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Kronenbrot: Sanierung schreitet voran

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Aachen / Würselen. (kkg) Der klare Sanierungskurs der Kronenbrot KG Franz Mainz mit Sitz in Würselen wird Schritt für Schritt konsequent umgesetzt. In dieser Woche hat das zuständige Amtsgericht Aachen das Verfahren eröffnet und Dr. Mark Boddenberg zum Insolvenzverwalter bestellt, der zuvor als vorläufiger Sachwalter für das Unternehmen zuständig war (siehe «Kronenbrot strebt Sanierung in Eigenverwaltung an» vom 06. Mai). Rechtsanwalt Dr. Boddenberg von der Kanzlei Dr. Ringstmeier & Kollegen wird nun gemeinsam mit dem Geschäftsführer Lothar Mainz das Unternehmen fortführen und die weiteren Sanierungsmaßnahmen umsetzen. Ziel ist es, einen Investor zu finden, der Kronenbrot im Zuge einer übertragenden Sanierung übernimmt.

Reges Interesse von Investoren

Insolvenzverwalter Dr. Boddenberg ist zuversichtlich, das Traditionsunternehmen an einen Investor veräußern zu können. Bislang haben zahlreiche Finanzinvestoren, aber auch strategische Investoren ihr Interesse bekundet. Etliche Interessenten haben bereits ein erstes indikatives Angebot abgegeben und erhalten nun Einblick in den eingerichteten Datenraum zwecks Durchführung einer Due Dilligence. «Ich freue mich über das rege Interesse. Wir suchen nun mit Ruhe und Augenmaß einen neuen Investor, der die Zukunft des Unternehmens nachhaltig sichern wird. Neben wirtschaftlichen Faktoren achten wir dabei vor allem auf das Fortführungskonzept des Übernahmebewerbers», sagt Dr. Boddenberg.

Backöfen voll ausgelastet

Parallel zum Bieterverfahren freuen sich Insolvenzverwalter und Geschäftsleitung, dass der Geschäftsbetrieb an allen drei Produktionsstätten von Kronenbrot unverändert weiter läuft. Die Auftragslage ist sehr stabil, die Backöfen sind voll ausgelastet und es hat trotz des Insolvenzantrags Ende April keine ungeplanten Umsatzeinbrüche gegeben. Zudem ist inzwischen das Stollengeschäft angelaufen, welches ein weiteres Standbein für das Geschäftsmodell von Kronenbrot darstellt. Die Liquidität und Vorfinanzierung des kostenintensiven Stollengeschäfts ist gesichert. «Wir freuen uns, dass unsere langjährigen Kunden, wie etwa die großen Einzelhandelsunternehmen sowie unsere Lieferanten in dieser schwierigen Zeit zu uns halten und die Zusammenarbeit mit uns fortsetzen. Und wir schätzen es sehr, dass die Verbraucher uns die Treue halten und unserer hohen Qualität im Backhandwerk vertrauen. Das ist die wichtigste Säule unseres Geschäftsmodells», sagt Lothar Mainz, Geschäftsführer von Kronenbrot.

Personalmaßnahmen derzeit nicht geplant

Die Chancen für eine Sanierung und einen Verkauf an einen Investor stehen gut, denn Kronenbrot hat ein gutes Geschäftsmodell, hervorragende Geschäfts- und Kundenkontakte sowie qualitativ hochwertige Backwaren, für die auch der Bedarf vorhanden ist. Auch die rund 1.200 Arbeitsplätze stehen derzeit nicht in Frage. Seit dem Insolvenzantrag hat es keine Kündigungen gegeben und es ist aktuell auch kein Stellenabbau geplant. «Wir brauchen unsere motivierten Mitarbeiter, denn die Auftragsbücher sind voll. Mit ihrem hohen Engagement leisten sie einen wesentlichen Beitrag für die Sanierung von Kronenbrot», sagt Insolvenzverwalter Dr. Boddenberg. Nach der Eröffnung des Verfahrens werden die Löhne und Gehälter wieder aus dem operativen Geschäft von Kronenbrot erwirtschaftet.

Zukunftsfähigkeit durch Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen

Das Traditionsunternehmen war durch erhebliche Preissteigerungen bei den Rohstoffen, wie etwa bei Mehl, sowie aufgrund eines hohen Margen- und Wettbewerbsdrucks in die roten Zahlen gerutscht. Trotz jahrelanger stabiler Absatzzahlen führte die geringe Profitabilität in die Verlustzone und Anfang Mai 2016 schließlich zum Insolvenzantrag. Die bereits vor längerer Zeit eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen machen sich zeitversetzt positiv bemerkbar. So führen Einsparungen bei der Logistik, Neuverhandlungen beim Einkauf, die Bereinigung des Produktangebots sowie Anpassungen und Optimierungen etwa im IT-Bereich zunehmend zu einem besseren Ergebnis. «Das Ziel», sagt Dr. Boddenberg, «ist die Fortführung und der Erhalt der Arbeitsplätze. Diese Zukunftsperspektive wollen wir durch einen neuen Investor zusätzlich sichern, den wir vielleicht noch vor Jahresende finden werden» (Foto: pixabay.com).