Mittwoch, 3. März 2021
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20160430-MANNER

Manner AG: schließt 2015 mit 8,8% Umsatzplus ab

Wien / AT. (mag) Im Geschäftsjahr 2015 konnte die Josef Manner + Comp. AG den Umsatz mit 191,9 Millionen Euro gegenüber 2014 um 8,8 Prozent steigern. Die Exportquote betrug 59,4 Prozent, die Eigenkapitalquote 33,2 Prozent. Die Manner AG erreichte ein EBT von 3,6 Millionen Euro. Das Geschäftsjahr 2015 war auch Jubiläumsjahr. Unter dem Motto «125 Jahre Manner» feierte das Unternehmen mit einer Vielzahl von Aktivitäten das Ereignis. Andererseits ein Katastrophenjahr, denn ein Teilgebäudeeinsturz brachte erhebliche Effizienzdefizite in der Produktion mit sich.

Umsathentwicklung

Trotz Folgewirkungen des Teilgebäudeeinsturzes zu Beginn des Wirtschaftsjahres, konnten mit TEUR 191.944 (Vorjahr TEUR 176.435) respektive plus 8,8 Prozent die Umsatzrückgänge der Vorperiode mehr als kompensiert werden. Vorrangig beigetragen zu dieser Entwicklung haben Steigerungen der Umsätze in den Nachbarländern Deutschland, Tschechien und Slowakei. Der arabische Raum stellt sich – nicht zuletzt durch die sowohl politisch, als auch wirtschaftlich angespannte Lage – als schwieriger Markt dar. Napoli konnte dank starker Zuwächse in Deutschland die stärkste Umsatzsteigerung verzeichnen. Die Exportquote konnte von letztjährigen 56,2 Prozent im Jahr 2015 auf 59,4 Prozent gesteigert werden.

Ertragslage

Im Jahr 2015 konnte sowohl eine Verbesserung des EBT mit TEUR 3.649 (Vorjahr: TEUR 1.128) als auch eine Steigerung des Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) auf TEUR 4.093 (Vorjahr: TEUR 1.434) erzielt werden.

Dieses Ergebnis ist ganz erheblich von Verzerrungen, sowohl bei den Aufwendungen als auch bei den Erträgen, geprägt. Neben den außergewöhnlichen Aufwendungen für den Umbau des Standorts Wien kamen noch Folgekosten im Rahmen des Teilgebäudeeinsturzes zu tragen. Ein Teil des Schadens konnte durch Versicherungsleistungen kompensiert werden, die sich als sonstige betriebliche Erträge wiederfinden.

Der Anstieg der Betriebsleistung (plus 19,2 Prozent) hat seine Begründung im gesteigerten Umsatz, in der Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge und dem 2015 erfolgten Aufbau der Lagerbestände. Letzteres ergab sich aus den Tiefstständen zu Beginn des Wirtschaftsjahrs in Folge des Teilgebäudeeinsturzes und den Anforderungen in der Abwicklung des Standortprojekts. Auf Grund des überproportionalen Anstiegs des Umsatzes konnte die Lagerumschlagshäufigkeit verglichen zu 2014 leicht gesteigert werden. Bei Kakao und insbesondere bei Haselnussprodukten war man 2015 mit erheblichen Preissteigerungen konfrontiert. Auch wenn bei einzelnen Rohstoffen Preisreduktionen dagegen wirkten, kann man 2015 gesamt betrachtet als Periode mit zweifellos hohem Preisniveau bezeichnen. Der Anteil der Rohstoffkosten in Prozent zur Betriebsleistung ergibt somit 38,9 Prozent (Vorjahr: 33,1 Prozent).

Aus den Gegebenheiten des Teilgebäudeeinsturzes war es notwendig, sowohl beim Standortprojekt als auch im normalen Produktionsbetrieb Kompromisse einzugehen. Es wurden Interimslösungen zur Sicherstellung der Versorgung installiert, die eine gewohnte Produktionseffizienz nicht zuließen. Nach wie vor wird teilweise mit entsprechenden Mehrkosten produziert. Absolut ist eine Steigerung des Personalaufwands gegeben, die in der vorliegenden Sondersituation und dem Umsatzzuwachs ihre Begründung haben. Insgesamt hat man es geschafft, den Personalaufwand in Relation zur Betriebsleistung nur unterproportional zu steigern. Dem temporären Mehrbedarf hinsichtlich Personalressourcen infolge des Umbaus und der Interimslösungen begegnete man damit, dass insbesondere der Leihpersonalstand quantitativ flexibel eingesetzt wurde.

Die Stärkung der Unternehmensmarken durch Werbung und Verkaufsförderungen wird als langfristiges, strategisches Investment erachtet. Situativ der Gesamtentwicklung Rechnung tragend, wurden entsprechende Schwerpunkte gesetzt. Im Vergleich zum Jahr 2014 wurden, bedingt durch eine differenzierte Schwerpunktsetzung, TEUR 607 weniger aufgewendet.

Mit der konstatierten Steigerung der Bankverbindlichkeiten zur Finanzierung der umfassenden Bautätigkeiten ist es unausweichlich, steigende Zinsaufwände im Periodenvergleich leisten zu müssen. Ein nach wie vor niedriges Zinsniveau wirkt sich vorteilhaft aus.

Finanzlage

Zur Wahrung der Lieferfähigkeit war es 2015 notwendig, die nach dem Produktionsstillstand in Folge des Teilgebäudeeinsturzes ausverkauften Läger wieder aufzubauen. Unter anderem aus dem wie geplant fortgesetzten Standortprojekt wurden Investitionen in Höhe von TEUR 25.429 getätigt. Unmittelbare Folgeerscheinung ist, dass der «Free» Cash Flow (die Summe aus Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit, nach Schema «KFS/BW II») mit TEUR minus 20.893 negativ ist, und um TEUR 10.221 im Vergleich zum Vorjahr reduziert wurde. Die getätigten Investitionen wurden wie geplant durch eine Erhöhung der Bankverbindlichkeiten finanziert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden demnach von letztjährigen TEUR 22.802 auf TEUR 42.808 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht.

Durch diese konstatierten Maßnahmen stieg auch die Nettoverschuldung (Net Debt), der Saldo der Bankschulden und flüssigen Mittel von TEUR 19.237 zum 31.12.2014 auf TEUR 40.660 zum aktuellen Bilanzstichtag. Dementsprechend hat sich auch der Nettoverschuldungsgrad (Gearing), das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital gemäß Paragraf 23 URG, vor der Auszahlung von Dividenden von letztjährigen 44,3 Prozent auf aktuelle 88,7 Prozent erhöht.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Nach einer Phase der Konsolidierung, in der getätigte Investitionen auf Effizienzsteigerungsmaßnahmen, Sicherheitsaspekte und Innovationsbestrebungen beschränkt waren, startete mit 2013 die operative Umsetzung des Standortprojekts als gänzliche Neuausrichtung nach modernsten Ansprüchen am Standort Wien. Als Resultat aus laufenden Abschreibungen und bereits zuvor genannten Investitionen ergibt sich 2015 eine Steigerung des Sachanlagevermögens um TEUR 17.710. Die Erhöhung des Umlaufvermögens um TEUR 5.588 (plus 9,8 Prozent) ist sowohl auf Steigerung der Vorräte als auch die der Forderungen zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote (gemäß Paragraf 23 URG) hat sich von 37,8 Prozent (2014) auf 33,2 Prozent (vor Auszahlung von Dividenden) als Folgeerscheinung der getätigten Investitionen gesenkt. Eine Eigenkapitalquote von über 40 Prozent ist weiterhin Bestandteil der Unternehmensplanung und des Risikomanagements der Manner AG, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten und wirtschaftlich schwierige Jahre unbeschadet überbrücken zu können. In der gegenwärtigen Phase des Standortprojekts wird – temporär und gezielt vorbereitet – aus den genannten Gründen von dieser Zielmarke abgewichen (Foto: Manner AG).