Donnerstag, 29. September 2022
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Ruf nach mehr Regionalität nicht immer das Gelbe vom Ei

Göttingen. (gau) In einem von der Zeitschrift Nature Food veröffentlichten Beitrag wird auf globaler Skala untersucht, in wie weit sich die Nahrungsmittelversorgung durch regionale und lokale Produktion sicherstellen lässt. Dazu werden Modellergebnisse und Daten zu Produktion und Konsum von Nahrungsmitteln analysiert und durch einen Optimierungsansatz entweder die Entfernung oder die Transportdauer zwischen Produktion und Konsum minimiert.

Es stellt sich heraus, dass in Abhängigkeit von den untersuchten Feldfrüchten, elf bis 28 Prozent der Weltbevölkerung ihren Bedarf in einem Radius von 100 Kilometern befriedigen könnte während für 26 bis 64 Prozent der Weltbevölkerung die Entfernung zum Ort der Nahrungsmittelproduktion mehr als 1000 Kilometer beträgt. Unter der Annahme der Halbierung von Nahrungsmittelverlusten und «Yield gaps» wird die Entfernung zwischen Produktion und Konsum von Nahrungsmitteln geringer, besonders in Afrika und Asien. Dennoch bleiben internationale Handelsflüsse essentiell um den Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit zu decken.

Anmerkung der Redaktion: So einleuchtend der Ruf nach «mehr Regionalität» auch klingen mag, sieht die Machbarkeit laut Studienergebnissen doch deutlich anders aus: Regionale Nahrungsmittel können im Jahr 2020 nur ein knappes Drittel der Weltbevölkerung ordentlich ernähren.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit von sechs Forschungsgruppen aus Finnland, den USA, Australien und Deutschland, unter Beteiligung der Abteilung Pflanzenbau der Universität Göttingen durchgeführt. Der originale Beitrag in der Zeitschrift Nature Food, nur in Englisch erhältlich, ist kostenpflichtig. Die gleichen Inhalte, ebenfalls nur in Englisch, allerdings kostenfrei und im Format PDF sind ohne Zugriffsbeschränkung erhältlich bei Sharedit. Wer das Thema vertiefen möchte, wendet sich an Prof. Dr. Stefan Siebert, Leiter der der Abteilung Pflanzenbau.

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