Home > Management + Betrieb > Iranische Bäcker zur Weiterbildung in Weinheim

Iranische Bäcker zur Weiterbildung in Weinheim

Berlin. (zv) Mit über 75 Millionen Einwohnern gehört die Islamische Republik Iran zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Erde. Traditionell wird dort sehr viel Brot verzehrt. Fladenbrotsorten wie zum Beispiel Lavash, Sangak, Barbari oder Taftoon dominieren hierbei den Markt, überwiegend gebacken in Haushalten und sehr kleinen Bäckereien. Der Marktanteil von größeren, leistungsfähigen Bäckereien steigt jedoch, auch weil der Staat in Know-how und Infrastruktur der Lebensmittelversorgung investiert. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Iran liegt bei nur 27 Jahren und gerade die in den Städten lebenden, jungen Iraner verlangen zunehmend gelockerte, volumenreiche Brote, wie sie in Mitteleuropa vorwiegend angeboten werden. Diese sind den traditionellen Bäckern dort von Haus aus fremd, woraus ein entsprechender Qualifizierungsbedarf entsteht.

20160727-ZV-ADB-IRAN

Vor zehn Jahren, während der iba 2006, wurden iranische Fachleute in dieser Sache auf das Brotland Deutschland aufmerksam und schon seit 2007 besuchen regelmäßig Gruppen von iranischen Bäckerei-Unternehmern die Bundesakademie des Deutschen Bäckerhandwerks (ADB) in Weinheim, um sich das notwendige Wissen anzueignen. Auf diese Weise wurden im Lauf der Jahre bereits 135 Personen aus dem Iran informiert und geschult, meist Inhaber und Führungskräfte der größten Bäckereien des Landes. Entsprechende Investitionen in geeignete Maschinen und Anlagen werden dann stets auf der iba getätigt, wo auch in den Jahren 2009, 2012 und 2015 größere Gruppen persischer Bäcker begrüßt wurden.

Ende Juli dieses Jahrs kamen erneut 23 Personen aus dem Iran nach Weinheim, denen eine Woche lang die Herstellung typisch deutscher Brotsorten vermittelt wurde. Ergänzt wurde dies um Besichtigungen von Bäckereien. Das Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV), zugleich Vorstand der Bundesakademie, ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu begrüßen, was mit einer Vorstandssitzung vor Ort verbunden wurde. Präsident Michael Wippler betonte hierbei die langjährige, freundschaftliche Verbundenheit und die Bedeutung der Zusammenarbeit: «Dieser Besuch ehrt uns und unterstreicht erneut, wie sehr wir alle uns über die Brotqualität in Deutschland glücklich schätzen dürfen. Das Deutsche Bäckerhandwerk ist dankbar und stolz, mit unserer Fachmesse iba und unserer Bundesakademie als Botschafter der Deutschen Brotkultur auch international zur Verbesserung von Brotversorgung und Brotqualität beitragen zu dürfen» (Foto: ZV).