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Preise der Bäcker steigen schneller als die Inflation

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Isernhagen / Hannover. (ge) Gegenüber dem Vorjahr haben die Preise des Warenkorbs stärker zugelegt als die allgemeine Inflationsrate in Deutschland. Dies ist nach der vorliegenden Untersuchung der Preise im Bäckerhandwerk durch die Gehrke Econ Unternehmensberatung auch für das kommende Jahr zu erwarten. Bereits in den vergangenen Jahren lagen die Preiserhöhungen des Warenkorbs des Gehrke-Econ-Preisvergleichs stets um 0,5 bis 2,3 Prozentpunkte über der Teuerung der Gesamtwirtschaft. Beide Werte zeigen über acht Jahre nahezu den gleichen Verlauf. Der Trend ist bei den Bäckerpreisen jedoch positiv, während der Trend der Inflationsrate der letzten acht Jahre konstant bleibt.

Knapp zwei Drittel der Bäcker hatten eine Preiserhöhung im halben Jahr vor der Befragung durchgeführt. Dabei wurde häufiger als im Vorjahresvergleich das gesamte Sortiment einer Anpassung unterzogen. Treiber für die Preissteigerungen sind aktuell die Lohnkosten. Rohstoffkosten sind in der Bedeutung für die Preisanpassungen gegenüber dem Vorjahr von Rang eins auf Rang drei abgestiegen. Angesichts der aktuellen Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten könnte sich dies auch im laufenden Jahr wiederholen.

Umsatzbringer Snack in Zukunft mit höheren Preisen?

Hohe Erwartungen setzt die Branche in das Umsatzpotenzial im Bereich Snack und Ausschank. In diesem Segment muss jedoch künftig stärker differenziert werden. Einzelne Preise sind mit ihrer Obergrenze gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen. Stattdessen konzentrieren sich die Preisangaben zunehmend etwas oberhalb der mittleren Werte. Im vergangenen Jahr war die Erwartung ähnlich, die Brot und Brötchenpreise wiesen nun jedoch eine stärkere Dynamik auf. Das Umsatzwachstum im Snackbereich ist somit mengengetrieben. Da hier der Lohnaufwand jedoch einen höheren Anteil aufweist als in anderen Segmenten und die Löhne aktuell die am stärksten steigenden Kostenfaktoren sind, werden in den kommenden Jahren voraussichtlich manche Betriebe mit diesem Wachstumsmodell an Grenzen stoßen, vermutet Unternehmensberater Andreas Pohlan von Gehrke Econ. Unter solchen Bedingungen wächst die Bedeutung von optimal gestalteten Prozessen, flexibler Sortimentsgestaltung und der Servicequalität.

Die Zukunft wird differenzierter: Weil es technisch immer leichter wird. Verschiedene Preise für Verzehr oder an Sonn- und Feiertagen sind keine Seltenheit. Immerhin 44 Prozent der Befragten haben verschiedene Preise. Eine Zunahme der Differenzierung im Preisbereich erscheint wahrscheinlich. Die Gehrke Econ Unternehmensberatung wird diesen Aspekt im Preisgeschehen auch bei den künftigen Erhebungen weiter beobachten.

Sortimente verändern sich

Während sich die Sortimentsbreiten kaum verändert haben und sich die große Vielfalt weiterhin auf den Theken der Bäckereien zeigt, zeichnen sich Veränderungen in der Zusammensetzung ab. Ob diese von Dauer sind und Ergebnis der bekannten Megatrends sind oder nur kurzfristige «Modeerscheinungen» bleibt noch abzuwarten. Ungewöhnlich war in diesem Jahr ein Rückgang der statistischen Größen beim Preis für den Butterkuchen. Ob dies der veränderten Erhebungsmethode zuzuschreiben ist oder die Abzeichnung einer signifikanten Entwicklung ist, kann erst im kommenden Jahr beurteilt werden.

Zukunftserwartungen der Betriebe positiv

Die Branche blickt insgesamt überwiegend positiv auf das kommende Jahr und schätzt die eigene Entwicklung tendenziell besser ein als die des Gesamtmarkts. Dies zeigt sich etwas stärker bei Betrieben der Umsatzgrößenklasse zwei bis fünf Millionen Euro Umsatz. Die aktuell vermehrt aufziehenden Wolken am Konjunkturhimmel sind hier noch nicht enthalten.

Seit vielen Jahren befragt die Gehrke Econ Unternehmensberatung die Bäckereien in Deutschland bezüglich ihrer Preisentwicklung und den Rahmenbedingungen der Preispolitik. Bei steigenden Kosten, bereits optimierten Prozessen und einem anhaltend intensiven Wettbewerb durch Discounter können auskömmliche Betriebsergebnisse nur mit steigenden Preisen erzielt werden.

Das Thema ist aufwendig und schwierig, doch jeder muss sich mit den Preisen befassen. Die Sensibilität bei den Kunden ist ebenso ausgeprägt wie die Abneigung bei den Unternehmern verbreitet. Der Gehrke Econ Preisvergleich zeigt Tendenzen, Rahmenbedingungen und Erhöhungspotenziale auf. Ein besonderer Zusatznutzen ist für die Teilnehmer durch einen direkten Vergleich der eigenen Preise mit denen der Branche gegeben. Damit kann die eigene Preisrunde auf der Basis von validen Hintergrunddaten eingeläutet werden. Auch für die Sortimentspolitik liefert der Preisvergleich wertvolle Anhaltspunkte.

Wenn Sie Fragen zum Gehrke Econ Preisvergleich 2019 haben, wenden Sie sich an Unternehmensberater Andreas Pohlan unter Telefon 0511-70050-463 oder per E-Mail an Andreas.Pohlan@gehrke-econ.de.

Die kommende Befragung startet Gehrke Econ Anfang des kommenden Jahres. Wenn Sie am nächsten Preisvergleich teilnehmen möchten, können Sie sich bereits jetzt vormerken lassen bei Laura Hugers unter Telefon 0511-70050-193 oder per E-Mail an Laura.Hugers@gehrke-econ.de (Foto: pixabay.com).

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