Sonntag, 25. Februar 2024
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IGW: zeigte Ernährungswirtschaft als Zukunftsbranchen

Berlin. (igw) Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Aussteller und Publikum der Internationalen Grünen Woche Berlin 2008 haben zum Messeabschluss ein überaus positives Fazit gezogen. Vom 18. bis 27. Januar präsentierte sich die Land- und Ernährungswirtschaft als Zukunftsbranche. Vor dem Hintergrund einer optimistischen Brancheneinschätzung standen die Themen Lebensmittelversorgung, -qualität und –sicherheit im Mittelpunkt des Ausstellungsgeschehens. Auch während der rund 300 Fachkonferenzen erörterten Fachleute aus der gesamten Agrarwirtschaft diese Themen in einem zunehmend globalen Kontext. Die gesamte Wertschöpfungskette wurde den Fach- und Privatbesuchern auf der Grünen Woche transparent gemacht. Die Zukunftsthemen in den Fachschauen nature.tec und Multitalent Holz – Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – standen im Blickpunkt der Fachwelt und des Publikums. Vor allem Russland meldete zum Messeabschluss zahlreiche Geschäftsvereinbarungen in Höhe von 330 Millionen Euro. Durch die angebahnten Geschäftskontakte könnte dieser Wert noch auf 450 Millionen Euro steigen, schätzt Sergey Selivanow, stellvertretender Direktor des Messeunternehmens Agriculture Sector of VVC Limited.

Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin GmbH, resümierte: «Die Besucher zeigten sich konsumfreudiger als im Vorjahr und gaben insgesamt 44 Millionen Euro (2007: 40 Millionen Euro) aus. Mit rund 425.000 Besuchern (2007: 427.000) wurden etwa genauso viele Gäste wie im vergangenen Jahr registriert; darunter deutlich mehr Fachbesucher, besonders aus der Ernährungsindustrie (2008: 110.000 Fachbesucher, 2007: 100.000). Wie nie zuvor ist es der Grünen Woche 2008 gelungen, die ganze Wertschöpfungskette darzustellen».

Die Grüne Woche war ein Publikumsmagnet mit hohem Erlebnischarakter und bleibt die weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Zusätzlich zum Besucheraufkommen hielten sich im Tagesdurchschnitt rund 12.000 Beteiligte wie Aussteller und Standpersonal, Service- und Dienstleistungskräfte sowie Medienvertreter in den Messehallen auf. Mit über 200 nationalen und internationalen Politikern verzeichnete die Grüne Woche die höchste Beteiligung von Politprominenz in ihrer Geschichte. Die Präsenz von 5.000 Medienvertretern aus 70 Ländern sorgte für weltweite Berichterstattung.

Immer stärker setzen der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Markenartikler auf die Grüne Woche als Plattform für den direkten Kontakt zu den Verbrauchern. Sowohl die Rewe Gruppe als auch bedeutende Unternehmen der Ernährungsindustrie wie Abraham Schinken, Coca-Cola, Ferrero, Intersnack, Kraft Foods, Kühne, Nestle und die Verbände der Mineralwasserbranche sowie der Geflügelwirtschaft präsentierten sich unter dem Dach der BVE/BLL mit ihrem bislang stärksten Auftritt. Mit 1.610 Ausstellern aus 52 Ländern und einer Ausstellungsfläche von 115.000 Quadratmetern blieb die Grüne Woche auf hohem Niveau stabil.

Stellungnahmen aus Politik und Wirtschaft

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie die ideellen Träger der Grünen Woche äußerten sich in zusammenfassenden Statements zum Messeverlauf wie folgt:

  • Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: «Die Grüne Woche schreibt ihre Erfolgsgeschichte fort. Auch in diesem Jahr ist sie wieder weltweit die größte Leistungsschau der Land- und Ernährungswirtschaft. Die Grüne Woche gilt seit jeher auch als ein Stimmungsbarometer der Land- und Ernährungswirtschaft und wir erleben zur Zeit ein Hoch der Branche. Der deutschen Landwirtschaft geht es gut, mit ihrer neuen Dynamik ist sie wieder eine echte Zukunftsbranche. Die Nachfrage nach Gütern der Agrar- und Ernährungsindustrie steigt weltweit. Wir haben einmalig in der Geschichte der Landwirtschaft die Situation, dass sich mit dem Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für die Bauern echte Alternativen zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion eröffnen. Landwirt und Energiewirt gehen heute Hand in Hand – das zeigt die diesjährige Grüne Woche ganz deutlich. Unsere Bäuerinnen und Bauern sind die Garanten dafür, dass die Versorgung der Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln gesichert ist und zugleich ein wichtiger Beleg zur Energiesicherung geleistet wird. Die Grüne Woche ist eine Leistungsschau mit Herz und Verstand – wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden».

  • Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV): «Die Grüne Woche 2008 hat sich enorm weiter entwickelt und ist für den Agrarstandort wertvoller denn je. Wir erlebten in den vergangenen Tagen ein politisches Stelldichein, das kaum zu steigern sein wird. Für die Agrarminister der 27 EU-Mitgliedstaaten und die Landwirtschaftsminister aus Bund und Ländern ist die Grüne Woche mittlerweile ein Pflichttermin. Die Grüne Woche hat ein junges Gesicht. Wir erlebten mehr Bauern, Bäuerinnen und die Landjugend, die als Fachbesucher tagesaktuelle und perspektivische Fragen zu den Agrarmärkten und zur Agrarpolitik erörterten. Die wirtschaftliche Analyse der Agrarmärkte verspricht gute Aussichten für unsere Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die Land- und Ernährungswirtschaft ist eine Zukunftsbranche».

  • Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE): «Die Ernährungsindustrie hat die politische Bühne der Internationalen Grünen Woche 2008 genutzt, um ihre Position zur aktuellen Rohstoff- und Preissituation bei Lebensmitteln deutlich zu machen. Die wachsende Verflechtung der internationalen Rohstoff- und Absatzmärkte erfordert den Ausbau von Plattformen für den länderübergreifenden politischen Dialog. Die Grüne Woche 2008 hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Der gemeinsame Auftritt mit führenden Unternehmen der Ernährungsindustrie war eine attraktive Mischung aus Genuss, Information, Bewegung und Unterhaltung und hat die Besucher begeistert. Die Branche hat mit dem Gemeinschaftsprojekt «Power fürs Leben – Essen und Bewegen» auf der Messe an Profil gewonnen und sich selbstbewusst präsentiert. Auf diesem Weg lohnt es sich weiter zu arbeiten».

Aus der Ernährungswirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel konnten im Verlauf der Messe unter anderem Peter Brabeck-Letmathe, Chairman and CEO Nestle S.A., sowie der gesamte Vorstand der Rewe Gruppe rund um den Vorsitzenden Alain Caparros begrüßt werden. Der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands nutzte den Auftritt bei der Grünen Woche unter anderem zur Einführung seiner neuen Bio-Linie und kündigte an, mit der Umstellung auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien für die 6.000 Märkte «als Vorreiter der größte Nutzer von Grünstrom in Deutschland» zu werden. «Die weltgrößte Verbraucherschau war die richtige Plattform für den gemeinsamen Brückenschlag mit Verbrauchern, landwirtschaftlichen Erzeugern, Ernährungswirtschaft und Politik. Unsere Erwartungen an die Grüne Woche sind mehr als erfüllt worden», hieß es im Fazit der Rewe Gruppe.

Daneben dokumentierten Gesprächskreise mit wichtigen Vorständen der Molkereien und Fleischbranche den Stellenwert der Grünen Woche als Branchentreff. Auch die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) zog zum Messeschluss in Berlin eine positive Bilanz. Die meisten Aussteller in der CMA-Länderhalle meldeten Verkaufszahlen auf dem hohen Niveau des Vorjahrs. Einige hatten sogar deutliche Steigerungen erreicht. Der ErlebnisBauernhof begeisterte rund 410.000 Besucher der Grünen Woche mit Innovationen und einem zukunftsorientierten Ausstellungskonzept. «Diese positive Resonanz zeigt einmal mehr, dass das Interesse der Menschen an Informationen rund um Land- und Ernährungswirtschaft enorm zugenommen hat», lautete das Fazit von Dr. Jürgen Fröhling, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL e.V.), die den ErlebnisBauernhof mit 50 Partnern federführend koordiniert hatte.

Begegnungen und Erörterungen auf höchster Ebene

Die herausragende Bedeutung der Grünen Woche als Bühne für die Politiker aus dem In- und Ausland wurde in diesem Jahr durch mehr als 200 Spitzenrepräsentanten verdeutlicht. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer begrüßte auf seinem Eröffnungsrundgang allein 17 europäische Amtskollegen an den jeweiligen Länderständen. Die Eröffnungsfeier im ICC Berlin mit rund 5.000 Ehrengästen aus aller Welt stand im Zeichen des Partnerlandes Schweiz. Unter den 1.500 Teilnehmern der erstmals veranstalteten Internationalen Agrarministerkonferenz befanden sich 32 internationale Minister und Staatssekretäre sowie 650 Mitglieder offizieller Regierungsdelegationen aus 36 Ländern. Sie erörterten das Thema «Globaler Wettbewerb um landwirtschaftliche Rohstoffe». Den ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 besuchten allein über 200 Abgeordnete aus den Parlamenten von EU, Bund und Ländern.

Zu den hochrangigen Gästen der Grünen Woche 2008 gehörten Bundespräsident Horst Köhler, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der Bundesminister für Verteidigung, Franz-Josef Jung, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, Bundesbildungsministerin Annette Schavan und sieben Staatssekretäre. Neben Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit besuchten die deutschen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (Thüringen), Kurt Beck (Rheinland Pfalz), Wolfgang Böhmer (Sachsen-Anhalt), Peter Harry Carstensen (Schleswig-Holstein), Matthias Platzeck (Brandenburg) und Dr. Harald Ringstorff (Mecklenburg-Vorpommern) die Beteiligungen ihrer Bundesländer.

Dr. Hermann Otto Solms, Vizepräsident des Deutschen Bundestags, unternahm ebenfalls einen eigenen Rundgang. Weitere bundesdeutsche Politiker wie FDP-Chef Guido Westerwelle und Spitzenvertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien informierten sich auf der Grünen Woche 2008.

Insgesamt 54 ausländische Minister, stellvertretende Minister und Staatssekretäre, 80 Botschafter und Konsuln sowie 40 Agrarattaches kamen mit ihren Delegationen zur Grünen Woche. Erstmals stattete der Staatspräsident Lettlands, Valdis Zatlers, der Grünen Woche einen Besuch ab. Die wichtigste europäische Agrarpolitikerin, EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel (Dänemark), besuchte die Grüne Woche erstmals mit ihrem gesamten Kabinett. Beeindruckend die Delegationen aus Russland rund um Landwirtschaftsminister Alexej Gordeev, der von 20 Gouverneuren – vergleichbar mit bundesdeutschen Ministerpräsidenten – begleitet wurde.

Aus den deutschen Bundesländern reisten neben den genannten Ministerpräsidenten 49 Landesminister und Staatssekretäre zur Grünen Woche. Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, und Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, repräsentierten die ideellen Träger der Grünen Woche.

Besucher gaben rund 44 Millionen Euro aus

Die Ausgaben der Verbraucher lagen im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent höher und summierten sich auf der Grünen Woche 2008 auf rund 44 Millionen Euro (2007: 40 Millionen Euro). Dabei gaben die Besucher für den direkten Verzehr von Speisen und Getränken im Durchschnitt 25 Euro pro Kopf aus (2007: 25 Euro). Zusätzlich wurden Waren im Wert von rund 78 Euro pro Besucher (2007: 62 Euro) bestellt. Durch die Ausgaben der auswärtigen Besucher und Aussteller generierte die Grüne Woche einen Kaufkraftzufluss von etwa 145 Millionen Euro für die Hauptstadtregion Berlin.

Positives Fazit von allen Messebeteiligten

Zu den wichtigsten Zielsetzungen, mit denen sich die Aussteller an der Grünen Woche beteiligt hatten, gehörten der Verkauf an Endverbraucher und deren Information sowie die Darstellung des eigenen Unternehmens. Den Test eigener Produkte nannte etwa die Hälfte der Aussteller als Teilnahmegrund. Vier Fünftel der Aussteller gaben an, ihre Messeziele in zufrieden stellendem Ausmaß erreicht zu haben und bekundeten die Absicht, sich auch an der nächsten Auflage der Grünen Woche beteiligen zu wollen. Fast alle Aussteller würden ihren Kollegen oder Geschäftspartnern die Teilnahme an der Grünen Woche weiterempfehlen und waren mit dem geschäftlichen Erfolg ihrer Messebeteiligung zufrieden.

Die Fachbesucher äußerten sich zufrieden über den geschäftlichen Verlauf der Messe. Diese Zielgruppe tätigte zum Teil während der Grünen Woche Geschäfte, mehr als jeder Zweite rechnete darüber hinaus mit einem Nachmessegeschäft. Im Vordergrund standen die Informationen über die angebotenen Produkte, Brancheninformationen sowie die Kontaktpflege. Die Fachbesucher stammten vor allem aus der Land- und Forstwirtschaft, der Ernährungsindustrie und dem Handel.

Die Privatbesucher kamen in erster Linie wegen des Erlebnischarakters der Grünen Woche und um Produkte aus aller Welt kennen zu lernen. Von den Sonderschauen lagen die Tierhalle, der ErlebnisBauernhof, die Heim-Tier + Pflanze sowie die Internationale Blumenhalle ganz vorn in der Publikumsgunst. Am Schülerprogramm der Messe Berlin nahmen erneut mehr als 25.000 Schüler aus rund 1.000 Klassen aus Berlin, Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern teil.

Das Angebotsspektrum auf der Grüne Woche bewerteten insgesamt 98 Prozent der Besucher mit sehr gut bis zufriedenstellend. Den Besuch der Grüne Woche würden 91 Prozent der Besucher ihren Bekannten beziehungsweise Kollegen oder Geschäftspartnern weiterempfehlen. Schließlich bekundeten 90 Prozent aller Besucher die Bereitschaft, auch die nächste Grüne Woche in Berlin zu besuchen.

Nächster Termin: 16. bis 25. Januar 2009

Veranstaltet wurde die Internationale Grüne Woche Berlin 2008 von der Messe Berlin GmbH. Ideelle Träger waren der Deutsche Bauernverband (DBV), Bonn, sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Bonn. Die nächste Grüne Woche findet vom 16. bis 25. Januar 2009 statt.

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