Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Mangelernährung: Haben Altenheime kein Geld fürs Essen?

Bonn. (dge) Knapp zwei Drittel der Bewohner/innen in stationären Einrichtungen der Altenpflege sind von Mangelernährung betroffen oder gar gefährdet. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). An der DGE-Untersuchung nahmen 773 Senioren aus zehn Altenpflegeheimen teil. Mehr als die Hälfte der Männer und 42 Prozent der Frauen erreichten nicht den Richtwert für die tägliche Energiezufuhr. Trotz hohen Verzehrs von Milch und Milchprodukten lag die Kalziumzufuhr bei 82 Prozent der Senioren und 91 Prozent der Seniorinnen unter der empfohlenen Menge. Mit 86 Gramm je Tag (Männer) und 78 Gramm je Tag (Frauen) nahmen die Studienteilnehmer viel zu wenig Gemüse zu sich. Die empfohlene Menge von 400 Gramm je Tag wurde in keiner der Einrichtungen auch nur annähernd erreicht, heißt es seitens der DGE. Zudem aßen die Heimbewohner zu wenig Obst. Die aufgenommenen Folsäure- und Vitamin-C-Mengen lagen ungefähr 50 Prozent unter den Referenzwerten, die empfohlene Vitamin-D-Zufuhr wurde von 90 Prozent der Heimbewohner nicht erreicht. Die Senioren selbst bevorzugten süße Lebensmittel wie Kuchen, Backwaren und süße Milchprodukte. Die DGE hält die Ernährungs- und Gesundheitssituation von Senioren und Seniorinnen in Altenpflegeeinrichtungen für dringend verbesserungswürdig.

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