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HDE: schlägt Clearingstelle für Gewerbesteuer vor

Berlin. (hde) Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Entlastung des Mittelstands von Bürokratie positiv. «Gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen sehen sich teils großen bürokratischen Hindernissen und Anforderungen gegenüber. Das betrifft vor allem die steuerlichen Regeln», sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Insofern sei es ein richtiger Schritt, die Befreiung von den Buchführungspflichten auszuweiten. Die Regierung müsse zudem dringend für Entlastungen bei den Aufbewahrungsfristen sorgen. Derzeit müssen die meisten steuerlichen Unterlagen zehn Jahre und länger aufbewahrt werden. Bei elektronischer Buchführung müssen die Daten auch noch nach zehn Jahren vollständig lesbar und auswertbar sein. «Das ist in der Praxis oft schwierig. Ein Jahrzehnt ist im IT-Bereich eine halbe Ewigkeit. Oft läuft nach einer gewissen Zeit der Software-Support aus oder das Unternehmen verfügt nicht mehr über das Fachpersonal zur Bedienung eines Altsystems», sagt Genth. Die Frist für die Aufrechterhaltung der alten Systeme müsse deshalb verkürzt werden. Die Unternehmen könnten die Daten dann zumindest in neue Systeme umziehen oder in Archive migrieren. So sei der Zugriff der Finanzverwaltung weiter gesichert. «Ein weiterer wichtiger Schritt zur Entbürokratisierung wäre der Aufbau einer Gewerbesteuer- Clearingstelle. Denn bisher müssen sich Einzelhandelsunternehmen mit einer Vielzahl von Betriebsstätten mit einem Gewerbesteuerbescheid von jeder Gemeinde, in der sich eine Betriebsstätte befindet, auseinandersetzen. Das ist in der Praxis extrem aufwendig», sagt Genth. Besonders wenn dann auch noch Betriebsprüfungen zu nachträglichen Änderungen führten, könnten große Unternehmen in einem einzigen Jahr mit mehreren zehntausend Bescheiden konfrontiert sein. Eine Clearingstelle, bei der die Unternehmen ihre Gewerbesteuerzahlungen zentral abwickeln könnten, brächte den betroffenen Unternehmen eine große Erleichterung.