Samstag, 10. Dezember 2022
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Nährwertprofile: Fristen können nicht gehalten werden

Bonn. (aid) So schnell wie geplant wird es wohl nichts mit einer einheitlichen Gesundheitswerbung auf Lebensmitteln. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat am 16. Januar die Hälfte aller beantragten Werbeaussagen zur Prüfung an die EU-Kommission zurückgeschickt, zitiert der aid Infodienst Dr. Evelyn Breitweg-Lehmann vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). In 2008 hatten die EU-Mitgliedstaaten gut 44.000 gesundheitsbezogene Aussagen zur Prüfung an die Kommission eingereicht. Mit diesen «Health Claims» wollen sie auf Lebensmitteln werben. Nach Prüfung und Ergänzung wurde diese Wunschliste auf 4.185 Angaben eingedampft. Die EFSA bemängelt nun, dass unter anderem Anwendungsbereiche unklar, Formulierungen zu vage und Inhaltsstoffe nur unzureichend beschrieben sind. Der neue Zeitplan der Behörde sieht vor, dass die ersten 1.000 Claims bis Juli 2009 bewertet werden. Gut 500 weitere Werbeaussagen sollen bis November 2009 bearbeitet werden, für die übrigen gibt es noch keine Zeitangabe. Peter Loosen vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) befürchtet, dass die gesetzlich festgelegte Vorgabe – die Verabschiedung einer gemeinschaftlichen EU-Liste mit gesundheitsbezogenen Angaben bis Ende Januar 2010 – nicht zu halten ist. Er fordert neue Übergangsfristen. Auch bei den Nährwertprofilen ist die Kommission im Rückstand. Die sollten am 19. Januar verabschiedet sein, was nicht geschah. Nährwertprofile sind Nährstoffgrenzen, die Lebensmittel erfüllen müssen, tragen sie Gesundheitswerbung. Derzeit gibt es um fast jede Lebensmittelgruppe Diskussionen; unter anderem auch um den Salzgehalt im Brot.

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