Sonntag, 28. November 2021
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Mikromobilität: Hermes City-Logistik per PAT

Hamburg. (eb) Wer für sein Unternehmen auf der Suche ist nach Anregungen, wie die Mikrologistik von morgen aussehen kann, findet auf den Webseiten der bekannten Logistik-Experten zahlreiche Beispiele für PAT (Pedal Assisted Transporter) sowie Konzepte, wie sich Roller, PAT und Schwertransporter miteinander kombinieren lassen. Hermes Deutschland zum Beispiel hat an verschiedenen Standorten schon diverse pedalbetriebene Kleintransporter getestet. In Berlin entschied sich der Logistiker für Cargo-Bikes des Lastenradherstellers OnoMotion. Auch die sind zunächst mal «nur» in einem Langzeittest unterwegs. Man weiß ja nie. Andererseits: «OnoPATs» scheinen wie gemacht für urbane Situationen, in denen der Kleinste und Schmalste am ehesten durchkommt angesichts des großstädtischen Verkehrs mit seinen Blechlawinen. Zum Einsatz der Cargo-Bikes schreibt Hermes Deutschland unter anderem:

Neue Fahrzeugklasse für die Letzte Meile

Die Vorteile des Ono-Lastenrads liegen auf der Hand: Mit zwei Elektromotoren ausgestattet, können die Zusteller ungefähr 30 Kilometer pro Akkuladung zurücklegen. Dabei werden sie mit einer Trethilfe von bis zu 25 Kilometern in der Stunde unterstützt. Zusätzlich sitzen die Zusteller in einer wetterfesten Kabine auf ergonomischen Sitzen und profitieren von einem Rückwärtsgang mit Abstandssensoren. Rechtlich wird das PAT zwar als Fahrrad eingestuft, orientiert sich mit einer möglichen Nutzlast von mehr als 220 Kilogramm jedoch eher an einem Kleintransporter. Damit kreiert Ono mit dem Elektrominitransporter praktisch eine neue Fahrzeugklasse. «Durch die enorme Nutzlast wollen wir mit den neuen Lastenrädern möglichst viele konventionelle Transporter ersetzen», sagt Chief Financial Officer Hendrik Schneider. «Hinzu kommen die zahlreichen Vorteile wie die wegfallende Parkplatzsuche, kürzere Wege vom Fahrzeug zu unseren Kunden und natürlich die nicht unerhebliche CO2-Einsparung bei jeder Tour.»

Die Cargo-Bikes werden täglich eine Tourenlänge von jeweils sechs bis acht Kilometern zurücklegen und pro Bike ungefähr 100 Sendungen – inklusive Nachladung – an Bord haben.

Vom Mikro-Depot direkt in die City

Ein wichtiger Aspekt für die innerstädtische Zustellung per Pedelecs sind die Mikro-Depots in zentraler Lage für die Feinverteilung der Sendungen. In Berlin stellt Hermes von drei Mikro-Depots aus direkt an die Endkunden zu. Die Sendungen werden nachts im Logistik-Center im brandenburgischen Umland sortiert und anschließend an die kleinen Verteilzentren in der Stadt geliefert. Hier beginnen die Lastenrad-Zusteller ihre Zustelltour. Aufgrund der kurzen Wege kann das Pedelec leicht wieder nachgeladen werden, sind die Sendungen der ersten Tour zugestellt (Fotos: Hermes / Willing-Holtz).