Donnerstag, 24. September 2020
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SB-Bäckereien: «Marktpotenzial liegt bei 1.500 Standorten»

Hamburg. (ots / bf) Vor zehn Jahren öffnete in Deutschland die erste Selbstbedienungs-Bäckerei ihre Tür. Heute existieren fast 1.000 Verkaufsstellen nach dem SB-Prinzip. Mit Ausnahme der fünf Anbieter Backbude, BackFactory, Back-König, Backwerk und Mr. Baker, die ausschließlich mit SB-Bäckereien am Markt sind, betreiben Handwerksbäckereien das SB-Konzept zusätzlich zu ihren Filialen. Die bundesweit größten SB-Bäckereien setzen dabei in der Expansion auf Franchise-Partner. So verantworten allein BackFactory, Backwerk und Mr. Baker 45 Prozent der Verkaufsstellen in Deutschland, heißt es in der aktuellen Marktanalyse von BackFactory «Quo vadis? Von Discount zu Gastro», die den Backwarenmarkt im Allgemeinen und SB-Bäckereien im Besonderen betrachtet. Back-Factory ist mit über 130 Standorten bundesweit einer der Marktführer unter den SB-Bäckereien und nach eigenen Angaben Begründer der Backgastronomie in Deutschland.

Differenzierung gefragt

Der Brot- und Backwarenmarkt hat seit den 1950er Jahren einen tiefgreifenden Wandel erfahren. Preis-, Technologie- und Kostenentwicklungen, aber auch ein anderes Konsumverhalten der Verbraucher haben immer neue Vertriebswege von der Filialisierung über den Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) bis zur SB-Bäckerei entstehen lassen, die die Strukturen der Branche nachhaltig veränderten. So werden heute über 60 Prozent der Einkäufe und fast 50 Prozent der Ausgaben für Brot und Gebäck im LEH getätigt. «Wesentlich für das weitere Wachstum der SB-Bäckereien wird die Profilschärfung und die erfolgreiche Besetzung von Marktnischen sein», sagt Peter Gabler, Geschäftsführer BackFactory. «Besonders Snacks und Getränke spielen als Umsatzbringer eine große Rolle. In Bäckereien liegt ihr Anteil heute bei etwa 18 Prozent. Mit der Einführung unseres backgastronomischen Konzepts ist der Anteil bei BackFactory auf fast 50 Prozent gestiegen».

Marktpotenzial noch nicht ausgeschöpft

Laut Analyse von BackFactory liegt das Marktpotenzial für SB-Bäckereien bei rund 1.500 Verkaufsstellen, die in den nächsten zehn Jahren erreicht werden könnten. «Selbst bei einem gleich bleibenden Absatzmarkt und einem unveränderten Brot- und Backwarenkonsum ist das Wachstumspotenzial noch nicht ausgeschöpft», prognostiziert Gabler. «Allerdings hat bereits eine Auslese der Anbieter begonnen, so dass am Ende nur noch zwei bis drei große SB-Bäckereien am Markt eine Rolle spielen werden».

Insgesamt setzte die Hamburger BackFactory GmbH, ein Tochterunternehmen der Schenefelder Harry Brot GmbH, im Geschäftsjahr 2011 rund 90 Millionen Euro brutto um. Mit einem Gastronomie-Anteil von 41 Millionen Euro Nettoumsatz gehört die in 2002 gegründete SB-Bäckereikette heute zu den Schwergewichten der deutschen Gastronomie-Szene. Alles in allem sind derzeit 40 BackFactory Standorte mit integrierter Keffeebar am Markt, bis 2015 sollen rund 80 Prozent aller Standorte auf das backgastronomische Konzept umgestellt sein. 80 Prozent aller Filialen werden von Franchise-Partnern geführt. Neben Standorten in 1A-Lagen will die SB-Bäckereikette ihre Präsenz künftig vor allem in Bahnhöfen ausbauen.