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Schieflage: Stadtbäckerei Drave meldet Insolvenz an

Pinneberg. (eb) Die Stadtbäckerei Schenefeld Friedrich Drave GmbH mit Sitz in Schenefeld bei Hamburg, vertreten durch die Geschäftsführer Frank Hellmig und Vanessa del Valle Rivera, hat am 07. Mai 2020 vor dem Amtsgericht Pinneberg Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm aus Hamburg. Verfahrensbevollmächtigte seitens der Stadtbäckerei Drave ist die Rechtsanwaltsgesellschaft Möhrle-Happ-Luther, ebenfalls Hamburg (71.IN.79/20).

Gegründet 1900, zählt die Stadtbäckerei Drave heute um die 15 Filialen. Den Jahresumsatz von etwa zehn Millionen Euro erwirtschaften insgesamt um die 110 Mitarbeitende. Nach finanziellen Turbulenzen seit 2010 an der Bäckerei beteiligt, übernahm die Roggenbuck Vermögensverwaltung aus Hamburg im Jahr 2012 den Betrieb vollständig. Geschäftsführer der Vermögensverwaltung ist Frank Hellmig.

112 Jahre Firmengeschichte der Stadtbäckerei Drave spielten sich ab am Sülldorfer Weg – eine attraktive Wohngegend. Kaum hatte Frank Hellmig die Bäckerei vollständig übernommen, wurde diese Tradition einfach plattgemacht und es entstand stattdessen die exklusive Wohnanlage «Am Klövensteen» – 20 Wohnungen inklusive Tiefgarage. Die Bäckerei erhielt eine neue Produktion am Dannenkamp.

Als Ursache für die aktuelle Zahlungsunfähigkeit der Bäckerei wird die Covid-19-Pandemie genannt. Das mag sein. Andererseits: Ordentlicher Baugrund in und um Hamburg ist kostbar. Noch dazu ist Schenefeld ein begehrtes Pflaster, gelegen zwischen der Hansestadt einerseits und den reizvollen Ausflugszielen der Kreise Pinneberg und Steinburg andererseits. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine an sich profitable Struktur aufgegeben und dem Erdboden gleichgemacht wird – um Raum zu schaffen für noch mehr Profit.