Donnerstag, 8. Juni 2023
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Müller-Brot: radikaler Stellenabbau wahrscheinlich

Oberbayern. (ngg) Nachdem die zuständigen Behörden die Produktionsstätte der Müller-Brot GmbH in Neufahrn erneut nicht freigegeben hatten (siehe WebBaecker 12/2012), wirken sich die Folgen des Hygiene-Skandals gravierend auf die rund 1.250 Arbeitsplätze aus. «Die Geschäftsführung und Gesellschafter tragen für diesen Hygiene-Skandal die Hauptverantwortung», sagt Mustafa Öz von der NGG Bayern. Obwohl es zwei Investoren gebe, müsse davon ausgegangen werden, dass die Wiederaufnahme der Produktion noch in weiter Ferne liegt. «Wir sind uns ziemlich sicher, dass der vorläufige Insolvenzverwalter am Donnerstag Nachmittag bei der Betriebsversammlung den Abbau von vielen hunderten Arbeitsplätze mitteilen wird. Wir müssen davon ausgehen, dass fast alle Beschäftigten der Produktion und ein erheblicher Teil derer in den Filialen ab April gekündigt und sofort freigestellt werden», sagt Öz. «Wir haben über Jahre hinweg auf über zwölf Millionen Euro Einkommen verzichtet und damit unseren Beitrag zum Erhalt des Unternehmens geleistet. Unser Engagement darf nicht umsonst gewesen sein», sagt Ender Onay, Betriebsratsvorsitzender bei Müller-Brot. Der Insolvenzverwalter Hubert Ampferl äußerte sich gegenüber den Medien so, dass die Investoren wahrscheinlich zunächst nur das Filialnetz übernehmen würden. «Daraus lässt sich ableiten, dass die Produktion bis auf weiteres stillgelegt wird und somit die betroffenen Mitarbeiter auf der Straße stehen», vermutet Öz. Die NGG verlangt eine Verpflichtung der Investoren, umgehend nach der Freigabe durch die Behörden die Produktion aufzunehmen und die Stamm-Belegschaft wieder einzustellen. Die Beschäftigten fordern zudem Unterstützung durch die Politik.

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