Freitag, 14. Mai 2021
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20170613-SALZSTREUER

MRI: Verbraucher greifen eher zu salzärmeren Varianten

Bremerhaven. (eb) In der Gesamtheit der marktrelevanten Brote und Kleingebäcke zeige sich, dass die Haushalte, verglichen mit der Breite des Produktspektrums, heute eher zu salzärmeren Produkten greifen. Das ist zwar nicht die zentrale Erkenntnis aus dem «Produktmonitoring 2020» (Format PDF | 10’261 KB), die das Max-Rubner-Institut (MRI) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus der Betrachtung zog. Doch es ist ein Ergebnis, das manche Marktteilnehmer in Bezug auf verpacktes Brot und Kleingebäck «so nicht» auf dem Zettel gehabt haben dürften.

Hervorzuheben ist außerdem, dass das MRI seine Methodik genau erläutert und die marktrelevanten Produkte, die es penibel unter die Lupe nahm, bei verpacktem Brot und Kleingebäck 61,4 Prozent des Gesamtmarkts abdecken. Kurzum: Die Datengrundlage lässt nicht nur Schätzungen zu, sondern ermöglicht solide, belastbare Ergebnisse – in der Summe 4.940 Produkte über alle untersuchten Produktgruppen hinweg, davon allein 913 Brote und Kleingebäcke.

MRI-Kernaussagen zum Segment der verpackten Brote und Kleingebäcke

Zu den Kernaussagen für das Segment Brote und Kleingebäcke zählt, dass bei den Untergruppen Toastbrot und Weizen- respektive Dinkelkleingebäck, die mit Abstand am häufigsten und in den größten Mengen gekauft wurden, signifikante Salzreduktionen im Vergleich zur Basiserhebung 2016 zu verzeichnen sind. Bei den Toastbroten greifen die Haushalte zudem eher zu den salzärmeren Produkten.

Auch bei der Gesamtstichprobe, bei der aufgrund des gebäcktypisch hohen Salzgehalts das Laugengebäck herausgerechnet wurde, sowie bei den Produktuntergruppen Weizen- respektive Dinkelmischbrot, Roggenmischbrot, Vollkorntoastbrot sowie Knusper- und Waffelbrot findet sich eine statistisch signifikante Reduktion des Salzgehalts gegenüber 2016.

Unter den Weizen-, Dinkel- beziehungsweise Roggenbroten weisen die Vollkornvarianten Salzgehalte im unteren beobachteten Bereich auf.

Noch ist nicht alles Gold was glänzt. Doch ist eindeutig zu erkennen, dass die Großbäckereien in Deutschland kontinuierlich an ihren Rezepturen arbeiten. Verbraucher und Verbraucherinnen honorieren die Bemühungen. Anhand der marktrelevanten Produkte – den erwähntern 61,4 Prozent des Gesamtmarkts – beobachtete das MRI, dass die Haushalte bei vielen Produktuntergruppen eher zu salzärmeren Varianten greifen.

20210421-MRI-PRODUKT-MONITORING

Großbäckereien planen weitere Salzreduktion bei verpackten Erzeugnissen

«Die Mitglieder des Verbands Deutscher Großbäckereien (VdG) haben in den letzten Jahren den Salzgehalt in ihren verpackten Brot- und Backwaren deutlich verringert,» betont VdG-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers anlässlich der Veröffentlichung des MRI-Produktmonitorings 2020. In den letzten fünf Jahren sei bereits eine Reduktion um rund 15 Prozent erfolgt – im Übrigen ohne Auswirkungen auf Qualität und Geschmack der angebotenen Erzeugnisse. «Aufgrund von weiter verbesserten Produktionstechniken und Rezepturen werden unsere Mitgliedsbetriebe dem BMEL die Zusage geben können, bis 2025 den durchschnittlichen Salzgehalt weiter auf im Schnitt 1,1 Gramm pro 100 Gramm Fertigware zu senken. Das entspricht einer nochmaligen Reduzierung um acht Prozent, in fast zehn Jahren einer Reduzierung um nahezu ein Viertel,» rechnet Detmers vor.

Die Großbäckereien, betont Detmers, unterstützten die Nationale Reduktionsstrategie Fett, Salz und Zucker von Bundesministerin Julia Klöckner (BMEL). Die von ihr präsentierten Untersuchungen des Max-Rubner-Instituts über den durchschnittlichen Salzgehalt bei verpackten Brot- und Backwaren bestätigten die Angaben der Großbäckereien gegenüber dem Ministerium.

«Der Verband Deutscher Großbäckereien leistet schon jetzt einen beträchtlichen Beitrag zur Salzreduktion und wird seine Anstrengungen fortsetzen. Wir erwarten allerdings, dass auch die Anbieter von Brot und Backwaren, die in anderen Verbänden organisiert sind, ihren Beitrag zur Salzreduktion leisten,» wünscht sich Detmers (Foto: pixabay.com – Tabelle: MRI).