Dienstag, 4. Oktober 2022
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20200222-JB-LUEBECK

Schöner und größer: BrotRetter Lübeck sind umgezogen

Lübeck. (jb / hk) Im September 2016 eröffneten «Junge Die Bäckerei» und die Vorwerker Diakonie gemeinsam das Brotretter-Geschäft in der Lübecker Holstenstraße. Seitdem werden hier Backwaren vom Vortag zu einem reduzierten Preis verkauft. Gleichzeitig bietet das Geschäft Menschen, die sich in sozialer Not befanden, Arbeit und Unterstützung. Das Projekt war zunächst befristet. Jetzt steht fest: Es ist ein Erfolg und wird fortgesetzt.

Brotretter Projekt bietet sicheren und geschützten Rahmen

«Wir helfen Menschen, deren Leben aus dem Tritt geraten ist», sagt Friedemann Ulrich, Geschäftsbereichsleiter «Soziale Hilfen» der Vorwerker Diakonie. «Sie haben zum Beispiel Wohnungslosigkeit, eine Suchtproblematik, eine psychische Erkrankung oder Gewalt erfahren und möchten nun ihr Leben wieder in den Griff bekommen und zurück in einen normalen Alltag finden.» Das BrotRetter Projekt kann Betroffenen dafür einen sicheren, geschützten Rahmen bieten. «Junge – die Bäckerei» stellt Geschäft, Backwaren und Knowhow zur Verfügung, die Vorwerker Diakonie begleitet die Teilnehmer durch soziale Arbeit. «Unsere Klientinnen und Klienten merken durch ihre Tätigkeit im Verkauf bei den Brotrettern, dass sie gebraucht werden und etwas Sinnvolles leisten können – und das auch schaffen», sagt Ulrich. «Das gibt ihnen Selbstbewusstsein und neuen Lebensmut.» Bereits zwei Teilnehmer sind bei den Brotrettern durchgestartet und inzwischen fest bei «Junge» angestellt. Ein dritter Kandidat ist in Aussicht.

Bessere Bedingungen für Gäste, Mitarbeiter und Ware

Im Januar sind Lübecks BrotRetter umgezogen, denn in der Mühlenstraße haben die Junge – Mitarbeiter und die BrotRetter der Vorwerker Diakonie bessere Arbeitsbedingungen. Die Ware hat mehr Platz für die Zubereitung und Präsentation und die Gäste die Möglichkeit, im Geschäft als auch im Straßencafé die leckeren, günstigen Backwaren und frischen Snacks neben den Kaffeespezialitäten zu genießen.

Das Lübecker Projekt ist für «Junge – Die Bäckerei» schon das zweite erfolgreiche Brotretter-Geschäft. Im Frühjahr 2016 entstand in Hamburg das erste Brotretter-Geschäft. Kooperationspartner dort ist Hinz+Kunzt. «Wir waren schon länger auf der Suche nach einer Idee, mit nicht verkauften Backwaren sinnvoll umzugehen – denn obwohl wir bereits Tafeln im ganzen Norden unterstützen, bleiben täglich immer noch Produkte übrig», sagt Geschäftsführer Tobias Schulz. «Gleichzeitig wollten wir Menschen, die besondere Schwierigkeiten hinter sich haben, eine neue Chance geben.»

Auch Hamburgs BrotRetter sind umgezogen

Wie Hinz+Kunzt berichtet, ist das erfolgreiche Projekt, das seinen Anfang in Hamburg-Bergedorf nahm, in diesen Tagen nach Hamburg-Rothenburgsort umgezogen. Gutes von Gestern gibt es jetzt am dortigen Marktplatz zu kaufen. Das Kooperationsprojekt von Bäckerei Junge und Hinz+Kunzt feierte vor wenigen Tagen Eröffnung der neuen Filiale.

«Die BrotRetter sind für alle ein Gewinn», erklärt Hinz+Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. «Für die Kunden, weil sie Brot in dieser Qualität nirgends so günstig bekommen. Für die Beschäftigten, weil sie Arbeit haben.» Auch Verkäufer*innen und Bäckermeister*innen gewinnen: Sie leisten einen Beitrag zu nachhaltigem Umgang mit Lebensmitteln.

Nun beginnt für die BrotRetter ein neues Kapitel. Grund für den Umzug: Die Bäckerei Junge gibt den Standort in Bergedorf auf. In Rothenburgsort dagegen gibt es eine große, gut ausgestattete Filiale mitten im Stadtteilzentrum – und ein Team, das die BrotRetter mit Freude willkommen heißt.

Über die BrotRetter

Die Idee hinter der BrotRetter-Initiative, die Junge zusammen mit Partner aus dem sozialen Bereich organisiert, ist so einfach wie überzeugend: Nicht verkaufte Backwaren aus den Junge-Geschäften werden am nächsten Tag im BrotRetter-Geschäft zu einem günstigen Preis angeboten. Die BrotRetter, die die Backwaren sortieren, packen, transportieren und verkaufen, bekommen einen festen Arbeitsplatz für ein Jahr. Bewähren sie sich, wechseln sie anschließend als Festangestellte zu Junge. So bekommen Menschen und Produkte eine zweite Chance (Foto: Junge Die Bäckerei).

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