Sonntag, 23. Januar 2022
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Ingka Gruppe: Überblick über das Geschäftsjahr 2021

Leiden / NL. (eb) Ikea Deutschland hat das Geschäftsjahr 2021 mit mit einem Gesamtumsatz von 5,305 Milliarden Euro und damit einem Minus von 3,2 Prozent gegenüber 2020 abgeschlossen. Angesichts der Herausforderungen dieser Zeit ist das nachvollziehbar. Eine fünfmonatige Schließung der 54 Einrichtungshäuser in Deutschland sowie Turbulenzen auf den internationalen Produktionsmärkten und Transportwegen forderten große Flexibilität und Ideenreichtum, damit das Umsatzminus nicht noch stärker ausfällt. Mit der beschleunigten Entwicklung zum Omnichannel-Händler konnte das Einrichtungshaus den Umsatzeinbruch im stationären Geschäft nahezu kompensieren: Der Online-Umsatz im Geschäftsjahr 2021 stieg um 102,9 Prozent auf 1,747 Milliarden Euro. Der Online-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz kletterte auf 34,3 Prozent (2020: 16,2 Prozent).

Damit sind die Highlights aus dem Geschäftsbericht 2021 der Ikea Deutschland GmbH + Co. KG auch schon erzählt. Verlässliche Zahlen zum Foodservice, der uns hier primär interessieren würde, sind unter Covid-19-Bedingungen nicht zu erwarten. Ikea Deutschland gehört zu den größten Geschäftseinheiten im weltweiten Ingka Verbund. Dieser Verbund verzeichnete 2021 wiederum eine bemerkenswerte Entwicklung. Flexibilität und Ideenreichtum reichten aus globaler Perspektive sogar für ein ansehnliches Plus.

Die Ingka-Gruppe (Ingka Holding B.V. inklusive die von ihr kontrollierten Unternehmen) erzielte im Geschäftsjahr 2021 in ihren drei Geschäftsbereichen (Ikea Retail, Ingka Investments und Ingka Centres) einen Gesamtumsatz von 39,8 Milliarden Euro (2020: 37,4 Milliarden Euro). Trotz der Herausforderungen, die die Pandemie mit sich brachte, hat das Unternehmen seine Investitionen weiter beschleunigt, um zugänglicher, erschwinglicher und nachhaltiger zu werden und so die sich verändernden Bedürfnisse und Wünsche seiner Kunden besser zu erfüllen, heißt es in einer Mitteilung aus dem niederländischen Leiden, wo die ursprünglich schwedische Gruppe aus steuerlichen Gründen ihren Hauptsitz hat.

In einem weiteren turbulenten Jahr, in dem die Ikea-Einrichtungshäuser weltweit noch mehr Tage schließen mussten als im Geschäftsjahr 2020, erzielte die Ingka-Gruppe einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro (1,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2020). Die Investitionen beliefen sich auf 3,2 Milliarden Euro, inklusive umfangreicher Investitionen in physische Geschäfte, Vertriebs- und Fulfilment-Netzwerke, Omnichannel-Transformationen, digitale Kundenerfahrung, erneuerbare Energien, emissionsfreie Fahrzeuge und Forstwirtschaft.

«Das letzte Jahr hat uns in vielerlei Hinsicht herausgefordert, aber dank der bemerkenswerten Anstrengungen und des Unternehmertums unserer Mitarbeitenden haben wir ein solides Wachstum erzielt, unsere Unternehmenstransformation fortgesetzt und auf die steigenden Bedürfnisse unserer Kunden zu Hause reagiert. Als Anerkennung für das Engagement und die harte Arbeit unserer Beschäftigten haben wir einen Bonus von insgesamt 110 Millionen Euro für ihren Einsatz während der Pandemie gewährt. Mit unserer starken finanziellen Position und unserer klaren Zielsetzung sind wir zuversichtlich, weiterhin in das langfristige Wohl unserer Kunden, unserer Mitarbeiter, unseres Planeten und unseres Unternehmens zu investieren», sagt Juvencio Maeztu, stellvertretender CEO und CFO der Ingka Group, in der Mitteilung.

Der Ikea-Einzelhandel verzeichnete einen Gesamtumsatz von 37,4 Milliarden Euro, ein Anstieg von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2020: 35,2 Milliarden Euro) und eine Steigerung im Vergleich zu den Umsätzen vor Covid. Das Unternehmen hat seine physischen Kundentreffpunkte weiter ausgebaut, seine digitale Transformation beschleunigt und seine Dienstleistungen zugänglicher und erschwinglicher gemacht. Infolgedessen wuchs der Online-Umsatz im weltweiten Schnitt um 75 Prozent. Der Online-Umsatz belief sich auf 30 Prozent des Gesamtumsatzes (2020: 18 Prozent).

«Wir haben unsere Omnichannel-Transformation bei Ikea beschleunigt. Physische und digitale Kanäle ergänzen sich gegenseitig und ermöglichen es jedem Kunden zu wählen, wo und wann er mit uns in Kontakt treten will. Gleichzeitig setzen wir uns für den Klimaschutz ein, kümmern uns um die Menschen, schaffen ein besseres Leben zu Hause und sichern die Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens. Wir glauben, dass es ein gutes Geschäft ist, ein gutes Unternehmen zu sein. Ein nachhaltiges Unternehmen muss das neue Low-Cost-Geschäftsmodell sein. Unser solides Ergebnis ist eine wichtige Grundlage für ein weiteres herausforderndes Jahr, das vor uns liegt», ergänzt Maeztu.

Die Ingka-Gruppe hat weiterhin Maßnahmen ergriffen, um bis 2030 klimaneutral zu werden. Sie hat sich verpflichtet, zusätzlich 4 Milliarden Euro in Projekte für erneuerbare Energien zu investieren. Dies kommt zu den 2,5 Milliarden Euro hinzu, die in den letzten zehn Jahren investiert wurden, um die Klimabilanz weiter zu verbessern und zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5° Celsius beizutragen.

Ingka Investments unterstützte die Ikea-Agenda für Kreislaufwirtschaft durch eine Investition in RetourMatras, ein niederländisches Unternehmen für Matratzen-Recycling, das nun in der Lage ist, alle in den Niederlanden entsorgten Matratzen zu recyceln. Durch Investitionen in DST, die größte Plattform für den Betrieb von Elektrofahrzeugen in China, sowie in Fluid Truck, eine App-basierte Fahrzeugvermietung in den USA, unterstützte der Investmentarm der Ingka-Gruppe das Ziel, bis 2025 alle Kundenlieferungen und -dienstleistungen mit Elektrofahrzeugen durchzuführen. 2021 investierte Ingka Investments außerdem in Solarparks in Russland und kaufte weitere Waldflächen in Estland und den USA.

Zusätzlich zu den umfangreichen Investitionen der Ingka-Gruppe in neue Läden und Touchpoints, Kundenerfüllung und digitale Transformation wurde Ingka Investments Miteigentümer der Ikano Bank, um das Finanzdienstleistungsangebot zu demokratisieren. Außerdem erweiterte Ingka Investments seine Finanzdienstleistungsaktivitäten durch eine Investition in das Fintech-Unternehmen Jifity.

2021 eröffnete Ingka Centres das «Livat Fuzhou» und das «Livat Changsha», das erste gemischt genutzte Einzelhandels- und Work-Live-Meeting-Center in China. Das Unternehmen expandierte zudem in den USA, Indien und Kanada – mit innerstädtischen Einzelhandelszielen in San Francisco und Toronto sowie einem Grundstück in der indischen Stadt Noida. Insgesamt begrüßten die 47 erlebnisorientierten Einkaufszentren 372 Millionen Besucher. Die Umwandlung der Ingka-Zentren von traditionellen Einkaufszentren in Einzelhandel-orientierte, gemischt genutzte «Treffpunkte» schreitet trotz der wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen durch die Pandemie weiter erfolgreich voran.

Mehr als eine halbe Million Menschen wurden durch den Covid-19-Nothilfefonds «A Place Called Home», die Initiative «Skills for Employment» und Produktspenden unterstützt. Das Unternehmen hat seine Stimme zu Themen wie geschlechtsspezifische Entlohnung und LGBT+-Integration erhoben und gleichzeitig Flüchtlinge mit Qualifikationen für den Arbeitsmarkt unterstützt (Partielle Übersetzung aus dem Englischen: usp – Video: Ingka über Vimeo – Foto: Ikea Deutschland).