Dienstag, 4. Oktober 2022
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Proaktiv: Bäckerei Moss verkauft ans Haus der Bäcker

Bremerhaven. (usp) «Ein Unternehmen mit rund 700 Mitarbeitenden und knapp 60 Filialen zu führen ist kein Pappenstiel», sagt Moritz Engelmann vom Haus der Bäcker GmbH in Frankfurt/Main. Das Haus ist größer geworden. Seit dem Jahreswechsel 2021/2022 gehört die Bäckerei Moss GmbH zur Partnerschaft, mit der sich auch andere namhafte Filialisten wohlfühlen. Das Team um Dr. Rigbert Fischer und Holger Schulz in Frankfurt freut sich jedenfalls sehr, dass die moderne Handwerksbäckerei von 1925 mit starken regionalen Wurzeln und Bezügen bei der Zukunftsplanung den Weg nach Frankfurt gefunden hat. Die Freude sei auf beiden Seiten groß, von nun an gemeinsam zu agieren. Nach außen hin ändere sich nichts und der Eigentümerwechsel werde nicht sichtbar. Geschäftsführer ist Hans-Bernd Schwienhorst.

Die Geschwister Silvia Moss mit ihrem Mann Hans-Bernd Schwienhorst sowie Jörg Moss mit seiner Frau Martina Moss haben ihre Anteile zu 100 Prozent an das Haus der Bäcker verkauft. Die dritte Generation Moss seit der Gründung, die Motto und Ideen der modernen Handwerksbäckerei jeden Tag engagiert mit Leben erfüllt. Ob als Bäckermeister und Kopf der Moss-Handwerksbäcker wie Jörg Moss, als Ideengeberin für neue Produkte und Marketing wie Silvia Moss, als kaufmännische Leitung wie Hans-Bernd Schwienhorst oder als Filial- und Serviceexpertin wie Martina Moss: Verantwortung wird gelebt.

Zur gelebten Verantwortung gehört auch, sich rechtzeitig mit der Nachfolgefrage zu befassen. Die Entscheidung der Familien Moss für den Verkauf hängt also nicht mit der Pandemie und deren Spätfolgen zusammen. «Heute ist es schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden», sagt Moritz Engelmann aus Frankfurt. Innerhalb weniger Jahre seien viele Betriebe deutlich gewachsen, was die Nachfolgefrage zusätzlich erschwere. Auch der Unternehmertyp sei im Wandel. Eine Generationenfrage.

Für die Familien Moss ist es selbstverständlich, jede Herausforderung anzunehmen und das Geschäft zu leben. Bei nachfolgenden Generationen ist das nicht mehr so der Fall. Das gilt für viele mittelständische Branchen. Wobei im Bäckerhandwerk erschwerend hinzukommt, dass per Anno drei bis fünf Prozent der Betriebe abschmelzen. Erfolgreiche Unternehmen wie Moss operieren natürlich mit einem anderen Selbstverständnis. Doch die lassen sich nicht mehr so einfach auf einem paar Schultern absetzen. Größere Bäckereien benötigen heute ein versiertes, mehrköpfiges Management. Die Aufgaben werden nicht weniger. Hinzu kommt die Verantwortung für die Mitarbeitenden, an denen weitere Existenzen hängen. Der Weg in die Zukunft muss mit Bedacht und vor allem rechtzeitig gewählt werden. Proaktiv.

Und worin besteht jetzt die Aufgabe in Frankfurt für die Bäckerei Moss? «Das Unternehmen ist kerngesund und sehr gut aufgestellt. Wir sind begeistert und freuen uns über die Zusammenarbeit», sagt Sprecher Moritz Engelmann abschließend. Die Digitalisierung und andere Zukunftsthemen, bei denen andere Betriebe noch Hilfe benötigten, hat die Aachener Bäckerei gut im Griff. In Frankfurt sehe man seine vornehmliche Aufgabe darin, die eigenen Erfahrungen zu nutzen, um zu gegebener Zeit auftauchende, konkretere Nachfolgefragen adäquat zu beantworten. Also keine Eile jetzt.

In diesem Zusammenhang von Interesse

In diesem Zusammenhang möglicherweise von Interesse ist die kleine Reportage «Bäckerei Moss: Die Kundenbindungsapp ist nicht mehr wegzudenken» von letzter Woche, die ein wesentliches Instrument im Marketingmix des Unternehmens ausführlich beschreibt – mit Video (Foto: Bildschirmfoto).

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