Freitag, 14. August 2020
Deutsch Englisch

Kekse + Co.: Verbraucherschützer monieren «Luftnummern»

Düsseldorf. (vz) XXL-Packung mit XS-Inhalt: Packungen von Keks- und Knabberwaren enthalten im Schnitt 40 Prozent leeren Raum statt Inhalt. Hersteller von Keks- und Knabberwaren greifen gern zu Übergrößen und voluminösem Schnickschnack, um magerem Inhalt mehr Fülle zu verleihen. Im Cantuccini-Beutel ist fühlbar noch jede Menge Platz, in die Müsliriegel-Schachtel gehen locker noch zwei Riegel rein, im Plastikbecher reichen die Mini-Zwiebäcke gerade bis zum Sichtfenster: Hersteller von Keks- und Knabberwaren greifen gern zu Übergrößen und voluminösem Schnickschnack, um magerem Inhalt mehr Fülle zu verleihen. Keks- und Knabberpackungen enthalten im Schnitt 40 Prozent leeren Raum statt Inhalt – dies stellte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) bei 15 Produkten aus diesem Warensegment in Supermärkten und bei Discountern fest. In Augenschein genommen wurden Packungen mit 75 bis 300 Gramm an Keksen, Kuchen, Knabber-Snacks und Müsli-Riegeln. Jede dritte Packung hatte sogar mindestens zur Hälfte Platz, schreibt die VZ NRW. Grund für die Beanstandung: Nach dem Lebensmittelgesetz ist es nicht erlaubt, Verbraucher mit Hilfe von Mogelpackungen über die tatsächliche Füllmenge hinwegzutäuschen. Eindeutige Regeln zur Orientierung für die Hersteller liefert das Gesetz hierzu allerdings nicht. Die Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AGME) wird hier konkreter. Sie spricht von Täuschung, «wenn der Freiraum in der Packung 30 Prozent oder mehr beträgt». Ausgenommen von dieser Vorgabe sind nur empfindliche Waren, die mit mehr Verpackungsvolumen besser geschützt sind – wie zum Beispiel Pralinen.