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Koala-App: Bezahlen direkt am Regal ist cool, oder?

Pinneberg. (eb) Bei Meyer’s Frischemärkte steht Koala für «Kaufen ohne Aufwand und langes Anstehen». Dahinter verbirgt sich eine Smartphone-App, mit der Kunden des Lebensmittelhändlers – zunächst im Feldversuch auf einen einzigen Lebensmittelmarkt in Pinneberg begrenzt – direkt am Regal bezahlen können.

Die App hat Bert Meyer in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von FESforward aus Elmshorn entwickelt. Die innovative Smartphone-App ermöglicht es Kunden, die Artikel mit der Handykamera direkt am Regal einzuscannen. Ist der Einkauf erledigt, ermöglicht Koala die Bezahlung mit dem Smartphone per Lastschrift oder Kreditkarte. Im Anschluss erhalten die Kunden einen Strichcode, mit dem sie den Markt über die sogenannte Fastlane verlassen können. Schlangestehen an der Kasse gehört damit der Vergangenheit an.

Hauptmerkmale im Überblick

  • Einkauf selbst scannen: Das eigene Smartphone wird genutzt um beim Einkauf die Artikel selbst zu scannen.
  • Kostenkontrolle: Wer im Kopfrechnen schwach ist, der freut sich bestimmt über sich automatisch aktualisierende Zwischensummen. So bleibt die Kostenkontrolle erhalten.
  • Automatisches Anrechnen von Rabatten: Vielleicht gibt es sogar Sonderrabatte für App-Nutzer. Davon abgesehen können Rabatte jeglicher Art über die App spielend leicht gehandhabt werden.
  • Online Payment: Fertig mit dem Einkauf? Um dann, wie gepriesen, «einfach, sicher und schnell online mit einem Klick» bezahlen zu können, ist doch ein wenig Vorarbeit nötig.
  • Papierloser Überblick: Der Kassenbon ist mit der Koala-App digital jederzeit nach dem Einkauf in der App wieder abrufbar.
  • Fast, Faster, FastLane: Kein Anstehen und kein Warten an der Kasse. Mit der Koala-App verlassen Kunden den Markt einfach durch eine eigene FastLane.

Abwägung von Nutzen und Kosten

Voraussetzung für die Inbetriebnahme und Bedenken nach DSGVO: Voraussetzung für den flüssigen und sicheren Betrieb der Koala-App inklusive Zubehör ist ein stabiles und ausreichend leistungsfähiges WLAN-Netz des Händlers, in das sich der Kunde mit seinem Smartphone einwählen kann. Vor Nutzung der App sollten Kunden unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) prüfen. Dort ist festgelegt, ob und welche Bewegungsprofile beim Einkauf festgehalten werden, mit welchen Marketingexperten der Händler zusammenarbeitet, ob statistische Daten der Kunden an große Portale wie zum Beispiel Facebook und Google weitergegeben werden – wenn ja, welche und wie weit anonymisiert.

Einfluss des technologischen Wandels auf die Gesellschaft: Je mehr Kunden eine App wie die Koala-App aus dem Landkreis Steinburg nutzen, desto weniger konventionelle Kassen und Kassierer werden Händler benötigen. Eine Smartphone-App wird nicht krank geschrieben und wegen ihr muss auch nicht kurzfristig umdisponiert werden. Andererseits: Die durch konventionelle Kassensysteme verursachten Reparatur- und Unterhaltskosten werden wahrscheinlich nicht geringer, sondern nur verlagert auf die Pflege des neuen Systems und dessen Infrastruktur. Außerdem wird die App, trotz gegenteiliger Beteuerungen, langfristig zur Entfremdung in der Händler-Kunden-Personal- Beziehung beitragen. Konsequent zuende gedacht stehen wir irgendwann vor einer Reihe von Vending-Automaten und klicken uns unsere Einkäufe auf reduzierter Ladenfläche zurecht. Welchen Einfluss hat das wiederum auf Sortimente und vermietbare Ladenflächen?