Dienstag, 24. Mai 2022
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Planzahlen: Wie geht es der Kassensystembranche?

Münster. (vag / eb) Wie geht es der Kassensystembranche? Ein zuverlässiger Indikator für aktuelle Befindlichkeiten ist der Blick in einschlägige Geschäftsberichte mit indirektem Bezug zur Bäckerei- und Gastronomiebranche. Im Januar 2022 berichtete die Vectron Systems AG über ihr Geschäftsjahr 2021 (siehe weiter unten) und schob Anfang März die Planzahlen für 2022 nach. Daraus ergibt sich ein Bild, das sich, mit Einschränkungen, auch auf andere Unternehmen übertragen lässt wie folgt.

Nachdem die weitgehende Beendigung der Covid-Maßnahmen durch die Bundesregierung auf den 20. März 2022 festgelegt wurde, hat der Vorstand der Vectron Systems AG die Planung für das laufende Geschäftsjahr festgelegt. Während im 1.Quartal 2022 die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen besonders in der Gastronomie zu einer gewissen Investitionszurückhaltung geführt haben, erwartet die Gesellschaft ab dem 2. Quartal eine Rückkehr zur Normalität.

Trotz der negativen coronabedingten Effekte im 1. Quartal und den zeitgleich nachlassenden Effekten aus der Fiskalisierung, rechnet Vectron mit einem weiterhin starken Wachstum bei den wiederkehrenden Einnahmen durch digitale Dienste. Hier soll der Umsatz nach IFRS von EUR 6,5 Millionen in 2021 auf EUR 9,8 Millionen in 2022 steigen.

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet die Gesellschaft nach der Rechnungslegung IFRS einen Umsatz von EUR 33 Millionen bis EUR 36 Millionen bei einem Ebitda von EUR 1,9 Millionen bis EUR 3,4 Millionen 2021 erwirtschaftete Vectron nach vorläufigen Berechnungen (IFRS) einen Umsatz von rund EUR 38,2 Millionen und ein Ebitda von EUR 4,7 Millionen.

Vorläufige Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2021

Ende Januar 2022 stellte die Vectron Systems AG die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vor. Da Vectron mit dem Jahresabschluss 2021 die Rechnungslegung von HGB auf IFRS umstellen wird, werden zur besseren Vergleichbarkeit sowohl die Werte nach HGB als auch nach IFRS veröffentlicht. Zukünftig wird die Gesellschaft nur noch IFRS-Zahlen melden. Aufgrund der in 2021 erfolgten Verschmelzung der bisherigen bonVito GmbH auf die Vectron Systems AG enthalten die 2020er-Zahlen keine Effekte aus der bonVito GmbH.

Nach IFRS erzielte die Vectron Systems AG im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von rund EUR 38 Millionen (Vorjahr: EUR 25 Millionen) und ein Ebitda von EUR 4,8 Millionen (Vorjahr: EUR -1,7 Millionen) Nach HGB ergab sich ein Umsatz von EUR 40,2 Millionen (Vorjahr: EUR 27,8 Millionen) und ein Ebitda von EUR 4,3 Millionen (Vorjahr: EUR -2,2 Millionen). Damit liegen die Ergebnisse leicht unter der bisherigen HGB-Prognosespanne. Hierfür waren aus Sicht der Gesellschaft insbesondere die Auswirkungen der neuerlichen Corona-Maßnahmen auf die Gastronomie verantwortlich. Ursprünglich war mit einem Umsatz von EUR 40,9 Millionen bis 42,4 Millionen und einem Ebitda von EUR 4,5 Millionen bis EUR 5,5 Millionen gerechnet worden. Zusätzlich wurde das Ergebnis durch Einmalkosten in Höhe von EUR 0,14 Millionen für eine nicht realisierte Akquisition belastet.

Das Geschäft mit wiederkehrenden Umsätzen durch digitale Services konnte im Geschäftsjahr 2021 deutlich gesteigert werden. So stiegen die wiederkehrenden Umsätze im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 um 70 Prozent auf EUR 7,1 Millionen Vectron wird sich weiterhin darauf konzentrieren, sowohl die Auswahl an digitalen Diensten zu erweitern und den Anteil der großen Vectron-Kundenbasis, die diese nutzt, stetig zu vergrößern.

Die Gesellschaft schließt das Jahr mit einem Cash-Bestand von EUR 19,9 Millionen ab. Dem stehen lediglich Bankverbindlichkeiten von rund EUR 3,0 Millionen gegenüber. Damit ist die Gesellschaft solide finanziert, um auch in einem herausfordernden Umfeld ihre Strategie des Ausbaus der digitalen Services konsequent umzusetzen und zugleich Optionen wahrnehmen zu können.