Dienstag, 4. Oktober 2022
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20200416-POST-CH

Schweiz: Onlinehandel kommt an Kapazitätsgrenzen

Bern / CH. (ccp / eb) Die Covid-19-Pandemie fordert Menschen und Unternehmen in der ganzen Schweiz in noch nie dagewesenem Ausmaß. Viele Menschen bleiben zu Hause, wo sie sicher sind, und bestellen online, weil viele Geschäfte geschlossen sind. Der Handel will seine Waren liefern lassen und die Schweizerische Post AG will die Pakete zuverlässig zustellen. Am 16. März hatte der Schweizer Bundesrat den Notstand respektive die Notlage erklärt. Seither verzeichnet der Onlinehandel in der Schweiz eine enorme Zunahme an Bestellungen. Diese Mengen stellen alle Marktteilnehmer vor große Herausforderungen.

Das Nadelöhr ist die Paketmenge, die die Mitarbeitenden in den Paketzentren verarbeiten. Die Anzahl der sortierten Pakete ist direkt abhängig von der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Paketzentren. Diese kann aufgrund der Vorgaben zum Social Distancing nicht beliebig erhöht werden. Vor diesem Hintergrund haben die Partner am runden Tisch unter anderem folgende Entlastungsmaßnahmen beschlossen:

  • Die Verarbeitung von kleinen Paketen erfolgt künftig verstärkt über die Logistikkette des Briefversands.
  • Mehrere Schweizer Paketdienstleister und Logistiker stellen einen Teil ihrer Sortier- und Transportkapazitäten der Post zur Verfügung.
  • Click+Collect: Dieses System sieht vor, dass die online bestellten Waren vermehrt in den offenen Verkaufsstellen der Händler und den Postfilialen abgeholt werden können.
  • Die Händler übernehmen für die Post individuell einen Teil der Vorsortierung.
  • Im Sinne einer gemeinsamen Bewältigung der aktuellen Herausforderung stimmen sich die Akteure eng ab, um eine optimale Steuerung der Mengen sicherstellen zu können.

Je nach Entwicklung der Paketmengen und der Situation in der Schweiz erwarten die Experten aus Handel und Logistik in der Schweiz, dass bald weitere Maßnahmen notwendig werden, um die enormen Mengen zu bewältigen.

Wie wir wissen, ist der Onlinehandel in der Schweiz höher entwickelt als in Deutschland. Dort gibt es sogar eine «Brot-Post», mit der sich die Menschen ihr Lieblingsbrot nach Hause senden lassen können. Die Zahl der Bestellungen für diese «Brot-Post» aus lokalen Bäckereien hat sich im April laut Post AG fast versechsfacht. Wobei man wissen muss, dass die zentrale «Brot-Post», hinter der aktuell gut 20 Bäckereien stehen, noch im Aufbau begriffen ist. Für die Bäckereien sei die «Brot-Post» bislang nur ein Nischenangebot, heißt es aus dem Alpenland. Sein wir ehrlich: Besser eine kleine Nische als gar keine Nische. Zudem ist davon auszugehen, dass die Stärkung, die der E-Commerce gerade erfährt, weitgehend bleiben wird (Foto: Schweizerische Post AG).

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