Donnerstag, 13. Juni 2024
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«Proteinbrot»: fällt bei Verbraucherschützern durch

München. (vzbay) Die Verbraucherzentrale Bayern (VZB) hat Eiweißbrote unter die Lupe genommen. Heute sind sie in vielen Bäckereien und Backshops zu finden. Alle diese Brote haben eines gemeinsam: Der Proteingehalt ist im Vergleich zu handelsüblichen Broten deutlich erhöht. «Es gibt einzelne Untersuchungen, die nahe legen, dass eine Kohlenhydrat-arme Kost am Abend zugunsten eines hohen Eiweißanteils beim Abnehmen hilft», sagt Daniela Krehl von der VZB. Die Ernährungswissenschaftlerin sieht darin den Grund für den aktuellen Eiweißbrot-Boom. Sie betont jedoch, dass allein von diesem Brot am Abend «kein Mensch abnehmen wird». Im Marktcheck hatte die VZB einiges zu bemängeln. Zunächst fiel bei allen zehn Stichproben der stolze Preis auf: drei Euro und mehr für 500 Gramm. Auffällig war zudem, dass die meisten der geprüften Proteinbrot-Sorten kalorienreicher waren als normales Brot. Ihr Fettanteil war drei- bis zehnmal so hoch. Bei einem Produkt lag der Energiegehalt zum Beispiel bei 265 Kilokalorien je 100 Gramm. Um den Eiweißanteil zu erhöhen, wird weniger Getreidemehl verwendet und dafür oft Weizenkleber sowie Soja- und Lupinen-Eiweiß. Kritisch sieht Ernährungsexpertin Krehl, dass sich die Backeigenschaften der Brote dadurch verschlechtern. Dies mache vielfach den Einsatz von Hilfsstoffen notwendig, damit Geschmack und Konsistenz nicht leiden. Gerade sensorisch überzeugten die Newcomer im Backregal die Verbraucherschützer wenig. «Man hatte oft ein etwas klebriges und pappiges Mundgefühl und die häufig schwammige Konsistenz ist deutlich anders als bei herkömmlichem Brot», sagt Krehl. Wer gerne Brot zum Abendessen isst und dies besonders reich an Protein gestalten möchte, dem empfiehlt sie, einen entsprechenden Belag zu wählen. Ein gekochtes Ei, körniger Frischkäse oder Corned Beef sind ideale Eiweißlieferanten – auf einer normalen Schnitte Brot.