Samstag, 23. Januar 2021
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20190928-CYBERSECURITY

openHPI: bietet kostenfreie Onlinekurse zur Cyber-Sicherheit

Potsdam. (hpi / eb) Kein Unternehmen ist zu klein oder zu unbedeutend, um sich vor Hackerangriffen in Sicherheit wiegen zu dürfen. Manchmal glückt das Angebot an niederschwelligen Bildungsmaßnahmen, damit sich auch Unternehmende und Arbeitnehmende aus IT-fernen Branchen angesprochen und ermutigt fühlen, ihr Wissen und ihre Kompetenz in Sachen Cyber-Sicherheit auszubauen.

Das vorliegende kostenfreie Angebot des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) gehört auf den ersten Blick nicht dazu, denn die «Massive Open Online Courses» werden auf Englisch abgehalten. Andererseits: Gerade weil die Kurse «Confidential Communication in the Internet», «Digital Identities» und «Cyberthreats: Malware» auf Englisch abgehalten werden, sollten sich Interessenten aus der Bäckerei-Verwaltung oder -Logistik ruhig durchbeißen.

  • Erstens wird ihnen «Englisch als Verkehrssprache» künftig immer öfter begegnen. Das Aufpolieren von Grundlagen aus der Schulbildung kann also nicht schaden.
  • Zweitens verfügt die Terminologie des umrissenen Themenbereichs über viele Anglizismen, so dass die paar Füllworte dazwischen, die unter dem Strich logisch aufgebaute Sätze ergeben, nicht das Problem sein können. Onlinekurse haben den Vorteil, dass Lernende ihr Tempo selbst bestimmen können. Möglicherweise nötige Übersetzungen mit Google oder Deepl tragen außerdem zum tieferen Verständnis bei.
  • Drittens winkt nach erfolgreich absolvierter Prüfung ein qualifiziertes Zertifikat. Ein solches wird in Potsdam sonst nur nach erfolgreichem Abschluss eines sechswöchigen Onlinekurses vergeben. Mit diesem Zertifikat ergänzen Arbeitnehmende nicht nur ihr Berufswissen. Selbstverständlich steigern sie durch das gefragte Fachwissen auch ihre Attraktivität bei Stellenausschreibungen oder schlicht die Position bei Gehaltsverhandlungen. Wissen schadet nicht und rüstet für die persönliche Resilienz in unsicheren Zeiten.

Die drei kurzen Gratiskurse dauern jeweils zwei Wochen und werden geleitet von HPI-Direktor Professor Christoph Meinel.

Vom 13. Januar an geht es zunächst um «Confidential Communication in the Internet». «Die Teilnehmenden lernen zum Beispiel, ob und in welchem Maße ihre Verbindung zum Online-Banking sicher und ob der Inhalt einer E-Mail vertrauenswürdig ist», sagt Meinel. Zu diesem Zweck führt er in die Grundlagen der Kryptographie ein, macht mit verschiedenen Arten der Verschlüsselung vertraut und zeigt Sicherheitsziele auf. Darüber hinaus wird er Einblicke geben in verschiedene Modelle und Standards, die in der Praxis verwendet werden.

Der zweite Kurs ab 27. Januar dreht sich um «Digital Identities». Meinel präsentiert, was digitale Identitäten sind, welche Typen es davon gibt und wie sie verifiziert, aber auch angegriffen werden können. «In diesem Zusammenhang erfahren die Teilnehmenden unter anderem, wie man sich gegen Identitätsdiebstähle schützen kann und wie wichtig etwa starke Passwörter dafür sind», sagt der Kursleiter.

In Kurs drei der Serie stehen ab 10. Februar «Cyberthreats: Malware» im Mittelpunkt. Informatikprofessor Christoph Meinel: «Das Internet ist in wachsendem Maße auch Aktionsraum für Kriminelle. Wir vermitteln deshalb, mit welcher Schadsoftware und welchen Methoden sie die häufigsten Angriffe durchführen». Selbstverständlich sollen vor allem auch schützende Abwehrmaßnahmen behandelt werden, etwa gegen E-Mail-Kampagnen mit schadhaften Anhängen, die beim Öffnen die gefährliche Trojaner-Schadsoftware «Emotet» einschleusen. Diese gilt als eine der größten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht in Netzwerken von Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen aktuell hohe Schäden.

Neben Cyber-Sicherheit sind Künstliche Intelligenz, Blockchain-Technologie und Digital Health zentrale Themenangebote aus dem für alle Interessierten offenen Programm an kostenlosen openHPI-Onlinekursen im Jahr 2021.

Hintergrund zur interaktiven Bildungsplattform openHPI

Seine interaktiven Internetangebote hat das Hasso-Plattner-Institut als Pionier unter den europäischen Wissenschafts-Institutionen am 05. September 2012 aufgenommen – auf der Plattform https://open.hpi.de. Sie bietet seitdem einen Gratis-Zugang zu aktuellem Hochschulwissen aus den sich schnell verändernden Gebieten der Informationstechnologie und Innovation. Das geschieht bislang hauptsächlich auf Deutsch, Englisch und Chinesisch. Im Herbst 2017 hat openHPI erstmals auch die Online-Übersetzung und Untertitelung eines Kurses in elf Weltsprachen angeboten. Mittlerweile wurden auf openHPI mehr als 867.000 Kurseinschreibungen registriert. Über 255.000 Personen aus 180 Ländern gehören auf der Plattform zum festen Nutzerkreis. Dieser Kreis wächst rasant. Für besonders erfolgreiche Teilnehmer an seinen «Massive Open Online Courses», kurz MOOCs genannt, stellte das Institut bisher rund 95.000 Zertifikate aus. Das openHPI-Jahresprogramm für 2020 umfasste zahlreiche Angebote für IT-Einsteiger und Experten. Auch die in der Vergangenheit angebotenen rund 70 Kurse können im Selbststudium nach wie vor genutzt werden – ebenfalls kostenfrei. Studierende können sich für das Absolvieren von openHPI-Kursen jetzt auch Leistungspunkte an ihrer Universität anrechnen lassen. Wer sich Videolektionen aus den Kursen unterwegs auch dann anschauen will, wenn keine Internetverbindung gewährleistet ist (etwa im Flugzeug), kann zudem die openHPI-App für Android-Mobilgeräte, iPhones oder iPads nutzen (Foto: pixabay.com).