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Heberer Gruppe 2019: Wachstumschancen erkennen und nutzen

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Mühlheim / Main. (wfh) Die Wiener Feinbäckerei Heberer zieht eine positive Bilanz für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahrs 2019. Demnach konnte der Filialist den Gruppenumsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 um 2,3 auf 37 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg auf 1,5 Millionen Euro.

Filialgeschäft: Die (geschätzten) rund 180 Filialen unter dem Markenzeichen «Heberer» konnten den Umsatz auf bestehender Fläche im Schnitt um 4,1 Prozent steigern. Nicht mit eingerechnet sind die in einem Franchisemodell durch SSP Deutschland betriebenen (geschätzten) knapp 40 Filialen, die am Markt unter «Wiener Feinbäcker» oder «Erster Wiener» auftreten und von Heberer beliefert werden. Unter dem Strich aktuell um die 220 Hochfrequenzstandorte und profitable Filialen im Umfeld der Produktionsstandorte.

Unsere Schätzung geht auf die Zahlen von 2017 zurück, wo die Wiener Feinbäckerei Heberer 122 eigenbetriebene Filialen auswies. Hinzu kamen 34 Filialen im Franchisemodell mit SSP Deutschland. Darüber hinaus gab es drei Filialen im Pachtmodell sowie 56 Filialen der Tochtergesellschaft WF Weimar (122+34+3+56=215). Das Zahlenspiel ist insofern interessant, weil die Bäckereigruppe gerade dabei ist, zwölf Backshops der Glockenbrot Bäckerei GmbH + Co. oHG zu übernehmen, 100-prozentige Tochter der Kölner Rewe Gruppe. Noch in diesem September sollen die gut gehenden Standorte ihr neues Markengesicht erhalten.

Großkundengeschäft: Im Großkundengeschäft geht es mal rauf und mal runter. Für das erste Halbjahr 2019 weist die Wiener Feinbäckerei Heberer hier eine Steigerung von 1,7 auf 3,0 Millionen Euro aus – plus 75 Prozent. Um den Erfolg adäquat würdigen zu können, fehlen uns vergleichende Kennzahlen. Das Segment «Backwaren Großhandel» bezieht sich möglicherweise im Wesentlichen auf die Entwicklung der Tochtergesellschaft WF Weimar und die Umsätze mit dem Franchisepartner SSP Deutschland.

Im Geschäftsbericht 2017 lässt sich nachlesen, dass im Zuge des Eigentümerwechsels eines langjährigen Großkunden der Tochtergesellschaft WF Weimar ein bestehender Liefervertrag fristgerecht zum 31. Januar 2017 gekündigt wurde, was zu erheblichen Umsatzeinbußen bei der WF Weimar im Großkundenumsatz geführt hatte. Im gleichen Jahr konnte die WF Mühlheim wiederum einen namhaften Lebensmittelhändler als neuen Großkunden gewinnen.

Die Tochtergesellschaft WF Weimar wurde durch die Investition in eine moderne Brötchenanlage gestärkt, die Anfang 2018 in Betrieb ging. Daraus resultierte eine personelle Erweiterung der Großkundenbetreuung. Die Strategie scheint aufzugehen und nicht nur im Brötchensegment Früchte zu tragen. Wie es heißt, sei die deutschlandweite Gewinnung von Neukunden zunehmend erfolgreich – darunter auch Bäckereien, die mit Heberer Premium-Produkten ihr Sortiment ergänzen wollten.

Markenpflege: Der Familienbetrieb Heberer, der in diesem Jahr seit 128 Jahren besteht, verbindet traditionelle Handwerkskunst und Bäckereitradition mit modernen Produktionsmethoden und einer zeitgemäßen, hohen Snack-Kompetenz. Mit einem Fokus auf das gehobene Preissegment und einem ausgewogenen Standort-Portfolio mit einer der in Deutschland größten Anzahl an attraktiven Spitzen-Standorten in Verkehrsknotenpunkten und Top-City-Lagen ist die Heberer-Gruppe gut im bundesdeutschen Bäckereimarkt positioniert.

Künftige Investitionen sollen gebündelt dem Aufbau der bestehenden Marke Wiener Feinbäcker und neuer Premiummarken dienen. Heberer konzentriert sich auf eine Premium-Strategie und hofft dadurch, sich dem Preiswettbewerb mit den Discountern entziehen zu können. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang sicher die Seite heberer-shop.de, auf der Kunden und Gäste Spezialitäten der hessischen Traditionsbäcker on Line erwerben können.

Wachstumschancen sieht die Gruppe heute nicht nur im Filialgeschäft, sondern zunehmend im Großkundenumsatz. Die Markenpflege spielt dabei eine wesentliche Rolle. Je höher der Bekanntheitsgrad der Heberer Premium-Produkte, desto größer die Chance, über heberer-shop.de Interessenten zu erreichen (Foto: pixabay.com).