Montag, 28. September 2020
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20170224-BAHNHOF

Hochfrequenzlagen: EHI zum Thema «Travel Retail»

Köln. (ehi) Die hohe Besucherfrequenz plus die erweiterten Öffnungszeiten machen Flughäfen und Bahnhöfe zu perfekten Standorten für den Handel und die Gastronomie. Hinzu kommen die oftmals langen Wartezeiten, in denen Shoppen oder Schlemmen zum kurzweiligen Zeitvertreib werden kann. Längst gehört dieses Terrain nicht mehr allein multinationalen oder bundesweit agierenden Ketten. Regionale Akteure haben oft bessere Karten, als sie denken – das Einhalten von Spielregeln vorausgesetzt.

Große Bahnhöfe und Flughäfen sind aufgrund der hohen Besucherfrequenz und der erweiterten Öffnungszeiten ideale Standorte für den Einzelhandel und die Gastronomie. Allein die 23 im aktuellen EHI-Whitepaper «Travel Retail 2017» betrachteten Bahnhöfe werden täglich von insgesamt rund vier Millionen Passanten besucht. Neben dem gastronomischen Angebot sind hier deshalb auch zahlreiche Fachgeschäfte, Supermärkte, Drogerien und Modeboutiquen zu finden. Die untersuchten elf deutschen Flughäfen werden insgesamt monatlich von rund 17 Millionen Reisenden frequentiert. Der Einzelhandel bietet diesen dort als stärkste Branche neben den typischen Duty Free Shops vor allem Mode und Accessoires an.

Die höchste tägliche Besucherfrequenz (450.000) verzeichnet der Hamburger Hauptbahnhof, gefolgt von den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main (370.000) und München (350.000). Bei den Flughäfen liegt der Frankfurter Flughafen mit durchschnittlich mehr als fünf Millionen Passagieren im Monat deutlich an der Spitze, gefolgt von München mit etwa 3,5 Millionen Passagieren und Düsseldorf mit knapp zwei Millionen Passagieren.

Einkaufsbummel im Bahnhof

Von den insgesamt betrachteten 1.122 Mietverhältnisse in den Bahnhöfen gehören 48 Prozent der Gastronomie an, an zweiter Stelle folgen die Einzelhändler mit 43 Prozent. Deutlich seltener sind Dienstleistungen vertreten (neun Prozent der Mieter).

Betrachtet man jedoch die Mietflächenanteile der einzelnen Branchen, dominiert in den meisten Fällen der Einzelhandel. Im Durchschnitt belegen die Einzelhändler 53 Prozent der Fläche, allerdings mit breiter Streuung: Am höchsten sind die Anteile in Leipzig (75 Prozent), am Berliner Ostbahnhof (73 Prozent) und in Dresden (71 Prozent), am geringsten in München (34 Prozent) und Karlsruhe (21 Prozent).

Auch unter den Top 25 Mietern (bezogen auf die Anzahl der Filialen) positionieren sich viele Einzelhändler. Vorne dabei ist hier die Drogeriemarktkette Rossmann (15 Filialen) sowie typische Händler von Reisebedarf wie Press + Books (14 Filialen), k presse + buch (13 Filialen) oder Spar Express (elf Filialen). Aber auch klassische Mieter in Haupteinkaufsstraßen und Shopping-Centern wie Nanu Nana (zehn Filialen), Accessorize (neun Filialen), Görtz oder McPaper (je acht Filialen) sind unter den Hauptmietern vertreten.

Bummeln am Flughafen

Die untersuchten Flughäfen sind deutlich heterogener als die Bahnhöfe. So variieren die Mieteinheiten von 276 am Flughafen Frankfurt am Main sowie 211 Mieteinheiten am Flughafen München und 106 am Flughafen Düsseldorf bis hin zu 20 Einheiten in Bremen und 19 in Nürnberg.

Allen gemeinsam ist die Dominanz der Einzelhandelsmieter, welche im Sicherheitsbereich mit einem Anteil von 61 Prozent noch stärker ausgeprägt ist als im öffentlichen Bereich (48 Prozent). Während sich die Gastronomieanteile vor (35 Prozent) und hinter (31 Prozent) der Sicherheitskontrolle ähneln, gibt es im öffentlichen Bereich (17 Prozent) mehr Mieter aus der Dienstleistungsbranche als im Sicherheitsbereich (acht Prozent).

Im öffentlichen Bereich dominieren die Anbieter von Bekleidung (27 Prozent) und Accessoires (19 Prozent). Hinter der Sicherheitskontrolle stellen Duty Free Shops einen großen Anteil der Einzelhandelsmieter dar – jeder vierte gehört in diese Kategorie. Auch Accessoires (24 Prozent) sowie Presse, Bücher und Schreibwaren (17 Prozent) spielen hier eine wichtige Rolle, während Anbieter von Bekleidung mit anteilig 16 Prozent im Sicherheitsbereich deutlich seltener vertreten sind als im öffentlichen Bereich.

Wer sich für Mietverhältnisse in Verkehrsimmobilien interessiert, der kann sich auf dem EHI-Server das Whitepaper «Travel Retail 2017» kostenfrei herunterladen (Foto: pixabay.com).