Dienstag, 24. Mai 2022
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SEPA-Echtzeitüberweisung in Deutschland noch stark ausbaufähig

Frankfurt. (bip) Innovative digitale Bezahlverfahren bestimmen immer mehr unseren Alltag. Seit einigen Jahren gehört die SEPA-Echtzeitüberweisung als Serviceoption von Banken und Sparkassen für schnelle Geldtransfers dazu. Doch bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist die SEPA-Echtzeitüberweisung immer noch unbekannt, wie eine aktuelle Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint in Deutschland und Österreich zeigt.

Die SEPA-Echtzeitüberweisung bringt viele Vorteile für Bankkunden. Im Gegensatz zur herkömmlichen Überweisung kann mit der SEPA-Echtzeitüberweisung die Zahlung innerhalb von 10 Sekunden beim Empfänger eingehen. Doch mehr als ein Drittel der Bankkunden in Deutschland und Österreich kennen dieses schnelle bargeldlose Zahlverfahren nicht.

Unter den Befragten, denen die SEPA-Echtzeitüberweisung bekannt ist, können rund drei Viertel dieses Zahlverfahren bei ihrer Bank nutzen. In Österreich nutzen im Verhältnis mehr Bankkunden die SEPA-Echtzeitüberweisung als in Deutschland – und das über alle Altersgruppen hinweg.

Je jünger der Bankkunde, umso häufiger wird die SEPA-Echtzeitüberweisung genutzt

In Deutschland nutzen rund zwei Drittel der jüngeren Generation der 18- bis 34-Jährigen die SEPA-Echtzeitüberweisung. In Österreich sind es sogar über 70 Prozent, die vom schnellen Zahlverfahren Gebrauch machen. Auffällig ist der Unterschied zwischen den beiden Ländern bei der Altersgruppe 55 Jahre und älter. Während in Österreich 63 Prozent dieser Altersgruppe die SEPA-Echtzeitüberweisung nutzen, sind es in Deutschland nur 44 Prozent.

Hauptgrund für die Nutzung der SEPA-Echtzeitüberweisung ist die Geschwindigkeit

Für den überwiegenden Teil der Deutschen (76 Prozent) und Österreicher (73 Prozent) ist die Geschwindigkeit ein wesentlicher Grund für die Nutzung der SEPA-Echtzeitüberweisung, gefolgt von Bequemlichkeit, die von 48 Prozent der Österreicher aber nur 32 Prozent der Deutschen genannt wird.

Insgesamt zeigt sich, dass 18- bis 44-Jährige sehr viel stärker das Smartphone und mobile Apps für die SEPA-Echtzeitüberweisung nutzen als ältere Bankkunden. Im Ländervergleich zeigt sich, dass in Deutschland der PC respektive Laptop noch das bevorzugte Medium ist (59 Prozent), wenn es um die Nutzung der SEPA-Echtzeitüberweisung geht. Das Smartphone hingegen wird nur von 48 Prozent zur Auslösung der Zahlung genutzt. In Österreich ist es umgekehrt und die mobile Affinität zur Nutzung der SEPA-Echtzeitüberweisung stärker ausgeprägt. Dort nutzen mit 64 Prozent mehr Menschen das Smartphone für dieses Zahlverfahren, verglichen mit 56 Prozent PC- respektive Laptop-Nutzung.

Gebühren für die SEPA-Echtzeitüberweisung in Deutschland und Österreich

In Deutschland geben 45 Prozent der Befragten an, dass ihre Bank für die Nutzung der SEPA-Echtzeitüberweisung Gebühren berechnet. In Österreich sind dies nur 27 Prozent. Mit Blick auf die Höhe der Gebühren geben nur 21 Prozent der Befragten in Österreich an, für die Nutzung der SEPA-Echtzeitüberweisung mehr als 40 Cent pro Transaktion berechnet zu bekommen. Im Vergleich dazu sind es in Deutschland 33 Prozent.

Mögliche Ablösung der herkömmlichen Überweisung in fünf Jahren erwartet

Die Umfrage zeigt, dass heute bereits rund ein Viertel der Bankkunden die SEPA-Echtzeitüberweisung häufiger nutzen als die herkömmliche Überweisung. Zudem ist mit 53 Prozent die Mehrheit der Österreicher der Meinung, dass die SEPA-Echtzeitüberweisung in fünf Jahren die herkömmliche Überweisung ersetzen könnte. In Deutschland sind es 45 Prozent.

Christian Bruck, Partner bei BearingPoint und Experte für das Thema Zahlungsverkehr: «Die SEPA-Echtzeitüberweisung wird in der deutschen Bevölkerung über alle Altersgruppen hinweg im Verhältnis weniger häufig genutzt als in Österreich. Mehr als zwei Drittel der Befragten in Deutschland würden aber die SEPA-Echtzeitüberweisung bei Wegfall der Gebühren nutzen. Hier zeigt sich ein Potenzial, die Nutzung der innovativen SEPA-Echtzeitüberweisung mit den vielen verbundenen Vorteilen in Deutschland zu steigern.»

Stefan Schütt, Leiter der Recovery to Practice (RTP) Initiative bei BearingPoint: «Die fortschreitende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs wird durch Request-to-Pay weiter zunehmen. Wir gehen davon aus, dass wir mit der Invoice-to-Pay Lösung eBill, die wir gemeinsam mit unserem Partner SIX in der Eurozone etablieren werden, der Nutzung von Instant Payments einen deutlichen Schub geben, nicht zuletzt als Bezahlverfahren im E-Commerce.»

20220118-BEARINGPOINT

Über diese Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von BearingPoint, an der in Deutschland 2063 Personen (zwischen dem 3. und 5. November 2021) und in Österreich 1051 Personen (zwischen dem 2. und 5. November 2021) teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland und Österreich ab 18 Jahren (Grafik: BearingPoint).