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Nordzucker: passt Organisation und Kostenstruktur an

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Braunschweig. (nag) Die Nordzucker AG konzentriert sich voll und ganz auf Zucker – im Kernmarkt Europa und global. Aufgrund des deutlich volatileren und wettbewerbsintensiveren Marktumfelds leitet der Konzern jetzt einen umfassenden internen Transformationsprozess ein. Ziel ist es, das Unternehmen in Niedrigpreisphasen zu stabilisieren und die Ertragskraft langfristig sicherzustellen.

Die Zuckerindustrie in Europa steht vor enormen Herausforderungen: Nach der Zuckermarktreform sind die Zuckerpreise drastisch gesunken. Subventionen in großen Erzeugerländern weltweit sowie in der EU sorgen für ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Verbote von Pflanzenschutzmitteln in Europa führen zu höheren Rübenkosten. Nordzucker rechnet in diesem Jahr mit einem operativen Verlust von voraussichtlich 40 Millionen Euro. Im nächsten Jahr werden ebenfalls deutlich negative Ergebnisse erwartet. Die Volatilität des Weltmarkts, das strukturelle Potenzial für Überproduktion in der EU und damit einhergehend ein verstärkter Wettbewerb um Marktanteile setzen die Preise langfristig unter Druck. Der Konzern rechnet künftig im Schnitt mit deutlich geringeren Ergebnissen als noch zu Zeiten der Zuckermarktordnung.

Fokus auf Zucker aus Rübe und Rohr

Um Nordzucker langfristig weiterhin als stabiles und erfolgreiches Unternehmen aufzustellen, wird es neu ausgerichtet. Dazu sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Gorissen: «Im Kerngeschäft Zucker aus Rübe in Europa werden wir die Prozesse, die Organisation und die Kostenstruktur an die veränderten Marktverhältnisse anpassen.»

Zudem plant der Konzern in die Rohrzuckerproduktion außerhalb Europas einzusteigen. Hier ist das Unternehmen in Australien in konkreten Verhandlungen und schaut sich auch in anderen Regionen um. «Wachstum im Zucker findet nur außerhalb Europas statt und ein solches Engagement kann einen positiven Ergebnisbeitrag liefern. Stimmen die Rahmenbedingungen, ist diese Investition ein weiterer wichtiger Schritt, um Nordzucker in Zukunft international aufzustellen», ist Gorissen überzeugt.

Aufgrund der Marktsituation erwartet das Unternehmen weiterhin eine Konsolidierung in der EU und wird mögliche Wachstumschancen nutzen, sieht dies jedoch als längerfristigen Prozess.

Kostenreduktion in der Verwaltung

Aufgrund der negativen Ergebnisaussichten hat das Unternehmen entschieden, Kosten zu reduzieren. Der Fokus liegt dabei auf dem Verwaltungsbereich. Sach- und Personalkosten sollen jeweils um 20 Millionen Euro gesenkt werden.

Zur Perspektive erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Gorissen: «Die bevorstehenden Veränderungen werden für uns alle herausfordernd. Wir sind davon überzeugt, dass wir den richtigen Weg gehen und uns zu einem in dem neuen Marktumfeld wettbewerbsfähigen, profitablen und weltweit tätigen Unternehmen entwickeln werden» (Foto: pixabay.com).