Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Nafta-Desaster: Mexikos Agrarmarkt von US-Importen überrollt

Mexiko City / MX. (gtai) Im mexikanischen Agrarsektor macht sich Krisenstimmung breit. Die Einfuhren von Getreide (Weizen, Mais, Reis und Sorghumhirse) aus den USA schnellten von Januar bis Oktober 2008 um 56 Prozent in die Höhe. Dies teilte die mexikanische Statistikbehörde Inegi mit. Ursache ist die vollständige Öffnung des Kapitels Landwirtschaft in den Nafta-Verträgen seit Januar 2008. Die nachgelagerte Lebensmittelindustrie hofft für 2009, wenigstens die Umsatzzahlen aus 2008 halten zu können. Investitionen sind bis auf weiteres zurück gestellt. Der Wert der Gesamtimporte von US-Agrarprodukten summierte sich im Lauf der ersten zehn Monate 2008 auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der Wert 15,3 Milliarden US-Dollar betragen. 2008 machte allein die Einfuhr verschiedener Getreidearten 3,9 Milliarden US-Dollar aus (Januar bis Oktober 2007: 2,5 Milliarden US-Dollar). Hinzu kam, dass 2008 die höchsten Preise seit Jahren für Agrargüter auf dem Weltmarkt zu zahlen waren, so auch für Erzeugnisse aus den USA. Insgesamt erwirtschaftete der mexikanische Agraraußenhandel einen Passivsaldo von 5,5 Milliarden US-Dollar und stellte damit 49 Prozent (!) des gesamten Außenhandelsdefizits Mexikos. Das komplette Außenhandelssaldo lag nach den ersten zehn Monaten 2008 bei einem Minusbetrag von 11,1 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatten die Agrareinfuhren mit 3,4 Milliarden US-Dollar «nur» 39 Prozent am Außenhandelsdefizit von 8,7 Milliarden Euro gehalten (Volltext).

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