Dienstag, 4. Oktober 2022
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Marciniak: Covid-19 macht Sanierungsprozess zunichte

Stade. (bbors) Die insolvente Bäckerei Rainer Marciniak Frischebäcker GmbH hat den Geschäftsbetrieb zum 01. Juni 2020 eingestellt. Durch den Geschäftsführer Raul Marciniak wurde für die Bäckerei im letzten Jahr Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Stade gestellt. Der Antrag wurde mit der Zielsetzung gestellt, das in der Krise befindliche Unternehmen zu restrukturieren und langfristig zu sanieren. Unterstützt wurde Marciniak durch die Kanzlei BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte.

Ein gemeinsam unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Pandemie erarbeitetes und umgesetztes Sanierungskonzept hatte eine umfassende Neuorganisation des Filialbestandes zum Gegenstand einhergehend mit einer Umstrukturierung der Produktionsabläufe und Anpassung des Personalbestands an die wirtschaftlichen Notwendigkeiten. «Dieses Sanierungskonzept sollte den langfristigen Fortbestand der Bäckerei sicherstellen», sagt der Geschäftsführer Raul Marciniak.

Die generelle Zuversicht der Geschäftsführung und der Belegschaft, dass es dem Unternehmen auf Basis des mit dem durch das Amtsgericht Stade eingesetzten Sachwalter, dem Bremer Rechtsanwalt Dr. Malte Köster von der Rechtsanwaltskanzlei WillmerKöster, als auch den im Gläubigerausschuss organisierten Gläubigern abgestimmten Sanierungskonzeptes gelingt, für die Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, ist durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu Nichte gemacht worden. «Die durch die notwendige Schließung der Verkaufsfilialen mit hohem Umsatzanteil im gastronomischen Bereich erlittenen massiven Umsatzeinbußen sind durch eine im Sanierungsprozess befindliche Bäckerei wirtschaftlich nicht zu kompensieren. Staatliche Finanzierungshilfen aufgrund der Corona-Pandemie stehen Unternehmen während eines laufenden Insolvenzverfahrens nicht zur Verfügung», erläutert Rechtsanwalt Alexander Vey.

Nachdem der Beschluss zur Betriebsschließung gefasst wurde, ist es mit der Unterstützung von Raul Marciniak gelungen, für eine Vielzahl der Verkaufsfilialen Lösungen zu finden. Diese werden von regional ansässigen Bäckereien übernommen und fortgeführt. Für einen großen Teil der überwiegend langjährigen Mitarbeiter der Bäckerei Marciniak konnten neue Beschäftigungsverhältnisse bei den das Filialnetz übernehmenden Bäckereien gefunden werden.

Vorgeschichte: Von der Eigenverwaltung bis zur Aufgabe

Den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung hatte die Rainer Marciniak Frischebäcker GmbH ursprünglich am 12. April 2019 gestellt vor dem Amtsgericht Stade (AZ:73.IN.36/19). Zu dieser Zeit zählte das Unternehmen knapp 120 Mitarbeitende und bewirtschaftete 16 Filialen und mehrere Cafés im Stadtgebiet von Stade sowie dem nahegelegenen Umland. Auch viele Wiederverkäufer setzten auf den Bäckereibetrieb. Die Chancen, wieder auf die Füße zu kommen, standen vor der Pandemie gut.

Am 01. Juni 2019 informierte die eingangs genannte Kanzlei darüber, dass der Sanierungskurs fortgesetzt wird. Das zuständige Amtsgericht in Stade hatte plangemäß am 01. Juni 2019 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Rainer Marciniak Frischebäcker GmbH eröffnet. Antragsgemäß hatte das Gericht gleichzeitig die Eigenverwaltung aufrechterhalten und Rechtsanwalt Dr. Malte Köster als Sachwalter eingesetzt. Damit verblieb die Leitung des Unternehmens in den Händen der Geschäftsführung. Unterstützt wurde die Geschäftsführung der Bäckerei durch die Rechtsanwälte Thore Voß, Dr. Frank Kreuznacht und Alexander Vey von der Kanzlei BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte.

Ein Jahr später sieht die Welt nun ganz anders aus und ist das Geschäftsleben angesichts Covid-19 mit nicht alltäglichen Herausforderungen konfrontiert. Die Bäckerei Rainer Marciniak Frischebäcker GmbH kann unter den aktuellen Umständen nicht die benötigte Widerstandskraft aufbringen, um in der gegenwärtigen Situation zu bestehen. Sie hat den Geschäftsbetrieb zum 01. Juni 2020 eingestellt (Foto: pixabay.com).

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