Mittwoch, 29. Juni 2022
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Neuer Rekord: Erzeugerpreise gewerblicher Produkte steigen weiter

Wiesbaden. (destatis) Die Preise für Getreidemehl als Vorleistungsgut waren im Mai 2022 um 44,8 Prozent höher als im Mai 2021. Gegenüber April 2022 stiegen diese Preise um 5,1 Prozent. Nahrungsmittel als prominente Vertreter der Verbrauchsgüter waren im gleichen Betrachtungszeitraum 19,2 Prozent teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+80,2 Prozent gegenüber Mai 2021, +7,2 Prozent gegenüber April 2022). Nicht behandelte Pflanzenöle kosteten 68,4 Prozent mehr als im Mai 2021. Rindfleisch war 42,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Kaffee 33,6 Prozent, (Milch und …) Milcherzeugnisse 24,1 Prozent. Die Preise für Schweinefleisch waren 24,1 Prozent höher als im Mai 2021, sie sanken jedoch gegenüber April um 2,6 Prozent – berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner monatlich wiederkehrenden Statistik über die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte.

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Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im Schnitt um 33,6 Prozent

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2022 um 33,6 Prozent höher als im Mai 2021. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Damit verzeichneten die gewerblichen Erzeugerpreise seit Dezember 2021 jeden Monat neue Rekordanstiege im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat. Im April 2022 hatte die Veränderungsrate bei +33,5 Prozent und im März bei +30,9 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2022 um 1,6 Prozent. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie.

Die Energiepreise waren im Mai 2022 im Schnitt 87,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2022 stiegen diese Preise um 2,5 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber Mai 2021 von 148,1 Prozent. Kraftwerke zahlten für Erdgas 241,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer war Erdgas 210,7 Prozent teurer und für Wiederverkäufer 168,3 Prozent. Während Endabnehmer mit höheren Abnahmemengen, deren Preise sich häufig an den Börsennotierungen orientieren, niedrigere Preise als im Vormonat zahlten, stiegen die Preise für Abnehmer kleinerer Abnahmemengen auch im Vergleich zum Vormonat weiter an. Versus April 2022 wurde Erdgas über alle Gruppen hinweg 2,5 Prozent teurer.

Die Preise für elektrischen Strom waren im Mai 2022 um 90,4 Prozent höher als im Mai 2021 (+4,0 Prozent gegenüber April 2022). Für Weiterverteiler kostete Strom 165,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 83,2 Prozent. Für gewerbliche Anlagen stiegen die Preise um 16,8 Prozent.

Mineralölerzeugnisse waren 55,8 Prozent teurer als im Mai 2021 und kosteten 2,5 Prozent mehr als im April 2022. Leichtes Heizöl war fast doppelt so teuer wie ein Jahr zuvor (+96,0 Prozent), Kraftstoffe kosteten 49,4 Prozent mehr. Während die Preise gegenüber April 2022 für Motorenbenzin um 6,5 Prozent und für Dieselkraftstoff um 0,5 Prozent stiegen, war leichtes Heizöl geringfügig billiger (-0,5 Prozent).