Donnerstag, 18. Juli 2024
Deutsch Englisch

Konsumgewohnheiten: Schnellkost – Boom ohne Ende

Köln. (ots) Ungeachtet zahlreicher Diskussionen, Berichte und Belehrungen zum Thema gesunde Ernährung sowie zahlreicher TV-Kochshows bleibt der Schnellkost-Boom in Deutschland ungebrochen: 90 Prozent der Bundesbürger besuchen zumindest gelegentlich ein Schnellkost-Restaurant, über 60 Prozent mindestens einmal im Monat und rund ein Viertel der 14- bis 30-Jährigen sogar mindestens einmal die Woche.

Beliebteste Schnellkost-Restaurants der Deutschen sind derzeit vor allem die großen Schnellkost-Ketten wie McDonalds (66 Prozent Nutzer) und Burger King (43 Prozent), aber auch individuelle Imbisse (42 Prozent), gefolgt von Nordsee (36 Prozent), der Ikea-Systemgastronomie (26 Prozent) Subway (19 Prozent) und PizzaHut (13 Prozent). Das durchschnittliche monatliche Ausgabevolumen in Schnellkost-Restaurants liegt bei 22 Euro (inklusive Familie). Top 3 in punkto Kundenzufriedenheit sind Subway, der individuelle Imbiss und Nordsee.

Dies zeigt die Studie «Zwischen Hamburgern und Frankfurtern – Eine Typologie von Schnellkost-Nutzern» des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Psychonomics AG. 1.200 Bundesbürger ab 14 Jahren hat das Unternehmen repräsentativ zu ihrer Einstellung zu Schnellkost, zu Konsumgewohnheiten und bevorzugten Schnellkost-Restaurants sowie zu ihrer Kundenzufriedenheit befragt.

Schneller kalkulierbarer Genuss – zum Teil mit schlechtem Gewissen

Die anhaltende Beliebtheit von Schnellkost-Restaurants speist sich vor allem aus funktionalen Aspekten wie der Schnelligkeit (86 Prozent) und der Kalkulierbarkeit («man weiß, was man bekommt»; 70 Prozent). Den meisten Konsumenten schmeckt Schnellkost aber auch einfach gut (70 Prozent; Jüngere: 82 Prozent). Zwei von drei Deutschen sind zudem überzeugt, dass die Qualität des Schnellkost-Essens nicht schlechter ist als in der Gastronomie insgesamt. Vornehmlich wegen ihrer Kinder besucht etwa ein Viertel der Bundesbürger Schnellkost-Restaurants.

Gänzlich unbeeinflusst von den öffentlichen Kampagnen für gesunde Ernährung und «Slowfood» zeigen sich die «Schnellesser» allerdings nicht: Jeden vierten Konsumenten plagt nach dem Schnellkost-Genuss häufig ein schlechtes Gewissen – besonders viele der 14- bis 30-Jährigen (42 Prozent), die am meisten Schnellkost konsumieren.

Sechs verschiedene Typen von Schnellkost-Konsumenten

So verwurzelt Schnellkost im Ernährungsalltag der meisten Deutschen ist, so verschieden sind die individuellen Motive und Gewohnheiten der Konsumenten. «Aus psychologischer Sicht lassen sich insgesamt sechs verschiedene Schnellkost-Konsumenten-Typen in der Bevölkerung ausmachen», sagt Studienleiterin Christina Kranendonk von der der Psychonomics AG.

  • «Hemmungslose Fans» (12 Prozent) essen Schnellkost für ihr Leben gern und konsumieren dieses häufig und unbekümmert, am liebsten in großen Schnellkost-Ketten.
  • «Traditionelle Gewohnheitsnutzer» (17 Prozent) sind der Schnellkost bereits seit Kindertagen treu und gehen heute aufgrund der ungezwungenen Atmosphäre gerne mit ihren eigenen Kindern in Schnellkost-Restaurants. Sie plagt beim Schnellkost-Konsum aber oft ein schlechtes Gewissen.
  • «Kontrollierte Genießer» (24 Prozent) greifen ebenfalls gerne zu Schnellkost, tun dies aber bewusst und kontrolliert. In dem sie versuchen, sich auch im Schnellkost-Restaurant möglichst gesund zu ernähren, haben sie ihr schlechtes Gewissen abgelegt und stehen zu ihrer Vorliebe.
  • «Hungrige Streuner» (18 Prozent) essen Schnellkost spontan, wenn sie gerade Hunger verspüren und ihnen ein Besuch im Schnellkost-Restaurant als schnellste Möglichkeit erscheint, diesen zu stillen. Besonders gut schmecken tut es ihnen dort aber nicht.
  • «Schlichte Pragmatiker» (18 Prozent) mögen es beim Essen grundsätzlich einfach und schnell. Sie schätzen daher die verlässlichen Standards großer Schnellkost-Ketten, die sie vor unliebsamen Überraschungen schützen.
  • «Gutmütige Versorger» (12 Prozent) besuchen Schnellkost-Restaurants hauptsächlich wegen ihrer Kinder, obwohl ihnen Schnellkost selbst nicht schmeckt und sie Schnellrestaurants nicht wirklich mögen.

Info: Die komplette rund 140-seitige Studie «Zwischen Hamburgern und Frankfurtern – Eine Typologie von Schnellkost-Nutzern» ist bei der Psychonomics AG in DE-50937 Köln erhältlich.