Mittwoch, 2. Dezember 2020
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20180302-LILA-BAECKER

Lila Bäcker: 220 Mitarbeitende müssen gehen

Pasewalk. (eb) Allen Versicherungen zum Trotz stehen plötzlich Massenentlassungen im Raum. Dabei war bislang seitens der Unser Heimatbäcker Gruppe und des Mehrheitseigners Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) immer von Personalmangel die Rede und dass man auf Wissen und Erfahrung der hochgeschätzten Beschäftigten nicht verzichten kann. Kurz vor Ostern nun überschlagen sich die Ereignisse und eine Stellungnahme des Lila Bäckers oder der DBAG liegt noch nicht vor.

Nach dem, was on Line derzeit kursiert, sind von der Restrukturierung die Standorte Gägelow, Pasewalk und Dahlewitz betroffen. Wobei der Standort Gägelow im Landkreis Nordwestmecklenburg wahrscheinlich zum Juni komplett aufgegeben wird, was 130 Beschäftigten den Arbeitsplatz kostet. Am Hauptsitz des Lila Bäckers in Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) soll dem Vernehmen nach die Konditorei geschlossen werden, womit rund 50 Mitarbeitende ihre Arbeit verlieren. In Dahlewitz (Teltow-Fläming) will die Gruppe die Kuchenproduktion einstellen und komplett nach Neubrandenburg verlagern. Dadurch fallen in Brandenburg 40 Arbeitsplätze weg.

Aus unternehmerischer Sicht ist es unumgänglich, die Strukturen zu straffen, um die Gruppe wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Steigende Kosten, zu denen auch das Thema Mindestlohn zählt, lassen nichts anderes zu. Insgesamt zählt die Unser Heimatbäcker Gruppe (noch) um die 2.700 Beschäftigte, 400 Filialen und zahlreiche Großkunden. Den langjährigen Geschäftsführern Gerd Hundt und Dieter Möller fehlte eventuell der Mut, die zuletzt dümpelnde Gruppe analog zu den bekannten Entwicklungen in der Bäckerbranche anzupassen. Die DBAG als Mehrheitseignerin hingegen hat den sprichwörtlichen «Schuss» durchaus gehört und Anfang Februar den Sanierer Stefan Blaschak ins Haus geholt.

Die Beteiligten und besonders die 220 Fachkräfte, deren Arbeitsplätze wegfallen, werden aktuell noch unter Schock stehen. Die Gewerkschaft NGG Region Mecklenburg-Vorpommern wird die Betroffenen sicher mit Rat und Tat unterstützen. Andererseits muss man die knapp 2.500 Arbeitsplätze sehen, die erhalten bleiben sollen. Denn wenn es «das» jetzt war, dann ist der Lila Bäcker mit einem blauen Auge davongekommen. Es gibt viele andere Betriebe im Land, die hatten so viel Glück nicht (Foto: pixabay.com).

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