Montag, 28. November 2022
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Schäfer’s: mit großen Sprüngen in Richtung Zukunft

Porta Westfalica. (ez / eb) Der Markt für Backwaren in Deutschland ist aus vertrieblicher Sicht nach wie vor angespannt. Neben der allgegenwärtigen Pandemie-Situation mit ihren unterschiedlichen Auswirkungen auf den Lebensmittel-Einzelhandel sind es vor allem der Fachkräftemangel im Servicebereich wie auch steigende Rohstoffpreise – zum Beispiel für Mehl und Butter – die sowohl kleinere Bäckereien wie auch größere Filialisten vor immer neue Herausforderungen stellen. Ein positiver ­Effekt für die Fachgeschäfte: Aus Verbrauchersicht gewinnt das klassische Backhandwerk mit seinen kurzen Zutatenlisten und regionaler Sortimentsausrichtung an Bedeutung. »Was ist drin?«, wollen die Kunden wissen und greifen immer häufiger auch bei Backwaren zu Bio- sowie veganen Produkten.

Ungefähre Dimensionen im Überblick

Zum Jahresende 2021 zählte die Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover insgesamt 750 Bedientheken für Backwaren in Edeka-Märkten und Schäfer’s-Fachgeschäften. Zu diesem Zeitpunkt standen 386 Filialen unter der Führung von selbstständigen Edeka-Kaufleuten und 185 Schäfer’s-Fachgeschäfte unter der Regie einer Tochter­gesellschaft der Edeka Minden-Hannover. Für Außenstehende ist es nicht einfach zu erfassen, wo die Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH an- und wo aufhört. Wir halten uns also eng an den Unternehmensbericht.

Die Schäfer’s Produktionsgesellschaften betreiben aktuell vier Produktionsbetriebs­stätten. Insgesamt erwirtschafteten die im Geschäftsjahr 2021 unkonsolidierte Umsätze ohne Kostenartikel von 159 Millionen Euro (­Vorjahr: 151 Millionen Euro). Im Vergleich zu 2020 entspricht dies einer Steigerung von 5,3 Prozent. Das Plus wurde unter anderem durch die Neuausrichtung des Kuchen- und Torten­konzepts mit mehr regionalen und saisonalen Produkten sowie der Eigenproduktion der Artikel mit Bio-Qualität erreicht.

Stephan Wohler, Vorstandsmitglied der Edeka Minden-Hannover seit 2011, ergänzt im aktuellen Geschäftsbericht: «Die Produktionsbetriebe für Backwaren von Schäfer’s haben sich angesichts der nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen stabil entwickelt. Bei »Schäfer’s« haben sich die einzel­nen Standorte sehr viel stärker als bisher spezialisiert, um hier noch wirtschaftlicher zu werden. Und nicht zuletzt, um 2022 endlich mit einer eigenen Bio­produktion an den Start zu gehen.»

Das Eingehen auf Kundenwünsche ist das A und O

Um in den Schäfer’s-Fachgeschäften noch gezielter auf die Kundenwünsche einzugehen, wurde im Berichtsjahr zum Beispiel die »Brotoffensive« für mehr Vielfalt, besonders an den Service-Theken, initiiert. Verbesserte Rezepturen, eine immer regionalere Ausrichtung der Sortimente sowie die insgesamt optimierte Sortimentsführung stehen hierbei im Mittelpunkt, um die Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr und darüber hinaus weiter nachhaltig anzu­kurbeln. Sechs ausgebildete Brot-Sommeliers unterstützen und beraten zum Beispiel bei der Kreation neuer Pro­dukte. Dazu gehört auch, stärker als bisher auf die gesteigerte Nachfrage nach Backwaren in Bio-Qualität einzugehen.

Regionalität stiftet Identität

Die Sortimente im Backwaren-Segment sind heute sehr komplex. Deshalb wird auch die Warenpräsentation an den Bedientheken für Backwaren und in den Schäfer’s-Fach­geschäften stetig optimiert und immer kundenfreundlicher. So wird das Schäfer’s-Warenangebot durch ein neuar­tiges Cluster-Konzept seit dem vergangenen Geschäftsjahr übersichtlicher gestaltet und sinnvoll gestrafft. In den zehn Schäfer’s-Regionen im Absatzgebiet wurde bis Ende Oktober 2021 eine neue Aufteilung in regionale Kernsortimente, Saison- und Aktionsartikel sowie ein abwechslungsreiches Ergänzungssortiment etabliert. Auf diese Weise werden gleichzeitig Warenverfügbarkeiten verbessert, und die bekannte Schäfer’s-Sortimentsvielfalt mit ihren frischen und trendigen Neuheiten und Spezialitäten bleibt erhalten.

Backen vor Ort hat Potenzial

Dazu trägt auch ein ganz neues Vertriebsmodell bei: Das »Backen vor Ort«-Prinzip befindet sich im Edeka-Einzelhandel seit dem vergangenen Geschäftsjahr in der Testphase. Ende 2020 wurde zunächst in zwei groß­flächigen Märkten der Edeka Minden-Hannover, nämlich im Marktkauf-Haus in Herford und im Edeka Center im Bremer Weserpark, für die Kunden von Bäckern vor Ort sichtbar ­frischer Teig zubereitet, regional inspiriert ­veredelt und schließlich zu frischem Brot, Brötchen oder Kuchen ­ge­backen. Ein Backtrend mit Zukunft, der im Markt im Genussbereich »Backmeister« gelebt wird. Die Kunden erhalten im Weserpark zudem Kaffee-Spezialitäten aus der markteigenen Rösterei.

Mit Gastro-Neuheiten punkten

Nach zwei coronabedingten Lockdowns und regional unter­schiedlichen Zugangsregelungen bestand und besteht eine der größten Herausforderungen für den Edeka- und Schäfer’s-Einzelhandel im Geschäftsgebiet darin, die Standort-individuell angegliederte Gastronomie sowie Cafés wiederzubeleben. Eine Antwort darauf liefern neue Gastro-Konzepte. So bereichern zum Beispiel seit dem zurück­liegenden Geschäftsjahr Currywurst-Gerichte und Pizza-Variationen testweise das kulinarische Angebot ausgewählter Schäfer’s-Fachgeschäfte sowie die Gastro-Bereiche von Edeka-Märkten. Das erweiterte Angebot kann flexibel auf weitere Standorte ausgedehnt werden. Aber auch in anderer Hinsicht ging der Backwaren-Vertrieb der Edeka Minden- Hannover neue Wege.

Daniels by Schäfer’s kommt gut an

Und so viel ist sicher, ein attraktiver Mix macht’s: Die Kombination aus Backwaren, Bio und Burgern trifft den Geschmack der Kunden in der Daniels-Genussstation in Hannover-Wettbergen. Direkt vor ihren Augen wird seit ­Januar vergangenen Jahres Kaffee (unter anderem in Bio-Qualität) frisch gemahlen und gebrüht. Zusammen mit einem weiteren im Jahr 2021 eröffneten Daniels-Standort in der niedersächsischen Landeshauptstadt setzt die neue Genussstation innovative Akzente in der Einzelhandels- und Gastro-Landschaft. Dafür sorgen auch ihre einzigartige ­Architektur sowie das spannende Laden-Design. Das Gebäude in Wettbergen wurde sogar für den Wettbewerb »Tag der Architektur 2021« ausgewählt. Gegenwärtig betreibt die Edeka Minden-Hannover in ihrem Geschäftsgebiet drei der modernen ­Kaffeehäuser. Im laufenden Jahr sollen zwei weitere »Daniels Bäckerei und Genussstationen« eröffnen.

Der Technologiesprung hinter den Kulissen

Insgesamt zählt der jüngste Bericht der Edeka Minden-Hannover 174 Seiten. Dabei geht es natürlich nicht nur um Backwaren. Wissenswerte Details zur Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH muss sich der geneigte Rechercheur selbst zusammensuchen. Die Regionalgesellschaft hat im zurückliegenden Berichtsjahr jedenfalls Rekordsummen in Märkte und Infrastruktur investiert, um die gesamte Organisation langfristig zukunftsfähig aufzustellen respektive abzusichern. Geht es um Stichworte wie Digitalisierung, Müllvermeidung, Klimaschutz und, und, finden Großbäckerei und Backwarenhandel manchmal nur in Nebensätzen statt. Insgesamt ergibt sich jedoch ein Bild, dass Edeka Minden-Hannover und die angeschlossenen Produktionsbetriebe konzentriert an der Zukunft arbeiten und Technologiesprünge auf verschiedenen Ebenen vollziehen, die in einem Jahr nicht abgeschlossen sind (Foto: pixabay.com).

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