Donnerstag, 18. Juli 2024
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Mestemacher: Gruppenumsatz steigt um 1,4 Prozent

Gütersloh. (mm) Die Mestemacher GmbH hat im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent erzielt. den Gruppenumsatz beziffert das Unternehmen auf 158,3 Millionen Euro (2016: 156,1). Der Gesamtmarkt für Schnittbrote ist – basierend auf Erhebungen der Nielsen Company Germany – gegenüber 2016 um 4,5 Prozent Umsatz und 5,0 Prozent Absatz zurückgegangen. Im Vergleich dazu konnte die Familiengesellschaft mit den Eigentümern Albert und Prof. Dr. Ulrike Detmers sowie Fritz und Helma Detmers immerhin noch eine Steigerung von 1,4 Prozent erzielen. Die Anzahl der Beschäftigten ist um zwei Prozent von 545 (2016) auf 558 Frauen und Männer gewachsen.

Auf einen Blick

  • 158,3 Millionen Euro Gesamtumsätze 2017 mit Westfälischem Pumpernickel, Roggenvollkornbrot und Plattenkuchen (Gruppenumsatz)
  • 71 Prozent Inlands- und 29 Prozent Auslandsumsätze (mit Benus Spólka)
  • Fünf Millionen Euro für Sachinvestitionen
  • Anzahl der Mitarbeitenden steigt gegenüber 2016 um zwei Prozent auf 558
  • Drohende Roggenknappheit durch Verluste der Anbaufläche und Klimawandel
  • Versorgungsknappheit Bio Roggen – auch wegen stagnierender Anbaufläche

Rund 71 Prozent des Umsatzes mit Roggenvollkornbroten und geografisch geschütztem Westfälischen Pumpernickel wird in Deutschland erwirtschaftet. Der Exportanteil bei Broten, die in den deutschen Gesellschaften produziert wurden, liegt weiterhin bei 24 Prozent der Gesamtumsätze. Zählt man zu den Auslandsumsätzen auch die Umsätze der Tochterfirma Benus in Polen, so betragen die gesamten Auslandsumsätze 29 Prozent. Damit liegt der Auslandsumsatz weit über de durchschnittlichen Exportquote für Brot und Backwaren in Höhe von 8,3 Prozent im Jahr 2015.

Kennzahlen im Überblick

Umsatz und Investitionen in Millionen EUR   2015 2016 2017 2018
Umsatz der Gruppe   151,0 156.1 158.3 157.0
Investitionen der Gruppe   9,8 6.1 5.0 4.2
Exportanteil (ohne Benus Spólka)   24 % 24 % 24 % n.n. %
Mitarbeiter der Gruppe   540 MA 545 MA 558 MA n.n. MA

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Im Wirtschaftsjahr 2017 sind fünf Millionen Euro in Sachinvestitionen geflossen. Das Geld steckt unter anderem im Neubau eines Mühlengebäudes zur Brotroggenvermahlung bei der Aerzener Brot und Kuchen GmbH. Mit der Investition in die Mühlentechnik sollen wirtschaftliche und qualitative Optimierungen erreicht werden.

Weitere Sachinvestitionen wurden in Technik zur Steigerung der Energieeffizienz, in die Rationalisierung zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und in Ersatzinvestitionen zur kontinuierlichen Optimierung der Qualitäten gesteckt.

Die Sachinvestitionsausgaben für 2018 betragen 4,2 Millionen Euro. Unter anderem hat das Familienunternehmen den Kaufprozess in Gang gesetzt, an dessen Ende der Gewerbeflächenkauf «Gewerbegebiet Hüttenbrink» Gütersloh erreicht werden soll. Mit 20.000 Quadratmeter Gesamtzahl Gewerbeflächenkauf an der A2 Auffahrt Gütersloh sichert sich Mestemacher nach erfolgreichem Kaufabschluss den Neubau eines Logistikzentrums.

Als Wachstumsrisiko gilt bei Mestemacher der seit Jahren nachweisbare Rückgang der Anbaufläche. Gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden (Destatis) hat sich im Jahr 2017 die Anbaufläche für Roggen um weitere 5,6 Prozent oder 32.000 Hektar verringert und zwar auf nur noch 538.400 Hektar. Noch dramatischer war im vergangenen Jahr die Höhe der Roggenernte, die sich witterungsbedingt um über 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr verringert hat. In den letzten zwei Jahren lag der gesamte Minderertrag sogar bei 22 Prozent. Mestemacher befürchtet zukünftige Versorgungsengpässe und Preissprünge für Brotroggen. Die Preise für Brotroggen haben sich 2017 um 17 Prozent höht. Bio-Roggen ist vergleichsweise sehr knapp und hat sich 2017 im Durchschnitt in der Bilanz der Einkaufspreise bei Mestemacher um 40 Prozent verteuert. Rationalisierungen in der Produktion und der harte Wettbewerbsdruck sorgten 2017 dafür, dass die Brotpreise bei Mestemacher stabil blieben. Die Anbaufläche für Bio-Roggen stagniert seit Jahren. Mestemacher benötigt per Anno über 13.000 Tonnen konventionellen und rund 8.700 Tonnen Bio-Roggen.

Kurzberichte über die Tochtergesellschaften

Aerzener Brot und Kuchen GmbH: Die seit 2002 durch Unternehmenskauf zur Mestemacher-Gruppe gehörende Aerzener Brot und Kuchen GmbH ist spezialisiert auf die Herstellung von Kuchenschnitten, die tiefgekühlt an den deutschen LEH und Großverbraucher ausgeliefert werden, sowie auf die Produktion von Vollkornbrotspezialitäten.

Sachinvestitionen in Aerzen sollen dazu beitragen, Qualitäten zu produzieren, die im harten Wettbewerb mithalten können und die durch Rationalisierungseffekte Preissteigerungen im Rohstoffbereich abfedern helfen. 2017 sind Rohstoffkosten für die TK-Kuchenproduktion gestiegen für Butter, Sahne, Kirschen und Eier. 2018 deutet sich zumindest bei den Butter- und Sahnepreisen Entspannung an. Eierpreise werden aber wegen der Nachwirkungen des Fipronil-Skandals knapp im Angebot und hoch im Preis sein. 2017 konnte der Neubau der hochmodernen Mühlentechnik abgeschlossen werden. Brotroggen wird ab 2018 im Mühlenbereich gelagert, gereinigt, gefördert und vermahlen, um dann just-in-time verbacken zu werden. Wertvolle Nährstoffe bleiben besser im Brot erhalten. Alle Mestemacher Betriebe sind mit der Inbetriebnahme der Mühlentechnik in Aerzen auch Mühlenbetriebe. Bereits 2016 kaufte die Familiengesellschaft 14.000 Quadratmeter angrenzende Gewerbefläche in Aerzen, um den Betrieb bei Bedarf erweitern zu können.

Benus Spólka z o.o.: Die polnische Tochtergesellschaft ist weiter auf Wachstumskurs, auch, weil das Produktportfolio um Müsliprodukte erweitert worden ist. Kernprodukte der Produktion sind ursprünglich Vollkornbrote, gebacken mit Back-Know-how aus dem Gütersloher Hauptwerk. Deren Produktion besteht weiter. Vertrieben werden die Vollkornbrote à la Mestemacher unter dem Namen des Flaggschiffs Mestemacher.

In Poznan ist 2017 die Produktionsanlage zur Herstellung von Müsliprodukten ans Netz gegangen. Die produzierten Müslis werden größtenteils an Auslandskunden geliefert. Die Brot- und Müslifirma in Poznan ist noch ausbaufähig und bietet wegen der Bäckerei- und Müslitechnik die Möglichkeit zur weiteren Ausdehnung.