Samstag, 18. September 2021
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20180223-MIGROS

Migros Industrie: wächst vor allem international

Zürich / CH. (mgb) Analog zum Vorjahr beflügelten im Geschäftsjahr 2017 vor allem Impulse aus dem Auslandsgeschäft die M-Industrie, schreibt der Migros Genossenschafts-Bund (MGB) aus Zürich.

Insgesamt erzielte die M-Industrie 2017 einen Umsatz von CHF 6.52 Milliarden, was einem Wachstum von 2.1 Prozent oder CHF 132 Millionen entspricht. Im internationalen Geschäft erreichte die M-Industrie ein zweistelliges Wachstum von CHF 112 Millionen (plus 14.1 Prozent) auf CHF 901 Millionen. Im Schweizer Markt konnten die Genossen ihr Vorjahresergebnis gut halten dank diverser Akquisitionen – resultierend in einem leichten Wachstum von 0.4 Prozent auf CHF 5.619 Milliarden CHF.

Nettoumsätze 2017 der M-Industrie

Geschäftsfeld Unternehmen Nettoumsatz Veränderung zu 2016 Export + Auslandsanteil
Fleisch, Geflügel, Fisch Micarna, Mérat, Favorit, Schär, Fleury, Stauss, KM Seafood, Lüchinger + Schmid, Tipesca 1’725 Mio.CHF + 1.1% 0.9%
Milchprodukte, Käse, Saucen Elsa, Mifroma, Dörig, Bergsenn, Mifroma France, Idhéa, Schwyzer Milchhuuus 1’136 Mio.CHF + 6.3% 18.1%
Brot, Convenience, Getränke Jowa, Bina, Aproz, Gastina, Bäckerei Hug, Sushi Mania 1’482 Mio.CHF + 1.6% 3.0%
Süsswaren + Snacks, Kochen + Backen, Kaffee Frey, SweetWorks, Delica, TCS, Midor, Riseria 1’047 Mio.CHF 0.0% 32.1%
Personal + Homecare, Nutrition + Biochemistry Mibelle Group (Mibelle, Mifa, Mibelle Ltd., Ondal, QBC) 455 Mio.CHF + 4.3% 50.1%
Großhandel, Logistic Services Saviva 596 Mio.CHF – 3.6%
Total (inklusive Diverse) 6’520 Mio.CHF + 2.1% 13.8%

(*)Anpassung der Segmentsstruktur per 2017-01-01 und Neutralisierung Segmentsverschiebung von L+S AG im Vorjahresvergleich.

Im internationalen Geschäft (Export und Auslandstandorte) konnte ein erfreuliches Wachstum von CHF 112 Millionen (14.1 Prozent) auf CHF 901 Millionen erzielt werden. Dank den Sortimenten Kaffeekapseln, Schokolade, Kosmetik und Käse wurden die Exportumsätze um 10.1 Prozent gesteigert. Um das Exportgeschäft auch künftig wirkungsvoll zu unterstützen, wurden in Frankreich, Spanien und Holland weitere Vertriebsplattformen aufgebaut. Die M-Industrie hat unter dem Namen «Orange Garten» den Markteintritt in China geschafft. Über führende Cross-Border-E-Commerce-Anbieter werden hochwertige Migros-Produkte an die chinesischen Konsumenten verkauft.

Im Schweizer Markt (Detailhandel und Großverbrauchergeschäft) hat die M-Industrie ihr Portfolio optimiert. Während der Geschäftsbereich Cash+Carry Angehrn verkauft wurde, konnte die Marktposition dank gezielten Akquisitionen in den Frische-Bereichen Fisch (Tipesca SA), Backwaren (Mehrheit an der Hug Bäckerei AG) sowie Milch- und Käsespezialitäten (Mehrheit an der Schwyzer Milchhuus AG) gestärkt werden.

Das Geschäft mit der Migros-Gruppe erreichte mit CHF 4.526 Milliarden das Vorjahresniveau. Das Migros-Detailhandelsgeschäft entwickelte sich teuerungsbedingt rückläufig, während die Umsätze mit Denner, Migrolino und LeShop.ch gesteigert werden konnten.

Im Großverbrauchergeschäft wird sich die M-Industrie unter Saviva künftig konsequent auf den Belieferungshandel konzentrieren. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Synergien zwischen den Bereichen Abhol- und Zustellgroßhandel geringer waren als erwartet. Das Geschäft schliesst mit einem Umsatz von CHF 1.093 Milliarden um 2.2 Prozent höher ab als im Vorjahr. Neu aufgebaute Geschäfte wie «Apposito» (digitales Geschäftsmodell im Getränkehandel), Saviva Health Services und die Integration von Tipesca (Fisch) entwickelten sich erfreulich. Insgesamt konnte trotz des Abgangs von CCA (per 2017-11-30) ein Wachstum erzielt werden.

Investitionen in den Werkplatz Schweiz und in die Nachhaltigkeit

Die M-Industrie hat 2017 rund CHF 230 Millionen in den Werkplatz Schweiz investiert. Der Schwerpunkt lag auf Kapazitätserweiterungen und Rationalisierungsinvestitionen. Vermehrt erfolgen Investitionen in die Automatisierung im Kontext des Programmes «Industrie 4.0».

Mit dem fertiggestellten Neubau in Gränichen hat die Jowa ihre Produktionskapazität für Brot ausgebaut. Die moderne Bäckerei vereint traditionelles Handwerk mit intelligenter Technologie. Ein Hochregallager und ein Holzheizwerk komplettieren den Bau. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Holzheizwerke bei der Jowa in Gränichen und bei der Elsa in Estavayer-le-Lac können die CO2-Emissionen bei voller Leistung jährlich um 15’000 Tonnen reduziert werden. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele der M-Industrie geleistet.

Die M-Industrie schafft erneut Ausbildungsplätze 
Die M-Industrie als starke Ausbildnerin hat auch im 2017 die Anzahl Ausbildungsplätze weiter ausgebaut. Aktuell werden 556 Lernende in über 30 verschiedenen Berufen ausgebildet, 18 mehr als im Vorjahr. Die M-Industrie beschäftigte Ende 2017 14’031 Mitarbeitende, was einem Plus von 640 Mitarbeitenden entspricht. Im Ausland arbeiten 1’228 Mitarbeitende.

Ausblick 
Der Schweizer Markt wird für die M-Industrie anspruchsvoll bleiben. Das internationale Geschäft wird konsequent organisch und akquisitorisch in den Schlüsselmärkten weiterentwickelt (Foto: MGB).