Sonntag, 23. Januar 2022
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»love4bread l4b«: Einmal Brötchen, immer Brötchen

Wien / AT. (eb) Was macht Peter Ostendorf? Sie erinnern sich: Im dritten Quartal 2015 verkaufte der ehemalige geschäftsführende Vorstand der Großbäckerei Ankerbrot seine Geschäftsanteile an die Austro Holding und zog sich aus dem Unternehmen zurück. Dann war von Ostendorf zunächst wenig zu hören und zu lesen, was auch daran gelegen hat, dass mit der Größenordnung der Transaktion meist ein mehrjähriges Wettbewerbsverbot einhergeht. Beim ehemaligen Großbäcker soll das Verbot vier Jahre betragen haben, weiß der österreichische «Kurier». Der hat jetzt den Unternehmer im 9. Wiener Bezirk aufgestöbert in einer Einzelbäckerei, wie sie im deutschsprachigen Europa heute im Trend liegt. Bei «mel+koffie» stehe Ostendorf sogar selbst hinter der Theke und in der Backstube, vergisst der «Kurier» nicht zu erwähnen.

Kann ein Großbäcker Kleinbäckerei? Oder strickt er nur an einer Geschichte, um Größeres zu erreichen? Die Antwort liefert die Boulevardzeitung gleich in der Überschrift: «Ex-Anker-Chef will mit neuer Bäckerei-Kette expandieren». Genau genommen mit einer Franchisekette. Das sagt zwar weder der «Kurier» noch der Unternehmer genau. Doch wenn Ostendorf schon Wert legt auf die Feststellung, dass Franchisenehmer keine Bäcker sein müssen, ergibt sich eine Vorstellung über das Geschäftsmodell wie von selbst.

Ein Blick ins Impressum bestätigt die Annahme: «mel+koffie» ist keine von Herzblut getriebene Einzelbäckerei im 9. Wiener Bezirk, sondern eine Marke der love4bread l4b GmbH. Die gewerberechtliche Geschäftsführung liegt bei Peter Ostendorf. Zwei Berechtigungen liegen laut WKÖ vor: erstens der Betrieb einer Handwerksbäckerei in der Landesinnung Wien, zweitens das Gastgewerbe in der Betriebsart eines Kaffeerestaurants, zugehörend zur Kaffeehäuser-Fachgruppe Wien.

Während Ostendorf also über den «Kurier» die mel+koffie-Geschichte ausgehend von der Backstube in der Alser Straße spinnt, kennt die WKÖ noch zwei weitere Standorte – den Verwaltungssitz der love4bread l4b GmbH an der Ungarstraße – auch als Kaffeerestaurant ausgewiesen – sowie einen allein als Kaffeerestaurant benannten Standort an der Taborstraße. Vor Ort in Wien wird man am besten wissen, wie die Angaben zu bewerten sind. Sorgfältig geplant könnte auf Österreich jedenfalls tatsächlich eine neue Bäckereikette zukommen. Wir erinnern uns gehört zu haben, dass Peter Ostendorf der einzige aus der ehemaligen Großbäcker-Dynastie sei, der tatsächlich Mehl im Blut habe. Na denn viel Glück (Foto: pixabay).