Dienstag, 6. Dezember 2022
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HS OWL: Neues aus der Back- und Süßwarentechnologie

Lemgo. (owl) Der Fachbereichstag Life Science Technologies an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe Anfang Dezember stand unter dem Motto «Fakten, Trends und News: Back- und Süßwarentechnologie» (Programm – Format PDF). Professoren, Gäste aus der Industrie, Ehemalige als auch viele Studierende folgten der gut besuchten Veranstaltung in Lemgo.

Der Studienschwerpunkt Back- und Süßwarentechnologie habe in den letzten Jahren einen beachtlichen Zuwachs an Studierenden und Absolventen zu verzeichnen gehabt, berichtete Prof. Dr. Jörg Stender, Leiter des Studiengangs Lebensmitteltechnologie. Er hatte diesen Fachbereichstag organisiert und moderierte die Veranstaltung. Vorgestellt wurden die beiden Fachgebiete Back- und Süßwaren, und es wurden Meinungen zu aktuellen Themenstellungen ausgetauscht. «Das Studium bereitet vom Start weg auf den Beruf vor», sagte Stender.

Diese Blickrichtung des Studiums wurde von Dr. Torben Erbrath vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) bestätigt, dessen Verband die Umorientierung des früheren Schwerpunkts Getreidetechnologie in Back- und Süßwarentechnologie begrüßt hatte und seit 2002 auch fördere, sagte Stender. Erbrath referierte, dass trotz des in der winterlichen Jahreszeit erwartungsgemäß guten saisonalen Absatzes von Süßwaren derzeit besonders die Schokoladenbranche mit den seit einiger Zeit gestiegenen Rohstoffpreisen von Kakao zu kämpfen habe. Den Hauptgrund sieht er darin, dass Deutschland zu mehr als 70 Prozent des Kakaos aus Westafrika importiert und insbesondere von Kakao aus der Elfenbeinküste abhängig sei.

Probleme in chemischer Hinsicht auf Prozesskontaminationen bei der Herstellung von Süßwaren zeigte Prof. Dr. Reinhard Matissek vom Lebensmittelchemischen Institut (LCI) des BDSI auf. Besonders Acrylamid und Acrolein stünden im Vordergrund. Eine Minimierungsstrategie dieser Substanzen in Lebensmitteln habe in den letzten Jahren zu einer deutlichen Reduzierung geführt. Die Ergebnisse von entsprechenden toxikologischen Studien seien in den nächsten Jahren zu erwarten, hielt Matissek fest.

Dr. Jörg Klinkmann von der August Storck KG in Halle (Westfalen) zeigte die Komplexität der Zusammenhänge von chemischen und physikalischen Parametern auf die Produktqualität von Zuckerwaren auf. Vor allem die Einflüsse auf die Qualität von Hartkaramellen werden im Hause Storck intensiv wissenschaftlich untersucht.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stand die Backwarentechnologie im Vordergrund. Zu dem vielfältigen Einsatz von Panadensystemen gab Professorin Dr. Ute Hermenau von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe Auskunft. Dipl.-Ing. Jörg Wagner erläuterte ein neues Anlagenkonzept des Maschinenbauunternehmens Kaak zur Herstellung von Toast.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde Prof. Dr. Hans-Gerhard Ludewig in den Ruhestand verabschiedet. In seinem abschließenden Vortrag konnte er noch einmal sein umfangreiches Wissen zu Feinen Backwaren darstellen. Laudator Prof. Dr. Meinolf G. Lindhauer vom Max-Rubner-Institut in Detmold hob Ludewigs fachliche Kompetenz und menschliche Stärken hervor (Text: HS OWL FB4).

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