Dienstag, 26. Oktober 2021
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LEH stellt sich erneut deutlich gegen Gentechnik-Deregulierungspläne

Berlin. (vlog) Weitere große europäische Einzelhandelsunternehmen haben sich einer gemeinsamen Resolution gegen die Deregulierungspläne der EU-Kommission angeschlossen, nach denen viele neue Gentechnik-Produkte künftig nicht mehr als Gentechnik erkennbar wären. Der künftigen Bundesregierung kommt eine entscheidende Rolle dabei zu, die Interessen von Verbraucherinnen und Verbrauchern und «Ohne Gentechnik»- und Bio-Wirtschaft in Brüssel zu verteidigen.

Ende September 2021 hat die EU-Kommission ihre schon im April vorgestellten Gentechnik-Deregulierungspläne weiter konkretisiert. Für einen Großteil der Produkte neuer Gentechnik will die Kommission Risikobewertung und Kennzeichnung als Gentechnik abschaffen. Dagegen stellt sich ein breites Bündnis europäischer Lebensmittelhandelsunternehmen von Aldi, Lidl und Penny über Rewe und tegut bis Alnatura, Globus und Denn’s Biomarkt und vielen weiteren.

ENGA: Starkes Zeichen der Unternehmen gegen Gentechnik-Deregulierung

«Die jetzt noch breiter getragene Resolution ist ein starkes Zeichen gegen Gentechnik-Deregulierung. Die Unternehmen wissen, was ihre Kundinnen und Kunden wollen und sprechen in deren Namen. Die EU-Kommission muss diese gewichtige Stimme aus Wirtschafts- und Verbrauchersicht ernst nehmen. Sollte die Deregulierung durchkommen, sind Transparenz und Wahlfreiheit ernsthaft in Frage gestellt», sagt Heike Moldenhauer, Generalsekretärin des europäischen «Ohne Gentechnik»-Dachverbandes European Non-GMO Industry Association (ENGA), die die «Retailers’ Resolution against Deregulating new GMOs» organisiert hat.

VLOG: Signal aus der Wirtschaft auch an die mögliche künftige Bundesregierung

«Lebensmittel-Qualitätssiegel wie ‚Ohne GenTechnik‘ sind voll im Trend, das zeigt die laufende Anuga einmal mehr. Auch künftig muss klar erkennbar sein, wo Gentechnik drin ist und wo nicht. Ich freue mich, dass die Handelsunternehmen das so deutlich und geschlossen vertreten», sagt Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) auf der Lebensmittelmesse Anuga in Köln. «Die Resolution ist auch ein Signal an die Sondierungsteams und die künftige Bundesregierung, die Brüsseler Gentechnik-Deregulierungspläne zu stoppen. Und zwar ganz klar auch im Interesse eines starken Wirtschaftssektors und aller Verbraucherinnen und Verbraucher.»

Noch bis zum 22. Oktober können Einzelpersonen, Institutionen, Verbände und Unternehmen die Pläne der EU-Kommission online kommentieren. Über eine ganze Reihe von NGOs gibt eine vereinfachte Möglichkeit, sich ohne Registrierung daran zu beteiligen.