Montag, 28. September 2020
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20171130-FEUERWEHR

Milcamps S.A.: Großbrand sorgte für erhebliche Störungen in Brüssel

Brüssel / BE. (eb) Der Stammsitz der Großbäckerei Milcamps S.A. im Süden der belgischen Hauptstadt ist am Donnerstag letzter Woche den Flammen zum Opfer gefallen. Beim Auslösen des Alarms kurz vor 13:00 Uhr hätten die rund 50 Mitarbeitenden sofort das Werk verlassen. Personen seien nicht zu Schaden gekommen und ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude hätte verhindert werden können. Allerdings sei das Werk nahezu vollständig zerstört und es herrsche Einsturzgefahr, weiß die belgische Tagespresse. Nur ein Teil des Verwaltungsgebäudes, in dem sich wichtige Informationen befanden, hätte gerettet werden können. Auf der Suche nach der Brandursache deutete schnell vieles auf einen technischen Defekt hin, der einen Kurzschluss im Kühlsystem der Backöfen ausgelöst hatte.

Die Milcamps S.A. ist spezialisiert auf die Herstellung regional typischer Waffel-Erzeugnisse – Brüsseler Waffeln, Lütticher Waffeln, Galettes. Gegründet 1932, ist die Großbäckerei heute ein Unternehmen der französischen Jacquet Brossard S.A. (die wiederum ein Unternehmen der Limagrain Gruppe ist). Seit 2004 ist die Milcamps S.A. BRC-zertifiziert und seit 2007 IFS-zertifiziert. Ungefähr zu dieser Zeit hatte die Großbäckerei auch einen zweiten Produktionsstandort im wallonischen Dour erworben – auf den jetzt zusätzliche Belastungen zukommen dürften. Unter den aktuellen Bedingungen werden die verfügbaren Kapazitäten allerdings kaum ausreichen, um laufende Kontrakte vollständig zu bedienen. Zudem ist die Frage zu klären, welche grundsätzlichen Schritte das Unternehmen einleiten kann, um am Markt zu bleiben. Nicht zuletzt die rund 50 Mitarbeitenden, die von einer Stunde auf die andere ihren Arbeitsplatz verloren, dürften ein Signal erwarten.

Begleiterscheinungen des Großbrands

Begleiterscheinungen des Großbrands im öffentlichen Leben Brüssels und darüber hinaus: Eine riesige Rauchwolke verdunkelte den Himmel in Brüssel-Vorst. Der Bezirksbürgermeister ließ ob der toxischen Werte in der Luft den Katastrophenalarm ausrufen. Etwa 200 Schüler einer nahegelegenen Schule und Arbeitnehmer aus benachbarten Betrieben wurden evakuiert. Anwohnern aus der Nachbarschaft und den Gemeinden Sint-Gillis und Vorst wurde geraten, wegen des dicken, schwarzen Rauchs Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Autofahrer wurden gebeten, die Belüftung im Auto abzuschalten. Eine in der Nähe verlaufende Bahnstrecke musste zeitweise gesperrt werden mit Auswirkungen nicht nur auf den Berufsverkehr in der Region. Wegen der Streckensperrung kam es auch zu überregionalen Störungen des Zugverkehrs nach London und Paris. Vom Bahnhof Brüssel Süd fuhr vorübergehend weder der Eurostar nach London noch der Thalys nach Amsterdam oder Paris (Foto: pixabay.com).