Donnerstag, 18. Juli 2024
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Hygienebarometer? Niedersachsen will abwarten…

Hannover. (eb) Die Hygiene-Ampel auf freiwilliger Basis ist in Niedersachsen vorläufig gescheitert. Sie erinnern sich: Ein Hygienebarometer sollte kontrollierten Betrieben ab April 2017 die Möglichkeit geben, Kunden ihre guten Ergebnisse als Aushang mitzuteilen und somit in eigener Sache zu werben. «Hygiene und Sauberkeit sind in unseren Unternehmen, die Lebensmittel anbieten, weit überwiegend auf einem guten Stand, und das kann durch das Hygienebarometer den Verbrauchern auch gezeigt werden», sagte der damalige Landesminister Christian Meyer (LELV) bei der Vorstellung der Initiative.

Die im Niedersächsischen Landesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (LELV) zuständige Ministerin heißt jetzt Barbara Otte-Kinast. Die hat den Pilotversuch in Hannover und Braunschweig ausgewertet und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Es nahmen zu wenige Betriebe daran teil. Deshalb wurde das Projekt jetzt vorläufig eingestellt. Neue Erkenntnisse seien auf der vorhandenen Basis nicht zu erwarten, bestätigt Rainer Beckedorf, Staatssekretär am LELV. Insgesamt hätten nur vier Prozent oder 29 Betriebe teilgenommen.

Beerdigen will man das Thema indes nicht. Das Ministerium will zunächst abwarten, wie sich die neue Bundesregierung sortiert. Dann will sich das LELV während der kommenden Verbraucherschutz-
Ministerkonferenz (VSMK) im Juni mit den anderen Bundesländern absprechen. Ziel ist ein bundeseinheitliches Hygienesiegel, das dann für alle Betriebe verpflichtend wäre. Den Vorsitz der VSMK 2018 hat Reinhold Jost, Minister für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlands.