Dienstag, 21. Mai 2024
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Kleinod: «Aktion Artenschutz» für bedrohte Worte

Reinbek. (aa) «Pfui allen hässlichen Gewerben, an denen Wort und Wörter sterben», liest der WebBaecker bei der «Aktion Artenschutz», die es sich zur Aufgabe gemacht hat, bedrohte Worte der deutschen Sprache vor dem Aussterben zu bewahren. Beispiel «Bandsalat»: «Heute muss man ja schon erklären, dass das kein vegetarisches Gericht war, sondern ein lästiges Problem durch sich verheddernde Tonbänder, die dann mühsam wieder aufgewickelt werden mussten», sagt Initiator Bodo Mrozek. Bedrohte Worte erkennt man daran, dass sie nur selten im aktiven Sprachgebrauch auftauchen. Es können Modeworte sein, die sich überlebt haben – etwa «dufte» oder «knorke». Oder Worte, die in Vergessenheit geraten, weil die Dinge, die sie bezeichnen, aussterben – siehe «Wählscheibe» oder «Jutebeutel». Weil zudem so schöne Begriffe wie «Kleinod», «Dreikäsehoch» oder «Augenstern» im gängigen Sprachgebrauch kaum noch vorkommen, gab es unlängst den Wettbewerb «Das bedrohte Wort» mit einer hochkarätig besetzten, fachkundigen Jury. Kurzum: «Das bedrohte Wort 2007» ist das «Kleinod», denn: «Das Wort steht für ein auf den ersten Blick unscheinbares Ding, das jedoch einen hohen persönlichen Wert haben kann», sagt Mrozek. «Genauso ist es mit manchen Worten: Man muss erst zwei Mal hinsehen, um ihre Schönheit oder die persönliche Bedeutung zu entdecken». Mehr zur «Aktion Artenschutz» und Mrozeks «Lexikon der bedrohten Worte» gibt es unter
Info: https://www.bedrohte-woerter.de