum Download bereit.

Metro AG sieht sich erheblich unterbewertet

Am 21. Juni 2019 hatte EPGC, eine von Daniel Křetínský in Abstimmung mit Patrik Tkáč kontrollierte Holdinggesellschaft, angekündigt, den Aktionären der Metro AG ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb aller Stamm- und Vorzugsaktien unterbreiten zu wollen. EPGC bietet den Aktionären der Metro AG eine Geldleistung in Höhe von 16,00 Euro je Metro Stammaktie und 13,80 Euro je Metro Vorzugsaktie. Das Angebot ist unter anderem an die Bedingung einer Mindestannahmeschwelle von mindestens 67,5 Prozent aller im Zeitpunkt des Ablaufs der Annahmefrist ausgegebenen Stammaktien geknüpft, die nach der Erwartung von EPGC ausreichend sein wird, um nach Vollzug des Angebots die Zustimmung zu einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Metro AG sicherzustellen. Der Vorstand der Metro AG sieht die Transaktion skeptisch weil die Aktien erheblich unterbewertet, wie der Konzern am 23. Juni verlauten ließ.

Über die Metro AG

Die Metro AG ist ein führender internationaler Großhändler mit Food- und Nonfood-Sortimenten, der auf die Bedürfnisse von Hotels, Restaurants und Caterern (HoReCa) sowie von unabhängigen Händlern spezialisiert ist. Die weltweit rund 24 Millionen Metro Kunden können wahlweise in einem der großflächigen Märkte einkaufen, online bestellte Ware dort abholen oder sich beliefern lassen. Mit digitalen Lösungen unterstützt Metro zudem die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmern und Selbstständigen und trägt damit zur kulturellen Vielfalt in Handel und Gastronomie bei. Nachhaltigkeit ist für Metro ein wesentlicher Pfeiler sämtlicher Aktivitäten, im Dow Jones Sustainability Index ist Metro seit vier Jahren Branchen-Primus. Das Unternehmen ist in 36 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit mehr als 150.000 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erwirtschaftete Metro einen Umsatz von 36,5 Milliarden Eiro. Für die Einzelhandelskette Real mit ihren 34.000 Mitarbeitern hat Metro AG im September 2018 den Verkaufsprozess eingeleitet.

Über EP Global Commerce (EPGC)

EP Global Commerce (EPGC) ist eine Akquisitionseinheit im Besitz der beiden Investitionspartner Patrik Tkáč (47 Prozent) und Daniel Křetínský (53 Prozent). Sie wurde im Juni 2018 gegründet und hat ihren Sitz in München. Für den Erwerb der bisher von Haniel und Ceconomy gehaltenen Anteile an der Metro AG wurden zwei Tochtergesellschaften, EPGC I und EPGC II, gegründet.

Patrik Tkáč ist Mitbegründer und Miteigentümer der J+T-Unternehmensgruppe, ein internationaler Finanz- und Privatbankdienstleister und Investmentkonzern, der vornehmlich in Tschechien und der Slowakei tätig ist. Daniel Křetínský ist Mehrheitsaktionär, Vorsitzender und CEO der Energetický a průmyslový holding, A.S. (EPH), einer internationalen Energie- und Infrastrukturgruppe mit Sitz in Tschechien. Die beiden Inhaber verbindet eine langjährige Geschäftsbeziehung, da beide ursprünglich bei der J+T-Gruppe gearbeitet haben und viele Jahre lang Co-Gesellschafter der EPH waren. Sie haben weiterhin gemeinsame Beteiligungen, auch zusammen mit anderen Co-Investoren, an Medien- und E-Commerce-Unternehmen in mehreren europäischen Ländern.