Samstag, 10. Dezember 2022
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Oetker: Hamburg Süd lässt Wirtschaftskrise spüren

Bielefeld. (div) «Auch Dr. Oetker leidet unter der Krise», heißt es in einer Presseinfo. Was sie vergisst zu erwähnen: Oetker tritt nicht auf die Kostenbremse, weil die Leute plötzlich keine Tiefkühlpizzas mehr mögen. Sondern weil die Schifffahrtsparte Hamburg Süd zuletzt fast 50 Prozent vom Umsatz ausmachte und dies in zähen Zeiten schwer zu halten ist. Nur deshalb kann sich Oetker trotz breiter Angebotspalette nicht der globalen Delle entziehen. «Alle Firmen liegen unter den Umsatzplanungen», zitiert die Meldung Ernst Schröder als persönlich haftenden Gesellschafter der Dr. August Oetker KG mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr. Aufgrund rechtzeitig eingeleiteter Gegenmaßnahmen habe dies aber bislang nur begrenzte Auswirkungen auf das Ergebnis. Der zum Jahreswechsel vom Chefsessel des Konzerns auf den Posten des Beiratsvorsitzenden wechselnde August Oetker betont laut Meldung, dass für die unmittelbare Zukunft «Anpassungsfähigkeit und Sicherung der Liquidität Vorrang vor externem Wachstum und Rentabilität» hätten. So würden Projekte zurückgestellt und auf Kostendisziplin geachtet (jetzt erst?). An Beschäftigungsabbau denkt Oetker nicht. Insgesamt sieht sich das Unternehmen gut gerüstet, um der Krise zu trotzen. Ziel sei weiterhin eine Umsatzverdoppelung im nächsten Jahrzehnt. Das zurückliegende Jahr 2008 hingegen war für Oetker noch einmal ein Rekordjahr. Der Umsatz nahm, nicht zuletzt durch Zukäufe, um 19,3 Prozent auf 9,25 Milliarden Euro zu – der größte Anstieg seit Bestehen. Die Zahl der Mitarbeitenden erhöhte sich um 8,8 Prozent auf fast 25.000 insgesamt.

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