Freitag, 19. Juli 2024
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Nordhessen: Bäcker Brede meldet Insolvenz an

Schwalm-Eder-Kreis. (ag) Die wegen hygienischer Mängel und des Vorwurfs der Schwarzarbeit ins Gespräch gekommene Bäckerei Heinrich Brede GmbH aus Gudensberg, vertreten durch Geschäftsführer Jörg Brede, hat am 14. August um 15:30 Uhr vor dem Amtsgericht Fritzlar Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Rechtsanwalt Dr. Hans-Jörg Laudenbach aus Gießen. Der hat zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch keine Neuigkeiten zu berichten, wird sich gerade einen Überblick verschaffen und darüber hinaus in Zweckoptimismus üben.

Vorgeschichte: Bäcker Brede braucht Hilfe

(13.08.) Wegen hygienischer Mängel sind vor wenigen Tagen die Produktions- und Geschäftsräume sowie alle Backshops und Filialen der Bäckerei Heinrich Brede GmbH aus Gudensberg geschlossen worden. Auch mussten alle ausgelieferten Waren zurückgeholt werden, berichtet der Landkreis Schwalm-Eder. Geschäftsführer der Bäckerei, die (laut Tagespresse) viele Großkunden zählt, ist (laut Bundesanzeiger) Jörg Brede. Über Details zu den Mängeln gab die Kreisverwaltung keine Auskunft. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren.

Anlass für die Überprüfung der Produktion durch das zuständige Gesundheitsamt gab die Anzeige eines Verbrauchers. Nach der umgehenden Kontrolle sei am 07. August sofort die Schließung verfügt worden. Eine Gesundheitsgefahr für Konsumenten durch den Verzehr der Backwaren habe aber nicht bestanden. Die Auflagen durch das Amt wollten/sollten die Mitarbeitenden schnellstmöglich erfüllen, damit der Betrieb am 10. August wieder hätte laufen können. Nach Informationen der «Hessenschau» habe die Bäckerei den Termin zur Nachkontrolle allerdings kurzfristig abgesagt.

Das Unternehmen zählt insgesamt etwa 150 Beschäftigte. Das geht aus dem HNA-Beitrag hervor, den die Kreisverwaltung auf ihrer Homepage als Pressemitteilung eingebunden hat. Aus einem begleitenden Kommentar geht zudem hervor, dass die Bäckerei Brede seit mehr als 100 Jahren zu den großen Unternehmen in der Region gehört.

Aus einem anderen Beitrag der Tagespresse geht hervor, dass über den aktuellen Vorgang hinaus gerade der Zoll – Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Kassel – auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft wegen nicht ordnungsgemäß gemeldeter Beschäftigungsverhältnisse ermittelt. Zudem war irgendwo zu lesen, dass die Heinrich Brede GmbH vor einigen Jahren neu gebaut habe. Das ist vielleicht der Knackpunkt: Einerseits gibt es die Pflicht, mit den steigenden Anforderungen an einen modernen Betrieb schritthalten zu müssen. Andererseits gibt es eine Geschäftserwartung, die nicht unbedingt mit der Geschäftsentwicklung übereinstimmt. Wie wir wissen, drängt der Handel immer stärker auf den Backwarenmarkt. Die Heinrich Brede GmbH steht vielleicht kurz vor der Konsolidierung (Foto: pixabay.com).