Donnerstag, 18. Juli 2024
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Importstatistik: Die Energiepreise sinken deutlich

Wiesbaden. (destatis) Im Schnitt waren die Importpreise im April 2023 um 7,0 Prozent niedriger als im April 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist das der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2009 (-8,1 Prozent versus Oktober 2008). Ausschlaggebend für den Rückgang ist vor allem ein Basiseffekt durch das hohe Preisniveau im Vorjahr. Im März 2023 hatte die Veränderung bei den Einfuhrpreisen gegenüber dem Vorjahr bei -3,8 Prozent gelegen, im Februar 2023 bei +2,8 Prozent. Gegenüber März 2023 fielen die Importpreise im April 2023 um 1,7 Prozent.

Die Exportpreise sind im April 2023 um 1,1 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen. Im direkten Vormonatsvergleich ergab sich ein Rückgang von 0,4 Prozent.

Rückgang der Einfuhrpreise auf deutlich niedrigere Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im April 2023 um 31,8 Prozent billiger als im April 2022, dem zweiten Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, und um 6,6 Prozent günstiger als im März 2023. Dies trug maßgeblich zum Rückgang des Gesamtindex gegenüber dem Vorjahresmonat und Vormonat bei. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas. Die Preise lagen im April 2023 um 38,7 Prozent unter denen von April 2022. Gegenüber März 2023 sanken sie um 14,0 Prozent.

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Erheblich günstiger als im Vorjahresmonat waren ebenfalls die Preise für importierte Steinkohle (-44,3 Prozent), elektrischen Strom (-38,6 Prozent), Mineralölerzeugnisse (-28,4 Prozent) sowie für Erdöl (-21,2 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im April 2023 um 0,6 Prozent niedriger als im April 2022. Gegenüber März 2023 fielen sie um 0,7 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 5,2 Prozent unter dem Stand des Vorjahrs (-1,8 Prozent gegenüber März 2023).

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern, Steigerungen für Konsum- und Investitionsgüter

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im April 2023 um 6,5 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat März 2023 sanken sie um 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-49,3 Prozent), Platin und andere Edelmetalle (-32,6 Prozent), Carbonsäuren und ihre Derivate (-30,5 Prozent) sowie Aluminium und Halbzeug daraus (-16,4 Prozent). Dagegen verteuerten sich besonders Stärke und Stärkeerzeugnisse (+65,6 Prozent) sowie Hohlglas (+26,5 Prozent).

Die Preise für Konsumgüter lagen um 4,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, sanken aber gegenüber dem Vormonat März 2023 um 0,4 Prozent.

Importierte Verbrauchsgüter waren binnen Jahresfrist 4,8 Prozent teurer (-0,3 Prozent gegenüber März 2023), vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+10,4 Prozent gegenüber April 2022). Besonders stark stiegen die Preise im Vergleich zu April 2022 für Obst- und Gemüseerzeugnisse (+13,9 Prozent). Fleisch und Fleischerzeugnisse waren 9,2 Prozent teurer als vor einem Jahr. Hier stiegen insbesondere die Preise für Schweinefleisch (+21,7 Prozent).

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 4,4 Prozent mehr als im April 2022. Hier sanken die Preise gegenüber März 2023 um -0,6 Prozent.

Das Preisniveau importierter Investitionsgüter war im April 2023 um 4,7 Prozent höher als im April 2022 (-0,1 Prozent gegenüber März 2023). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,3 Prozent) sowie Maschinen (+5,9 Prozent).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 3,2 Prozent unter denen vom April 2022 (-2,4 Prozent gegenüber März 2023). Billiger als im Vorjahresmonat waren besonders Naturkautschuk (-31,5 Prozent), Getreide (-19,8 Prozent) und Rohkaffee (-11,4 Prozent). Zu höheren Preisen importiert wurden dagegen lebende Schweine (+29,6 Prozent) und Eier (+27,9 Prozent).

Exportpreise getrieben von Preissteigerungen bei Investitions- und Konsumgütern

Der Index der Exportpreise lag im April 2023 um 1,1 Prozent über dem Stand von April 2022. Im März 2023 und im Februar 2023 hatte die Jahresveränderungsrate bei +2,3 Prozent beziehungsweise bei +6,6 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat März 2023 fielen die Exportpreise um 0,4 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatten im April 2023 die Preissteigerungen bei den Investitionsgütern. Sie wurden zu 5,4 Prozent höheren Preisen als im Vorjahr exportiert (+0,2 Prozent gegenüber März 2023). Teurer als im April 2022 waren hier besonders Maschinen (+8,0 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+3,9 Prozent). Investitionsgüter haben einen Anteil von etwa 46 Prozent an den Gesamtausfuhren.

Ebenfalls hoch war der Einfluss der Preisentwicklung der Konsumgüter (+4,9 Prozent gegenüber April 2022). Vorleistungsgüter wurden dagegen zu 0,2 Prozent niedrigeren Preisen exportiert.

Die Preise für Energieexporte waren im April 2023 um 34,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Gegenüber März 2023 fielen die Energiepreise um 2,4 Prozent. Wie bei den Einfuhrpreisen lag dies an den gesunkenen Erdgaspreisen. Sie lagen im April 2023 um 45,1 Prozent unter denen des Vorjahres und verbilligten sich auch gegenüber dem Vormonat (-1,6 Prozent).

Auch Mineralölerzeugnisse waren billiger als vor einem Jahr (-23,8 Prozent). Gegenüber März 2023 fielen die Preise hier um 3,7 Prozent (Foto: pixabay.com – Grafik: Destatis).